vergrößernverkleinern
Mit einmal gerade 18 Jahren schon Millionärin: Pamela Jelimo © getty

800-m-Läuferin Pamela Jelimo wird mit 18 Jahren zur Dollar-Millionärin. Die Sprint-Giganten Usain Bolt und Asafa Powell liefern derweil eine große Show, doch einer unterliegt im Fernduell.

München - Die Sprint-Giganten Usain Bolt und Asafa Powell lieferten eine große Show und standen doch im Schatten einer kleinen Frau.

800-m-Läuferin Pamela Jelimo wurde beim Golden-League-Finale in Brüssel dank deutscher Hilfe durch Hochspringerin Ariane Friedrich mit 18 Jahren zur Dollar-Millionärin.

Die Olympiasiegerin gewann in 1:55,16 Minuten und knackte nach zuvor fünf Siegen in Berlin, Oslo, Rom, Paris und Zürich alleine den mit einer Million US-Dollar (rund 700.000 Euro) gefüllten Jackpot.

Friedrich vor Vlasic

Dabei profitierte die Aufsteigerin des Jahres, die erst seit April 800 m läuft und alle bisherigen elf Wettkämpfe gewann, vom Hochsprung-Sieg der Frankfurter Olympiasiebten Friedrich mit 2,00 m über Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien) und Belgiens Olympiasiegerin Tia Hellebaut (beide ebenfalls 2,00).

Vlasic, die zuvor fünf Golden-League-Siege in Serie gefeiert hatte, verlor nach dem Olympiagold an Hellebaut nun auch das erträumte große Geld, das erst zum dritten Mal seit 1998 eine Athletin alleine einstrich. Zuvor schafften dies 800-m-Läuferin Maria Mutola (Mosambik) 2003 und zwei Jahre später Dreispringerin Tatjana Lebedewa (Russland).

"Meine Beine waren gut"

Rekordverdächtig war vor 47.000 Zuschauern im König-Baudoin-Stadion vor allem der Auftritt des dreifachen jamaikanischen Olympiasiegers Bolt, der beim Sieg in 9,77 Sekunden trotz leistungsmindernder 13 Grad Celsius und 1,3 m/s Gegenwind Landsmann Asafa Powell (9,83) abblitzen ließ.

Die beste Zeit unter solchen Umständen lief zuvor Leroy Burrell (USA) mit 9,97 Sekunden 1992 im Olympia-Halbfinale von Barcelona.

"Ohne Frage: Meine Beine waren gut. Unter besseren Bedingungen wäre mehr drin gewesen", meinte der "goldene Blitz" Bolt, der nun vier der elf besten 100-m-Zeiten der Geschichte hält (Weltrekord: 9,69) und seit dem 22. Juli über 100, 200 und 4x100 m ungeschlagen ist.

Siegerparty in der Heimat

Er verabschiedete sich anschließend zur Sieger-Party in die Heimat: "Es ist großartig, die Saison mit einem Sieg zu beenden."

In der Winterpause will er vor allem an seinem Start arbeiten, der auch in Brüssel wieder der schlechteste von allen neun Läufern war.

Der Olympiafünfte Powell verlor zwei Tage später auch noch das Fernduell, denn trotz fast optimaler Bedingungen kam er im italienischen Rieti mit 0,9 m/s Rückenwind nicht über 9,77 Sekunden hinaus.

Im Vorjahr hatte er hier den damaligen Weltrekord auf 9,74 gedrückt.

Letztes Rennen für Gevaert

Klar hinter dem angestrebten 5000-m-Weltrekord von 14:11,15 blieben Kenias Vivian Cheruiyot und Meseret Defar (Äthiopien).

Auf den letzten Metern fing die WM-Zweite Cheruiyot die Weltmeisterin noch ab und siegte in 14:25,43 mit neun Hundertstelsekunden Vorsprung.

Emotionaler Höhepunkt war der Sieg von Doppel-Europameisterin Kim Gevaert (Belgien) im letzten Rennen ihrer Karriere. Als die 30 Jahre alte Sprinterin in 11,25 Sekunden die 100 m gewann, stand das Stadion kopf.

DLV-Team verpasst Sieg

Beim Sechsländerkampf DecaNation in Paris verfehlten Deutschlands Leichtathleten derweil auch bei der dritten Teilnahme den Sieg und wurden mit 85 Punkten hinter den USA (89,5) Zweiter.

Einzelsiege errangen die Kugel-WM-Dritte Nadine Kleinert (Magdeburg/18,52), 800-m-Läuferin Jana Hartmann (Dortmund/2:06,19), Studenten-Weltmeister Alexander Straub (Filstal/5,62) im Stabhochsprung sowie 1500-m-Läufer Carsten Schlangen (Berlin/3:52,70).

Zu den fünf Zweitplatzierten gehörte auch der Diskus-Olympiavierte Robert Harting (Berlin/63,01).

Miles Stab-Sieger am Brandenburger Tor

Der Olympiavierte Derek Miles aus den USA hat unterdessen den 1. Stabhochsprung-Wettkampf vor dem Brandenburger Tor in Berlin gewonnen.

Vor rund 4000 Zuschauern und malerischer Kulisse setzte er sich bei der Werbeveranstaltung für die WM 2009 mit guten 5,85 m gegen den Usbeken Leonid Andrejew und Jeff Hartwig (USA/beide 5,55) durch.

Bester Deutscher war der ehemalige Vizeeuropameister Lars Börgeling aus Leverkusen auf Rang vier (5,40).

Gegenwind verhindert Robles-Weltrekord

Olympia-Sieger Dayron Robles hat die 110 m Hürden im slowakischen Dubnica in 12,95 Sekunden gewonnen und für das Highlight des Meetings gesorgt.

Bei Gegenwind von 1,7 Metern pro Sekunde lag der Kubaner nur acht Hundertstelsekunden über seinem Weltrekord von 12,87.

Abgeschlagener Zweiter wurde Ryan Wilson (USA) in 13,68.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel