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Franka Dietzsch gewann bei Weltmeisterschaften bereits dreimal Gold © imago

Kurz vor der WM ist die Diskus-Werferin noch immer nicht in Medaillen-Form. Dafür jubeln drei Russen über Jahresweltbestleistungen.

München - Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch hat auch drei Wochen vor der Weltmeisterschaft in Berlin den richtigen Dreh noch nicht gefunden.

Mit 60,26 m belegte die Neubrandenburgerin beim Sportfest im thüringischen Zeulenroda nur Rang zwei hinter der Australierin Dani Samuels (62,25).

Dritte wurde die deutsche Meisterin Nadine Müller aus Halle/Saale (59,99). "Mir schwillt die Halsschlagader. Es kotzt mich an, dass es nicht läuft", schimpfte die 41-jährige Dietzsch über sich selbst.

"Aus dem Stand werfe ich 54 m, normal kommen dann zehn durch die Drehung drauf, doch meine Beine geben es einfach nicht her."

Die WM-Medaille ist momentan weit weg

Dietzsch hat jedoch stets bekräftigt, unabhängig von ihrer Form in Berlin starten zu wollen.

Zehn WM-Teilnahmen schaffte vor ihr noch niemand. Auf eine WM-Medaille kann sie mit der jetzigen Form jedoch nicht hoffen.

Ganz anders als die gerade von einer Dopingsperre zurückgekehrte Athen-Olympiasiegerin Natalja Sadowa, die bei den russischen Meisterschaften am Wochenende 65,40 erzielte.

Friedeck verpasst WM-B-Norm

Stark präsentierte sich der Leipziger Hürdensprinter Alexander John (Der deutsche Kader für die WM).

Im Vorlauf überzeugte er in 13,38 Sekunden, ehe er es im Finale etwas ruhiger angehen ließ (13,58).

Dreisprung-Ex-Weltmeister Charles Friedek (Leipzig) verpasste mit 16,95 m erneut die WM-B-Norm für Berlin (17,00).

Gay und Bolt noch nicht in Top-Form

Auch die Sprintstars rannten ihren Glanzzeiten hinterher. Dreifach-Weltmeister Tyson Gay (USA) verfehlte in 20,00 Sekunden seine 200-m-Jahresweltbestmarke von 19, 58 Sekunden beim Super Grand Prix in London deutlich.

Tags zuvor war Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt, geschockt von der Dopingaffäre um fünf andere Jamaika-Sprinter, bei starkem Gegenwind von 1,7 m nur 9,91 gelaufen.

Er verfehlte sein Ziel, Weltranglisten-Spitzenreiter Gay (9,77) im letzten 100-m-Lauf vor Berlin zu überbieten.

24 Stunden später trumpfte der 22-Jährige aber doch noch auf. Mit der 4x100-m-Staffel seines Racers Track Club rannte er in 37,46 Sekunden die viertbeste Zeit der Geschichte.

"Ich nehme Schmerztabletten"

Obwohl seit Wochen von Leistenproblemen geplagt, sieht Gay seinen WM-Start nicht in Gefahr.

"Die Ärzte sagen mir, dass ich demnächst eine Operation brauche. Aber ich will mir meine WM-Chance nicht verbauen, weshalb ich Schmerztabletten nehme", sagt der 26-Jährige. Er war zuletzt in München in Behandlung und kann seit Wochen nur eingeschränkt trainieren.

Issinbajewa "nur" Zweite

Weltrekordlerin Tatjana Lysenko meldete sich bei den russischen Meisterschaften in Tscheboxari mit erstklassigen 76,41 zurück.

Einen bösen Absturz erlebte Stab-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa, die nach 17 Monaten und 18 Siegen in Folge erstmals wieder verlor. Die Russin musste sich mit 4,68 m und Rang zwei hinter der höhengleichen Polin Anna Rogowska zufrieden geben.

Dritte wurde die Zweibrückerin Kristina Gadschiew (4,58).

Vier Jahres-Weltbestleistungen

In WM-Form präsentierten sich die Kugelstoßer: Der Olympiazweite Christian Cantwell schaffte in London 21,82 m, Olympiasieger Tomasz Majewski in Barcelona 21,64.

Jahres-Weltbestleistungen gab es ebenfalls: Die Spanierin Marta Dominguez über 3000 m Hindernis (9:09,39 Minuten), die russischen Hochspringer Iwan Uchow und Jaroslaw Rybakow (je 2,35) und ihre dreispringende Teamkollegin Nadeschda Alechina (15,14).

Es drohen milde Strafen

Die positiven A-Proben von fünf Jamaika-Sprintern hatten Bolt Co. am Freitag geschockt.

Die 400-m-Läufer Lanceford Spence (26) und Allodin Fothergill (22) sowie 100-m-Sprinterin Sheri-Ann Brooks (26) stehen mittlerweile namentlich fest, während es um die Bolt-Klubkollegen Yohan Blake (19) und Marvin Anderson (27) nur Spekulationen gibt.

Das Quintett soll auf einen Wirkstoff aus der Gruppe der Methylxanthine positiv getestet worden sein, berichtete die Zeitung "Jamaica Observer". Eine Bestätigung fehlt noch. Weil es sich um eine Stiumlans handelt, drohen nur milde Strafen.

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