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Im Gleichschritt zur WM: Jennifer Oeser (l.) und Lilly Schwarzkopf (r.) © imago

Das deutsche Mehrkämpferinnen-Duo präsentiert sich in Ratingen in starker Verfassung. Behrenbruch dagegen enttäuscht und steigt vorzeitig aus.

München - Jennifer Oeser und Lilli Schwarzkopf dürfen von Bronze träumen, die größte Medaillenhoffnung der deutschen Mehrkämpfer für die Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) bleibt aber der Weltranglisten-Erste Michael Schrader.

Bei der Qualifikation in Ratingen deuteten die Siebenkämpferinnen Oeser als Siegerin mit 6442 Punkten und Schwarzkopf (6355) als Dritte aber an, dass sie in Berlin zumindest Kandidatinnen für einen Podiumsplatz sind.

In Abwesenheit von Schrader, der in Götzis mit 8522 Punkten triumphiert hatte, sowie den beiden verletzt auf der Strecke gebliebenen Assen Andre Niklaus und Vorjahressieger Arthur Abele steigerte sich Norman Müller als Zweiter binnen drei Wochen erneut, diesmal auf 8295 Punkte hinter dem Kubaner Yordani Garcia.

Damit hat Müller bei der WM Chancen auf einen Platz unter den besten Acht.

Behrenbruch abgeschlagen

Der deutsche Flop in Ratingen war vor rund 10.000 Zuschauern an zwei Tagen mit Wind und Regen Pascal Behrenbruch.

Der EM-Fünfte ließ seiner Ankündigung von 8500 Punkten ohne Aussicht auf 8000 Zähler am Ende den Ausstieg folgen.

Doch vor drei Wochen hatte sich der mental labile 25-Jährige als Götzis-Dritter mit der Steigerung auf 8374 Zähler bereits für die WM qualifiziert.

In Ratingen gefährdete ihn niemand mehr.

Sextett nominiert

Schrader, Müller, Behrenbruch sowie Oeser, Schwarzkopf und Mächtig wurden noch am Sonntag vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nominiert.

"Das ist jetzt offiziell", bestätigte Sportdirektor Jürgen Mallow.

Siebenkampf-Trainer Klaus Baarck hatte schon zuvor erklärt: "Unsere drei Mädchen können in Berlin 6400 Punkte machen, eine Medaille ist drin."

Drews wird Dritter

Norman Müller verpasste im Speerwurf den möglichen Sieg gegen den 20 Jahre alten kubanischen Weltranglisten-Dritten Garcia (8496 in Havanna), der schon jetzt als Anwärter auf Olympia-Gold 2012 in London gilt.

Platz drei sicherte sich Stefan Drews (7858).

Ohne gültigen Versuch scheiterte im Stabhochsprung der als Mitfavorit angereiste Hallen-Europameister Mikk Pahapill (Estland).

"Ein gutes Omen für Berlin"

Jennifer Oeser kletterte mit ihrer deutschen Jahresbestleistung auf Platz vier der Weltrangliste.

"In der Heimat war ich immer stark, ein gutes Omen für Berlin", sagte Oeser, die erstmals seit zwei Jahren ihre deutsche Rivalin Schwarzkopf schlug.

Die EM-Dritte landete mit 6355 Zählern einen Rang hinter der russischen Olympiadritten Tatjana Tschernowa, die mit 6386 Punkten Zweite wurde.

Oeser springt 6,50 Meter

Oeser, die mit etwas zu starkem Wind über 100 m Hürden in 13, 36 Sekunden schneller denn je gewesen war, trumpfte am zweiten Tag mit Weitsprung-Bestleistung von 6,50 m auf.

Im Speerwurf konnte Schwarzkopf mit zuvor nie von ihr erreichten 55,25 m zwar 245 Punkte aufholen, aber diesmal den Spieß nicht umdrehen.

Die knapp führende Oeser sicherte sich mit einem couragierten 800-m-Lauf in 2:12,70 Minuten den Sieg.

Kesselschläger enttäuscht

Dritte Deutsche bei der WM ist Julia Mächtig, die als Vierte mit 6074 Punkten unter Wert blieb, nachdem sie das WM-Ticket drei Wochen zuvor bereits mit 6320 Punkten in Götzis gesichert hatte.

An einer solchen Punktzahl scheiterte in Ratingen ihre Neubrandenburger Klubkameradin Sonja Kesselschläger als Sechste mit 6010 Zählern.

"Aber das war nicht mein letzter Siebenkampf, was 2010 wird, muss ich allerdings noch sehen", sagte die 31-Jährige.

Wie in Götzis war WM-Kandidatin Christine Schulz mit Rückenproblemen ausgeschieden.

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