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Nach einem knappen halben Jahr befindet sich Jones wieder in Freiheit © getty

Ein knappes halbes Jahr muss die frühere Topsprinterin für ihre Doping-Vergehen büßen - nun geht es zurück zur Familie.

Berlin/San Antonio - Ein kurzer Dank an ihre treuen Fans, dann sprintete die gestürzte Leichtathletik-Königin Marion Jones nach sechs Monaten in Haft direkt in die Arme der Familie. "Meine Freude, wieder bei meinem Ehemann und den beiden Söhnen zu sein, kann man kaum in Worte fassen", sagte der Amerikanerin.

Am Freitag war die 32-Jährige, die ihre fünf durch Betrug ergaunerten Olympia-Medaillen von Sydney 2000 längst wieder abgeben musste, aus dem Gefängnis in San Antonio entlassen worden, wohin sie zwei Wochen zuvor verlegt worden war. Die Haft hatte Jones am 7. März in Fort Worth angetreten.

Die Zukunft gehört der Familie

Geläutert und erleichtert kündigte sie nach der Rückkehr in die Freiheit den Rückzug ins Privatleben an: "Diese lebensverändernde Reise war schwer, aber mein Glauben an Gott und die Unterstützung meiner Familie sowie von Freunden und Fans haben mich durchhalten lassen."

Sie sei dankbar für all die Gebete, Briefe und E-Mails der vergangenen Monate. Künftig wolle sie sich ganz der in Austin/Texas lebenden Familie mit Zweit-Ehemann Obadele Thompson (Barbados), dem 100-m-Olympiadritten von 2000, sowie den beiden Söhnen widmen. Sie bitte dies zu respektieren.

Zweimaliger Meineid und Scheckbetrug

Der jüngere Sohn (geboren im Juli 2007) stammt von Thompson, der ältere namens Tim Jr. (geb. Juni 2003) vom ebenfalls in Haft sitzenden 100-m-Ex-Weltrekordler Tim Montgomery. Die Ex-Sprinterin war zuvor mit dem einst dopinggesperrten Ex-Kugelstoß-Weltmeister C. J. Hunter verheiratet.

Jones saß wegen zweimaligen Meineides zur ihrer Doping-Vergangenheit sowie Beihilfe zum Scheckbetrug ihres Ex-Freundes Montgomery eine halbjährige Freiheitsstrafe ab. Ein späteres Gnadengesuch an US-Präsident George W. Bush war unbeantwortet geblieben.

Nachträgliche Zwei-Jahres-Sperre

Der zweimaligen Welt-Leichtathletin waren durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) rückwirkend drei Olympiasiege von Sydney 2000 über 100 m, 200 m und 4x400 m sowie Bronze im Weitsprung und über 4x100 m aberkannt worden.

Sie hatte erst im Oktober 2007 nach jahrelangem Leugnen gestanden, Kundin des kalifornischen Balco-Dopinglabors gewesen zu sein und ihre Karriere daraufhin beendet. Trotzdem wurde Jones rückwirkend zum 8. Oktober für zwei Jahre gesperrt.

Zur Zurückzahlung aufgefordert

Obwohl sie sich für pleite erklärt hat, fordert der Leichtathletik-Weltverband IAAF Jones auf, Prämien in Höhe von geschätzten 700.000 Dollar zurückzuzahlen. Weitere 100.000 Dollar soll sie in den USA zurückerstatten.

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