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Sebastian Bayer wurde in diesem Jahr in Turin Hallen-Europameister © getty

An Tag eins der deutschen Meisterschaften sorgt Hallen-Europameister Sebastian Bayer für das Highlight. Auch die Sprinter glänzen.

Ulm - Mit einer kleinen Leistungsexplosion machten Deutschlands Leichtathleten beim Auftakt ihrer Meisterschaften in Ulm beste Werbung für die WM in Berlin.

Für das highlight sorgte dabei Sebastian Bayer, der vier Monate nach seinem überraschenden Hallen-Europarekord von 8,71 m mit glänzenden 8,49 m an die dritte Position der Weltrangliste sprang.

2,01 m schaffte die Weltranglisten-Erste Ariane Friedrich bei ihrem 14. Sieg in Folge und 22. Zwei-Meter-Resultat im Hochsprung.

Deutsches Traumpaar beflügelt sich

"Was Besseres als dieses neue Traumpaar hätten wir uns nicht wünschen können", kommentierte Clemens Prokop als Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) den Auftritt von Bayer und Freundin Carolin Nytra, die zwei Minuten vor dem Riesensatz des 23-Jährigen mit 12,78 Sekunden auf Platz neun der Weltrangliste über 100 m Hürden vorgestoßen war.

"Caro hat mich beflügelt", meinte Bayer der den 29 Jahre alten deutschen Rekord von Olympiasieger Lutz Dombrowski bei 1,6 m Rückenwind um fünf Zentimeter verfehlte. Er glaubt: "Für WM-Gold muss man wohl 8,60 m springen."

Heidler bestätigt gute Form

Stabil wie in ihren besten Zeiten zeigte sich Hammer-Weltmeisterin Betty Heidler, die mit 74,25 m ihre dritte Position in der Weltrangliste 2009 bestätigte.

"Ich gehe mit dem Druck anders um als nach der WM, da habe ich mich fertig gemacht. Alles läuft gut derzeit, 75 m sollten in Berlin zu einer Medaille reichen", meinte sie nach ihrem fünften Titel in Folge.

Dietzsch, Kleinert und Lobinger verlieren

Den 11. binnen 13 Jahren verpasste dagegen Franka Dietzsch, die zweite deutsche Weltmeisterin. "Ich hätte das Netz runterreißen können vor Wut", sagte sie nach der Niederlage mit 59,09 m im Diskus-Käfig gegen die Weltranglisten-Vierte Nadine Müller (59,98), und fuhr lachend fort: "Aber am Sonntag muss dort ja Robert Harting 'ne gute Weite werfen."

Nur Vize wurde nach fünf DM-Siegen binnen elf Jahren auch die WM-Dritte Nadine Kleinert (19,00) im Kugelstoß-Duell mit Denise Hinrichs (19,06). "Nach sieben Wettkämpfe in zwei Wochen habe ich eine Sehnen- und Muskelentzündung mit starken Schmerzen am Ellbogen, mehr war nicht drin", meinte Kleinert.

Großer Verlierer des Stab-Duells um drei WM-Tickets war Tim Lobinger, Vierter mit 5,70 m, nachdem der Olympiasechste Danny Ecker verletzt auf den Start verzichtet hatte. Den greifbar nahen Titel verlor dessen Leverkusener Klubkamerad Tobias Scherbarth erst im Stechen gegen Alexander Straub, Dritter wurde Björn Otto (alle 5,70 m).

Sailer an Europas Spitze

Eine Flut von deutschen Saisonbestmarken und neuen WM-Normen gab es vor allem in bisher schwachen Disziplinen. Sensationell setzten sich Siegerin Verena Sailer in 11,18 und Vizemeisterin Marion Wagner (11,24) an die Spitze der 100-m-Europarangliste.

Den 100-m-Titel der Männer gewann ähnlich überraschend nach großen Problemen in den Wochen zuvor Tobias Unger trotz 2,5 m Gegenwind in starken 10,18 Sekunden.

Das WM-Ticket dürften auch die neue 110-m-Hürdenhoffnung Matthias Bühler (13,48) und seine Hürden-Kollege Helge Schwarzer gelöst haben. Im Dreisprung schaffte dies Katja Demut mit der Steigerung auf 14,20 m. Bereits im 400-m-Hürden-Vorlauf wurde Thomas Goller in 49,37 Sekunden zum zweitschnellsten Europäer der Saison.

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