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Das 400-m-Duell zwischen LaShawn Merritt (l.) und Jeremy Wariner (r.) ist einer der Höhepunkte © getty

Wegen Umbau: Zum letzten Mal findet am Wochenende das Leichtathletik-Weltfinale in Stuttgart statt. Weltrekorde sollen purzeln.

Stuttgart - Letzter Vorhang auf der großen Bühne der Leichtathletik:

15 Jahre nach den grandiosen Weltmeisterschaften mit fünf Weltrekorden will sich die olympische Kernsportart mit einem Feuerwerk an Glanzleistungen von einer großen Saison verabschieden - und für alle Zeiten aus der Mercedes-Benz-Arena.

Der 25. Weltrekord von Russlands Stabhochsprung-Star Jelena Issinbajewa wäre ein genialer Schlussakt, bevor das Stadion in eine reine Fußball-Arena verwandelt wird.

Zwei Millionen Dollar Preisgeld

"Ich fühle mich noch in Form für eine große Höhe", sagt Jelena Issinbajewa, die bei ihrem zweiten Olympia-Gold erstmals 5,05 m gesprungen war und dabei 25 Zentimeter vor dem Rest der Welt lag.

In Stuttgart würde ihr ein weiterer Weltrekord 100.000 Dollar bringen.

Zwei Millionen Dollar Preisgeld werden am Samstag und Sonntag in 36 Disziplinen ausgeschüttet.

Die Sieger erhalten je 30.000, der Achte noch 2000 Dollar.

Powell startet, Bolt nicht

Jamaikas neuer Wundersprinter Usain Bolt hat die Saison acht Tage zuvor beendet und fehlt unter den rund zehn Olympiasiegern von Peking.

Am Start ist dafür Landsmann Asafa Powell, der die meisten 100-m-Glanzzeiten von allen aufgestellt hat:

Siebenmal blieb der 26-Jährige unter 9,80 Sekunden, 22 Mal unter 9,90. Zuletzt rannte Powell binnen acht Tagen fünfmal unter 10,00.

Bolt konnte man nicht an den Start zwingen - doch Kenias 800-m-Olympiasiegerin Pamela Jelimo muss in der Mercedes-Benz-Arena antreten, um die Dollar-Million (rund 700.000 Euro) aus dem Golden-League-Jackpot zu kassieren.

Beim Finale der "Königsklasse der Leichtathleten" in Brüssel hatte sie von der Niederlage der Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien) profitiert, die den sechsten Sieg nach Berlin, Oslo, Rom, Paris und Zürich verpasste.

Vlasic patzt in entscheidenden Momenten

Vlasic, die in den letzten 37 Wettkämpfen 35 Mal siegte, gewann ausgerechnet die beiden wichtigsten nicht:

Bei Olympia unterlag sie der Belgierin Tia Hellebaut (je 2,05), in Brüssel der Olympiasiebten Ariane Friedrich - und verlor damit rund 350.000 Euro Jackpot-Anteil, weil sie gegen Friedrich (je 2,00) den Kürzeren zog.

13 deutsche Athleten

Die Frankfurter Olympia-Siebte gehört zu einem guten Dutzend deutscher Athleten, die in Stuttgart auftreten.

Sieben sind neben der Speerwurf-Olympiadritten Christina Obergföll über die Saisonwertung direkt qualifiziert, sechs wie die Frankfurter Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler oder der Berliner Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting per Wildcard am Start.

Spannung beim 400-m-Duell

Zu den interessantesten Duellen zählt das siebte diesjährige Aufeinandertreffen von 400-m-Olympiasieger LaShawn Merritt und Weltmeister Jeremy Wariner.

Die beiden Amerikaner siegten je dreimal. In Stuttgart wird die Frage nach dem Sieger der Saison entschieden.

Zu den Stars in der Mercedes-Benz-Arena zählen auch die Olympiasieger Dayron Robles (Kuba/110 m Hürden), Angelo Taylor (USA/400 m Hürden), Andrej Silnow (Russland/Hochsprung) und Andreas Thorkildsen (Norwegen/Speerwurf).

Ab 2011 reine Fußball-Arena

"Wir sind auf der Zielgeraden der Leichtathletik angekommen", sagt Stuttgarts Managing Director Andreas Kroll vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das Stadion ab Jahresmitte 2009 (bis 2011) mit einem Kostenaufwand von 60 Millionen Euro in ein multifunktionales Fußballstadion für 55.000 Zuschauer umgebaut wird.

Die beiden bisherigen Kurven sollen abgerissen, neue Tribünen gebaut werden. Das Spielfeld wird tiefergelegt, die Laufbahn fällt weg.

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