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Ex-Sprint-Star Carl Lewis rückt Usain Bolts Leistungen in die Nähe von Doping © getty

Hat er doch gedopt? Carl Lewis jedenfalls traut den Fabel-Weltrekorden von Sprinter Usain Bolt nicht über den Weg.

Berlin - Leichtathletik-Legende Carl Lewis traut Jamaikas Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt und seinen Fabel-Weltrekorden von Peking (9,69 Sekunden über 100 m, 19,30 über 200 und 37,10 über 4x100) offenbar nicht.

"Ich sage er könnte der größte Athlet aller Zeiten werden. Aber wenn man bei dem Ruf, den unser Sport gerade hat, nicht in Frage stellt, dass er 10,03 Sekunden in einem Jahr und 9,69 im nächsten läuft, muss man ein Narr sein", meinte Lewis im Interview auf der Homepage der US-Zeitschrift "Sports Illustrated".

Der neunmalige Olympiasieger verwies auf nicht vorhandene Trainingskontrollen in Jamaika: "Da kann es sein, dass monatelang nicht getestet wird."

Konkrete Verdächtigungen vermied der 47-Jährige aber und verwies stattdessen auf die Geschichte: Von den sechs Athleten, die bisher die 100 m unter 9,80 Sekunden liefen, sind bereits drei positiv getestet worden: Ben Johnson (Kanada) und die beiden US-Amerikaner Tim Montgomery und Justin Gatlin.

Seinen eigenen positiven Dopingtest vor den Sommerspielen 1988 in Seoul spielte Lewis, der 1999 vom Weltverband IAAF zum "Leichtathleten des Jahrhunderts" gekürt worden war, indes herunter.

Lewis selbst positiv getestet

2003 war bekannt geworden, dass Lewis bei den US-Meisterschaften 1988 auf Stimulanzien positiv getestet worden war. Das NOK der USA verschwieg den Fall jedoch und sah von einer Sperre ab, weil die Einnahme unabsichtlich erfolgt sei.

Die verbotenen Substanzen seien in Medikamenten enthalten gewesen, die es in jeder Apotheke gibt: "Das ist alles. Ich habe nichts falsch gemacht."

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