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Usain Bolt gewann bei der Leichtathletik-WM in Berlin dreimal Gold © getty

Nach dem Ende der Leichtathletik-WM geht für die Superstars bei den Golden-League-Meetings der Kampf um die Prämien weiter.

Berlin - Kaum ist das Gold verteilt, wollen es die Leichtathleten wieder versilbern. Schon fünf Tage nach Ende der 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin beginnt für die Stars wie Supersprinter Usain Bolt beim Golden-League-Meeting am Freitag im Züricher Letzigrund die Hatz nach dem großen Geld.

Von den acht deutschen WM-Medaillengewinnern in Einzeldisziplinen ist dort nur die Hochsprung-Dritte Ariane Friedrich gefragt.

Die Weltmeister Robert Harting (Diskus) und Steffi Nerius (Speer) müssen dagegen über die Dörfer ziehen, um nach ihren 60.000-Dollar-WM-Prämien Antrittsgelder im mittleren vierstelligen Bereich zu kassieren.

Werfer zum Zuschauen verurteilt

"Fünfstellig wäre schön, ist aber utopisch", sagt Vera Michallek, die den Berliner Harting sowie die Vizeweltmeisterinnen Betty Heidler (Hammer) und Nadine Kleinert (Kugel) unter Vertrag hat.

"Ihr Wert ist gestiegen, aber schwer in Zahlen auszudrücken."

Größtes Problem der Werfer ist: Bei großen Meetings wie in der Golden League sind sie zum Zuschauen verurteilt. So treten sie statt in Zürich oder Brüssel in Sondershausen, Thum und Elstal an - in Mini-Orten in Thüringen, Sachsen und Brandenburg.

Friedrich dreimal gegen Vlasic

Anders ist das bei der Hochsprung-WM-Dritten Ariane Friedrich, deren Duell gegen Weltmeisterin Blanka Vlasic schon vor der WM im Blickpunkt stand und das nun weitere dreimal stattfinden wird:

In Zürich, Brüssel und beim Weltfinale am 12./13. September in Thessaloniki/Griechenland. 62.000 Dollar (43.000 Euro) Preisgeld kann die Frankfurterin nach 20.000 Dollar WM-Prämie mit drei Siegen verdienen.

"Meine Revanche will ich aber auch haben", sagt Friedrich, die in der Golden League zudem auf Antrittsgelder im kleinen fünfstelligen Bereich hoffen kann.

Bolt kostet eine Million

Dafür würde 100-m-Star Usain Bolt nicht einmal einen Schritt machen. 250.000 Dollar (174.000 Euro) kassiert er als Begrüßungsgeld pro Meeting. Ganz tief müssen die Brüsseler Veranstalter in die Tasche greifen, um die WM-Revanche zwischen Jamaikas Superstar und dem WM-Zweiten Tyson Gay am 4. September zu realisieren.

Denn auch der US-Boy kostet mindestens 100.000. (Alle Leichtathletik-News)

Richtig teuer wird es, wenn ein Veranstalter mit dem Gesicht von Bolt werben will. "Da wird ein Million-Betrag fällig", sagt der österreichische Manager Robert Wagner und meint:

"Vom Werbewert ist Bolt mit seinen drei WM-Siegen in Berlin in die Liga von Tiger Woods oder großen Fußballern aufgestiegen."

Vier kämpfen noch um den Jackpot

Die Weltmeister Kenenisa Bekele (Äthiopien/Langstrecke) und Sanya Richards (USA/400 m) sowie die WM-Zweite Kerron Stewart (Jamaika/100) und die in Berlin gescheiterte Stab-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (Russland) kämpfen noch um den Million-Jackpot der Golden League.

Für einen Anteil am großen Geld benötigen sie noch zwei Siege in Zürich und Brüssel.

Für die breite Masse inklusive der stiefmütterlich behandelten Werfer gibt es in Thessaloniki noch einmal mehr Geld zu holen, wenn 3,02 Millionen Dollar (2,1 Mio. Euro) ausgeschüttet werden.

Dort können auch Harting, Heidler, Nerius, Kleinert oder der Kugel-WM-Dritte Ralf Bartels wieder absahnen.

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