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Weltmeister Tyson Gay hat nun acht Zeiten unter 9,9 Sekunden in seiner Vita © getty

In Rom schockt Tyson Gay Usain Bolt mit der drittschnellsten Zeit der 100-m-Geschichte. Ein Quartett bleibt im Jackpot-Rennen.

Rom - Die Botschaft an Weltrekordler Usain Bolt stellte Tyson Gay per Sprint-Express in 9,77 Sekunden zu.

Mit seinem 100-m-Sturmlauf beim Golden-League-Meeting der Leichtathleten in Rom (Gay knackt die Jahres-Weltbestzeit) befeuerte der Dreifach-Weltmeister aus den USA das bei der WM in Berlin (15. bis 23. August) bevorstehende schnellste Sprintduell der Geschichte gegen den exzentrischen Dreifach-Olympiasieger aus Jamaika.

"Ich bin zu 100 Prozent gesund und fit. Ich will meine Titel sowohl über 100 Meter als auch über 200 Meter verteidigen", sagte der 26-Jährige, der auf die große Show verzichtete. Vom "Anti-Bolt" schrieb daraufhin die "Gazzetta dello Sport".

"Usain weiß, dass ich hart arbeite"

Fünf Wochen vor dem WM-Auftakt setzte sich der Weltmeister an die Spitze der Weltrangliste und brachte Bolt unter Zugzwang. (Für Bolt ist nur der Wind ein Gegner)

Gay ist 2009 sowohl über 100 als auch 200 m (19,58) schneller als sein großer Konkurrent: neun Hundertstelsekunden auf der kurzen, eine Hundertstel auf der langen Sprintstrecke.

In der ewigen Stadt stellte Gay zudem seine Bestzeit ein, mit der er Dritter der ewigen Weltrangliste ist: "Es waren keine 9,69 Sekunden, aber Usain Bolt weiß, dass ich hart arbeite."

Große Töne von Powell

Der Corriere dello Sport stellte fest: "Tyson Gay schreit: Bolt, ich besiege dich. Unglaubliche Leistung des Amerikaners."

Außer Gay will auch Ex-Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika) dafür sorgen, dass die WM keine Bolt-Show wird. Platz zwei und 9,88 Sekunden sprachen für sich.

"Bolt ist kein Gott. Er ist einer von uns. Ich kann ihn besiegen, und ich werde ihn besiegen", sagte Powell.

Steward die Schnellste seit Jones

Auch die Frauen sprinteten vor 35.000 Zuschauern herausragend. Die Olympiazweite Kerron Stewart lief in 10,75 Sekunden die beste Zeit seit den 10,75 von Doperin Marion Jones (USA) im Jahr 2000 und ist jetzt Fünfte der ewigen Weltbestenliste.

Die 25-Jährige blieb zudem im Rennen um den Millionen-Jackpot. (Oslo: Favoriten hoffen weiter auf die Million)

Angesichts der Sprintleistungen rückte das Jackpot-Rennen in den Hintergrund. Neben Stewart sind nach Erfolgen in Berlin, Oslo und Rom Doppel-Olympiasieger Kenenisa Bekele über 5000 m (Äthiopien/12:56,23 Minuten), Stab-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa (Russland/4,85) und Staffel-Olympiasiegerin Sanya Richards über 400 m (USA/49,46 Sekunden) noch dabei.

Noch drei Meetings bis zur Ausschüttung

Zu einem Teil von der Million fehlen ihnen noch Siege in Paris (17. Juli), Zürich (28. August) und Brüssel (4. September).

Dass der Saisonhöhepunkt näher rückt und die Formkurve nach oben geht, wurde an insgesamt sechs Jahres-Weltbestleistungen deutlich.

Dafür sorgten außer den Sprintern, Bekele und Issinbajewa noch Weltmeisterin Maryam Yussuf Jamal (Bahrain/1500 m) in 3:56,55 Minuten sowie Olympiasiegerin Gulnara Galkina-Samitowa (Russland/3000 m Hindernis) in 9:11,58.

Friedrich-Rivalin unterliegt

Einen überraschenden Favoritensturz gab es im Hochsprung, wo Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien) mit 1,97 m gegen die Italienerin Antonietta di Martino (2,00) verlor und an Zuversicht für den Kampf um WM-Gold gegen die deutsche Weltranglisten-Erste Ariane Friedrich (Frankfurt/Main) einbüßte. Friedrich fehlte wegen ihres Universiade-Starts.

Die beste deutsche Platzierung schaffte Speerwerfer Mark Frank (Rostock) als Dritter (82,75) hinter Olympiasieger Andreas Thorkildsen (Norwegen/87,46) und Weltmeister Tero Pitkämäki (Finnland/83,68).

Enttäuschend verlief der WM-Härtetest gegen die Top 3 der Jahres-Weltbestenliste für Weitspringer Sebastian Bayer (Bremen). Sechs Tage nach seinen 8,49 m von Ulm schaffte er als Neunter nur 7,67 m. Es gewann Athen-Olympiasieger Dwight Phillips (USA/8,61).

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