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Ein klarer Fingerzeig Richtung WM - Christina Obergföll mit der Jahres-Weltbestleistung © getty

Obergföll lässt sich von der Verwirrung in Leiria nicht anstecken und wirft eine Jahres-Weltbestleistung. Auch Möldner siegt.

Leiria - Mit der Jahres-Weltbestleistung von 68,59 Metern hat Speerwerferin Christina Obergföll einen durchwachsenen Start der deutschen Leichtathleten bei der chaotischen Premiere der Team-EM veredelt.

Die 27-Jährige aus Offenburg steuerte im portugiesischen Leiria wie Hindernisläuferin Antje Möldner (9:32,65 Minuten) einen Einzelsieg bei.

Obergföll, Bronzemedaillengewinnerin von Peking, steigerte ihre eigene Jahres-Bestmarke um 19 Zentimeter und setzte sich bei der Olympiarevanche gegen Tschechiens Olympiasiegerin Barbora Spotakova (65,89) und Russlands Silbermedaillengewinnerin Maria Abakumowa (62,01) durch.

"Der Wurf war einfach rund", sagte die ehemalige Europarekordlerin. "Bloß gut, dass ich mich nach dem ersten ungültigen nicht von der Nervosität habe anstecken lassen."

Deutschland in der Halbzeit auf Rang vier

Weitere Podestplatzierungen gab es im Wettstreit der zwölf führenden Nationalteams des Kontinents durch die 4x100-Meter-Staffel der Männer (Zweite/38,78) sowie als Dritte durch die Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (4,60 m), Hammerwerfer Markus Esser (beide Leverkusen/77,62) und die Sprintstaffel der Frauen (43,57).

Zwölf Wochen vor dem Startschuss der Heim-WM in Berlin (15. bis 23. August) blieben ansonsten viele deutsche Hoffnungsträger im Mittelmaß stecken.

Deutschland liegt nach 21 von 40 Disziplinen mit 158,5 Punkten auf Rang vier, es führt Großbritannien (165).

Am Sonntag greift Hochspringerin Ariane Friedrich (Frankfurt/Main) ins Geschehen ein (Mit Harting und Friedrich zur Team-EM).

Verwirrung im Regelchaos

Die hitzige Veranstaltung bei 30 Grad Celsius im Schatten von Leirias Königsschloss aus dem 12. Jahrhundert hinterließ vor allem wegen der erstmals ausprobierten neuen Regeln ratlose Athleten.

Das Bestreben, durch weniger Sprung- und Wurfversuche sowie Ausscheidungsrennen auf den Langstrecken mehr Spannung zu erzeugen, scheiterte vor 5000 Zuschauern im Dr. Magalhaes Pessoa Stadion auf der ganzen Linie.

"Das war total verwirrend", sagte Hammerwerfer Esser. Von einem "ganz schönen Durcheinander" sprach die viertplatzierte Leipziger Diskuswerferin Nadine Müller (59,53).

Wer darf ins Ziel und wer nicht?

Höhepunkt der Pannenserie war das 3000-Meter-Rennen der Frauen, in dem die Spanierin Natalia Rodriguez als erste Läuferin ausscheiden sollte, aber nicht stehenblieb und letztlich sogar als Erste ins Ziel kam: "Ich bin weitergelaufen, weil ich so gut in Form war", sagte sie trotzig.

Der Fall Rodriguez hatte auch zur Folge, dass die deutsche Starterin Simret Restle (Frankfurt) vorzeitig aufhörte - obwohl sie gar nicht musste.

"Mir hat ein Kampfrichter die Rote Karte gezeigt", berichtete die 25-Jährige.

Ihr Verhalten wurde als Aufgabe bewertet - null Punkte.

Schwab sprintet auf Rang sechs

Zu einem unangefochtenen 100-Meter-Sieg sprintete der überführte Dopingsünder Dwain Chambers. In 10,07 Sekunden lag der Brite klar in Front.

Fünfter wurde im Rennen mit Chambers Deutschlands bester Sprinter Stefan Schwab (Schwarzenbek/10,40), der in der Wertung beider Rennen Rang sechs belegte.

Verdrängt wurde er von Portugals Doppel-Europameister Francis Obikwelu, der unter dem Jubel seiner Landsleute den ersten Lauf in 10,20 gewann.

Spank tritt beim Einspringen um

Pech hatte der Hochsprung-Olympiafünfte Raul Spank aus Dresden, der beim Einspringen umknickte und aufgeben musste.

Zuvor war er noch über 2,15 Meter gefloppt und hatte dem deutschen Team als Zehnter wenigstens drei Punkte gesichert.

Die Team-EM ist die Nachfolge-Veranstaltung des traditionsreichen Europacups.

Männer und Frauen kämpfen gemeinsam nur noch um einen Titel.

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