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Usain Bolt lief 2004 in 19,93 die 200 Meter als erster Junior unter 20 Sekunden © getty

Beim Super Grand Prix in London hindert Gegenwind Usain Bolt am Gay-Angriff. Issinbajewas Siegesserie reißt nach 17 Monaten.

London - Die Doping-Schlagzeilen in der Heimat drückten auf die Stimmung, der Gegenwind bremste das Tempo: Weltrekordler Usain Bolt kommt nur als Weltranglisten-Zweiter zur Leichtathletik-WM nach Berlin.

Beim Super Grand Prix in London rannte der Jamaikaner 9,91 Sekunden und blieb bei 1,7 m/s Gegenwind deutlich über den 9,77, die Dreifach-Weltmeister Tyson Gay (USA) vor zwei Wochen in Rom vorgelegt hatte. (9,79 - Bolt "erst bei 85 Prozent")

Es war Bolts letztes 100-m-Rennen vor den Titelkämpfen im Olympiastadion.

Gay noch ohne Weltrekord

Beim Sprint-Gipfel in Berlin (15. bis 23. August) wollen sowohl Bolt als auch Gay den Weltrekord von 9,69 Sekunden angreifen.

Dieser war vom 22-jährigen Jamaikaner am 16. August 2008 im Olympiafinale von Peking aufgestellt worden. Insgesamt rannte der Sprintstar aus der Karibik bereits vier Weltrekorde, Gay noch keinen.

Für die Nachricht des Tages sorgt im Lager der jamaikanischen Sprinter jedoch nicht Bolts Lauf, sondern das Bekanntwerden von fünf positiven Dopingproben bei Athleten, die für die WM in Berlin nominiert waren. (Jamaikanisches Quintett sprintet in Doping-Falle)

Vier Männer und eine Frau gedopt?

Bolt und sein Weltrekord-Vorgänger Asafa Powell gehören offenbar nicht dazu. Namen wurden allerdings bis zum späten Abend nicht bekannt. Es soll sich um vier Männer und eine Frau handeln.

"Ich habe gedacht, es ist nur ein Gerücht. Ich wusste gar nicht, dass was Wahres dran ist. Ich mache mir aber keine Sorgen. Sprechen Sie mit meinem Manager", sagte Bolt (22). (9,54: Bolt lotet sein Potential aus)

Und Ex-Weltrekordler Asafa Powell, in 10,26 nur Sechster, ergänzte: "Es ist enttäuschend, aber ich werde meinen Weg weitergehen. Ich bleibe sauber."

Issinbajewa hinter Rogowska

Eine Pleite gab es am Ort des ersten 5-m-Sprungs der Geschichte für Stab-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa. Die Russin verlor erstmals nach 17 Monaten und 18 Siegen in Serie wieder.

Sie musste sich mit 4,68 m und Rang zwei hinter der höhengleichen Polin Anna Rogowska zufrieden geben. Dahinter belegte die Zweibrückerin Kristina Gadschiew mit ihrer Bestleistung von 4,58 m einen guten dritten Platz.

Issinbajewas letzte Niederlage datiert vom 20. Februar 2008 im polnischen Bydgoszcz. Allerdings deutete sich ihre Schwäche bei den letzten Wettkämpfen bereits an. Ihre Jahres-Weltbestmarke steht bei für sie vergleichsweise bescheidenen 4,85 m.

DSV-Sprintstaffel enttäuscht

Trotz guter Leistung hatte Kugel-Europameister Ralf Bartels im Wettstreit mit der Weltelite keine Chance. Der Neubrandenburger belegte mit 20,91 m Rang fünf.

Es gewann der Olympiazweite Christian Cantwell (21,82 m) vor Weltmeister Reese Hoffa (beide USA/21,55) und Polens Olympiasieger Tomasz Majewski (21,43). Auch Ex-Weltmeister Adam Nelson (USA/21,07) lag noch vor Bartels.

Enttäuschend verlief die WM-Generalprobe für die deutsche 4x100-m-Staffel der Frauen, die beim Wechseln patzte und ausschied.

Vlasic überspringt 2,02 m

In mäßigen 13,29 Sekunden gewann Olympiasieger Dayron Robles (Kuba) die 110 m Hürden (2,2 m/s Gegenwind).

Mit guten 2,02 m entschied Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien) den Hochsprung für sich. Das Meeting wird am Samstag fortgesetzt.

Dann startet Weltmeister Gay über 200 m, wo er mit 19,58 Sekunden die Weltrangliste ebenfalls knapp vor Bolt (19,59) anführt.

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