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Usain Bolt gewann bei der Weltmeisterschaft 2009 in Berlin drei Goldmedaillen © getty

Bei der Mini-WM wird der Sprinter warscheinlich keinen Weltrekord laufen. Issinbajewa kann sich für ihre WM-Niederlage revanchieren.

Zürich - Bereits am Tag vor der Züricher Mini-WM hat Usain Bolt seinen 100-m-Fabel-Weltrekord egalisiert - allerdings nur als Puppe.

Jeder, der sich einmal dem Temporausch des Supersprinters aussetzen wollte, konnte sich am Donnerstag im Hauptbahnhof mit dem Bolt-Double messen, das in 9,58 Sekunden durch die Bahnhofshalle jagte.

Ernst wird es für das Original wieder am Freitag. Dann flitzt Jamaikas Leichtathletik-Held als große Attraktion des 5,9 Millionen Euro teuren Meetings im Letzigrund wieder über die Kunststoffbahn.

Zwölf Weltmeister und 14 Olympiasieger

50 Jahre nach dem ersten Zürich-Weltrekord durch den Kölner Hürdensprinter Martin Lauer (13,2) und fünf Tage nach dem Finale von Berlin (143495DIASHOW: Die Tops und Flops von Berlin) erlebt der weltberühmte Letzigrund am Freitag die erste große WM-Revanche.

Beim Zusammentreffen von zwölf aktuellen Weltmeistern und 14 Olympiasiegern spricht allerdings wenig dafür, dass Bolt 12 Tage nach seinen phantastischen 9,58 von Berlin den 25. Züricher Weltrekord auf die superschnelle Piste zaubert.

Powell möglicherweise Gefahr für Bolt

"Zwei Tage nur schlafen - und keine Termine", lautete der bescheidene Wunsch des 23-Jährigen, der sich in einer Züricher Luxus-Suite von den Strapazen seiner neun Berliner WM-Rennen erholte.

Fit muss er schon sein, um nicht die erste Niederlage nach seinem Aufstieg zum 100-m-Star zu riskieren.

Landsmann Asafa Powell, WM-Dritter in 9,84, kann drei Jahre nach seiner Züricher Weltrekord-Egalisierung (9,77) an einem guten Tag eine Gefahr für einen müden Bolt bedeuten.

Revanche für Issinbajewa

Während der aktuell größte Star der Leichtathletik die Rivalen der Rennbahn seit seinem Aufstieg in die 100-m-Elite stets im Griff hatte, steht das weibliche Aushängeschild der Sportart unter Zugzwang.

Weltrekordlerin (5,05 m) und Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa, die in Berlin ohne Anfangshöhe blieb, will ihren Fans im erneuten Duell mit der polnischen Weltmeisterin Anna Rogowska und der Leverkusener Hallen-EM-Zweiten Silke Spiegelburg demonstrieren, dass sie trotz der WM-Pleite noch immer die Nummer eins ist.

Sailer und Nytra auch dabei

Allein Hochspringerin Ariane Friedrich (LG Frankfurt) ist von den acht deutschen Medaillengewinnern (Alle Medaillengewinnerinnen von Berlin) in Einzelwettbewerben in Zürich am Start, trifft bei der WM-Revanche auf die zweimalige kroatische Weltmeisterin Blanka Vlasic und Russlands WM-Zweite Anna Tschitscherowa.

Über 100 m ist Verena Sailer (Mannheim) dabei, die in Berlin nicht nur Bronze mit der 4x100-m-Staffel gewann, sondern trotz ihres Ausscheidens im Halbfinale Schnellste Europäerin war.

Mit von der Partie sind im Hürdensprint Carolin Nytra (Bremen), im Speerwurf der Rostocker Mark Frank. Und über 4x100 m der Männer will das ebenso wie die US-Boys durch Wechselfehler im WM-Vorlauf gescheiterte deutsche Quartett gegen die Jamaika-Combo mit Bolt nicht allzu weit hinterherlaufen.

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