vergrößernverkleinern
Yohan Blake nahm am 2. Mai 2009 noch beim International Meeting in Kingston teil © getty

Vier jamaikanische Sprinter müssen sich erneut für den Einsatz unerlaubter Mittel verantworten. Strafen sind bereits sicher.

München - Vier unter Dopingverdacht stehende jamaikanische Sprinter, darunter zwei Trainingskollegen von Weltrekordler Usain Bolt, haben die Einnahme eines verbotenen Stimulans zugegeben.

Bei einer Anhörung vor der Jamaikanischen Anti-Doping-Kommission (JADCO) gestand das Quartett, vor den nationalen Meisterschaften Ende Juni in den Medizinschrank gegriffen zu haben.

Das bestätigte Ransford Langrin, der vorsitzende Richter der Berufungskommission, der Internetseite "Trackalerts.com" und sagte: "Jetzt müssen wir entscheiden, welche Strafe wir verhängen. Die niedrigste oder die höchstmögliche von zwei Jahren."

Im besten Fall käme das Quartett mit einer Verwarnung davon. Die Entscheidung soll am 14. September verkündet werden.

Yohan Blake (19) und Marvin Anderson (27/beide Sprint), die beiden Vereinskollegen von Usain Bolt im Racers Track Club, sowie Lanceford Spence (26) und Allodin Fothergill (22/beide 400 m) waren in erster Instanz freigesprochen worden. Doch die JADCO ging gegen das Urteil ihres eigenen Schiedsgerichts in Berufung.

Freispruch trotz verbotener Substanz

Zum zweiten Mal freigesprochen wurde dagegen Sprinterin Sheri-Ann Brooks (26), die ebenfalls mit 4-Methyl-2-Hexanamin erwischt worden war.

Diese Substanz steht zwar nicht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), ist aber dem verbotenen Tuaminoheptan ähnlich.

4-Methyl-2-Hexanamin steckt in zahlreichen rezeptfreien Nasentropfen und -sprays.

Brooks blieb in erster und zweiter Instanz offenbar wegen Verfahrensfehlern ohne Strafe.

Ihre vier Kollegen waren dagegen im ersten Urteil straffrei ausgegangen, weil das Schiedsgericht sich von der Verwandtschaft und damit einer ähnlichen Wirkung von 4-Methyl-2-Hexanamin mit Tuaminoheptan nicht überzeugt zeigte.

Keine WM-Teilnahme in Berlin

Die fünf Fälle der Jamaika-Sprinter waren Ende Juli bekannt geworden.

Der Leichtathletik-Verband Jamaikas (JAAA) verzichtete daraufhin, das Quintett bei der WM in Berlin einzusetzen. Dies hatte der Weltverband IAAF empfohlen.

Brooks blieb in erster und zweiter Instanz offenbar wegen Verfahrensfehlern ohne Strafe.

Straffrei im ersten Urteil

Ihre vier Kollegen waren dagegen im ersten Urteil straffrei ausgegangen, weil das Schiedsgericht sich von der Verwandtschaft und damit einer ähnlichen Wirkung von 4-Methyl-2-Hexanamin mit Tuaminoheptan nicht überzeugt zeigte.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel