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Steffi Nerius gewann bei der Weltmeisterschaft in Berlin den Titel © getty

Die Speerwerferin versüßt sich ihren Abschied mit einem ordentlichen Preisgeld. Usain Bolt siegt und bleibt 2009 ungeschlagen.

Thessaloniki - "Goodbye" stand auf dem Stirnband, die Abschiedstränen standen in ihren Augen: 26 Tage nach dem WM-Gold von Berlin hat Steffi Nerius den Speer in die Ecke gestellt.

In Thessaloniki, wo sie 1991 mit Bronze bei der U20-EM die erste internationale Medaille gewann, beendete die 37-jährige Leverkusenerin beim Weltfinale erneut mit Platz drei (62,59 m) ihre Laufbahn. 12.000 Dollar (8300 Euro) waren ihr letzter Lohn.

Insgesamt machten elf Deutsche große Kasse mit 99.000 Dollar. 30.000 wie alle 36 Sieger des letzten Weltfinals (2010 Diamond League-Finale) kassierten auch Betty Heidler und Weltstar Usain Bolt.

Während die WM-Zweite von der LG Frankfurt mit 72,03 m ein schwaches Hammerwurf-Finale gewann, verabschiedete sich Jamaikas Sprintstern 24 Tage nach dem Berliner Fabel-Weltrekord (19,19) als 200-m-Sieger in 19,68 ungeschlagen aus der Saison.

In seiner Abwesenheit siegte der WM-Zweite Tyson Gay (USA) in 9,88 über 100 m.

"Meine Karriere war ein Traum"

"Ich habe alles gewonnen, was ich gewinnen konnte. Meine Karriere war ein Traum", sagte Steffi Nerius, die seit 2002 als erfolgreichste deutsche Leichtathletin des neuen Jahrhunderts sieben internationale Medaillen gewann.

"Aber zum Siegen war ich heute einfach zu müde", gestand die Leverkusenerin nach der Niederlage gegen Russlands WM-Dritte Maria Abakumowa (64,60) und Tschechiens Olympiasiegerin Barbora Spotakova (63,45). Vierte wurde die WM-Fünfte Christina Obergföll (Offenburg/62,14).

Rang zwei für Harting

Auch andere deutsche Leichtathleten setzten ihre Erfolgsserie der Berliner WM (Die Leichtathletik-WM in Berlin) bei dem mit 3,02 Millionen Dollar (2,08 Mio. Euro) dotierten Weltfinale fort.

Doch diesmal reichten Weltmeister Robert Harting (Berlin) im Diskusring 66,37 m nur zu Rang zwei (20.000 Dollar) hinter Litauens Olympiasieger Virgilijus Alekna (67,63).

Vierte wie Obergföll und Heidlers Klubkameradin Kathrin Klaas mit 69,50 im Hammerwurf wurde am Sonntag auch die WM-Zweite Nadine Kleinert (Magdeburg) mit 19,07 m (je 7000 Dollar).

Der WM-Dritte Ralf Bartels (Neubrandenburg/5000) wurde im Kugelstoßen Fünfter mit 20,58 m.

Eine Weltmeisterin wird nur Vierte

Auf Rang sechs landeten mit 4,40 m im Stabhochsprung die WM-Vierte Silke Spiegelburg und Weitspringer Nils Winter (beide Leverkusen/je 4000), Siebte mit der Kugel wurde die Wattenscheider Hallen-EM-Zweite Nadine Hinrichs (3000).

Russlands Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa, die bei der WM an der Anfangshöhe gescheitert war, riss diesmal erst beim Versuch, ihren Weltrekord um einen Zentimeter auf 5,07 m zu schrauben.

Nur Vierte wurde Polens Weltmeisterin Anna Rogowska mit 4,50 m.

Phillips verliert gegen einen Australier

Geschlagene Weltmeister waren neben ihr, Nerius und Harting überraschend US-Weitspringer Dwight Phillips, der mit 8,24 m gegen den Australier Fabrice Lapierre (8,33 m mit zu viel Wind) verlor.

Südafrikas 800-m-Läufer Mbualene Mulaudzi und die Kenianerin Vivian Cheruiyot über 5000 m jeweils als Dritte sowie der britische Dreispringer Phillips Idowu und Bahreins 1500m-Asse Yusuf Kamel und Maryam Yusuf Jamal wurden jeweils Vierter.

Fünfte wurde Australiens Diskuswerferin Dani Samuels.

Siege für Merritt und Rybakow

Kenenisa Bekele (Äthiopien), der eine Woche zuvor mit Issinbajewa und der Amerikanerin Sanya Richards (400 m) den eine Million Dollar schweren Golden-League-Jackpot geteilt hatte, setzte seine Siegesserie in 8:03,79 Minuten über 3000 m fort.

Weitere siegreiche Weltmeister waren vor 27.000 Zuschauern im ausverkauften Kaftanzoglio-Stadion die Amerikaner LaShawn Merritt in 44,93 Sekunden über 400 m, Kerron Clement in 48,11 über 400 m Hürden und Christian Cantwell mit starken 22,07 m im Kugelstoßen, über die Hindernisse Ezekiel Kemboi für Kenia, der Russe Jaroslaw Rybakow mit 2,34 m im Hochsprung und der Slowene Primoz Kozmus mit 79,80 m im Hammerwurf.

Vlasic reichen 2,04m zum Sieg

Bei den Frauen siegten drei Weltmeisterinnen für die USA: Brittney Reese mit 7,08 m im Weitsprung, über 200 m Allyson Felix in 22,29 gegen die zeitgleiche Sanya Richards, die über 400 m in 49, 95 dominierte.

Außerdem Brigitte Foster-Hylton in 12,58 Sekunden über 100 m und und Melaine Walker in 53,36 über 400 m Hürden für Jamaika, Kroatiens Hochsprung-Ass Blanka Vlasic mit 2,04 m und Neuseelands Olympiasiegerin Valerie Vili mit Kugel-Bestleistung von 21,07 m.

Von den Berliner Weltmeistern fehlten Stabhochspringer Steven Hooker (Australien), die umstrittene 800-Meter-Läuferin Caster Semenya (Südafrika), Hindernis-Ass Marta Dominguez (Spanien), Dreispringerin Yargelis Savigne (Kuba) sowie Hammer-Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk (Polen).

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