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Soll auch 2010 in Berlin an den Start gehen: Sprint-Superstar Usain Bolt © getty

Weil die neue Diamond League einen Bogen um Deutschland macht, wünscht sich der DLV-Chef ein Star-Meeting in der Hauptstadt.

München - Ausgerechnet im Jahr nach dem 143622Berliner WM-Erfolg startet die internationale Leichtathletik 2010 ohne das deutsche Edel-Meeting in die neue Diamond League.

Erstmals seit 17 Jahren gehört das ISTAF nicht zum Kreis der Königsklasse, die sich im neuen Format mit weltweit 14 Meetings präsentiert.

Dessen ungeachtet wollen ISTAF-Chef Gerhard Janetzky und WM-OK-Chef Clemens Prokop 2010 unabhängig voneinander ein Leichtathletik-Highlight ins Berliner Olympiastadion holen.

"Mir schwebt ein 3-Millionen-Dollar-Meeting mit den Weltstars Usain Bolt, Kenenisa Bekele und Jelena Issinbajewa vor. Die Chancen auf eine erfolgreiche Realisierung stehen derzeit höchstens bei 50: 50. Entscheidend ist, wie sich das Fernsehen dazu stellt", sagt Janetzky.

Er hatte das ISTAF zusammen mit dem heutigen Präsidenten von Hertha BSC, Werner Gegenbauer, vor dem Konkurs gerettet und über sieben Jahre veranstaltet.

"Dies nicht ohne Erfolg" sagt Janetzky.

Bestrebungen sind durch WM-Erfolg verstärkt worden

Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sagt: "Der DLV will, dass 2010 eine hochkarätige Leichtathletik-Veranstaltung im Olympiastadion stattfindet. Dies war schon Ziel vor der WM und diese Bestrebungen sind durch den WM-Erfolg noch verstärkt worden. Klar, dass so etwas nicht mit einer Million möglich sein wird."

Für beide ist klar, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen in ihren Plänen eine Schlüsselrolle einnimmt. Janetzky und Prokop haben SportA, dem Sportrechte-Vermarkter von ARD/ZDF, ihre Konzepte vorgelegt.

"Derzeit laufen noch Analysen, dann beginnen verschiedene Gespräche. Dabei berücksichtigen wir, dass die Leichtathletik durch die WM stärker ins Rampenlicht getreten ist", sagt Maike Bremer als SportA-Geschäftsführerin.

Sie betont ähnlich wie Janetzky, dass sie das neue Format der Diamond League nicht für ein optimales Konzept hält.

Viele Abklärungen nötig

In gut zwei Wochen könnte Janetzky allerdings schon aus dem Rennen sein, wenn er an seiner Deadline festhält. Der ISTAF-Macher, der ein Abendmeeting Anfang September ("während der Woche") favorisieren würde, sagt: "Ich müsste bis Ende des Monats in Sachen Fernsehen Klarheit haben."

Dies scheint laut Maike Bremer nicht machbar: "Das wäre für uns zu kurz und für Herrn Janetzky bedauerlich, wenn er an diesem Termin festhält", meint sie vor dem Hintergrund diverser Abstimmungen, die innerhalb des Fernsehens national und international anstehen.

Ähnlich glaubt auch Prokop, dass er noch deutlich länger Zeit braucht.

"Mindestes bis Ende Oktober" seien mit den vielen Partnern noch Abklärungen nötig.

Vertrauensbasis ist zerstört

Für Janetzky ist klar, dass ohne ihn kein ISTAF im Olympiastadion stattfinden könne - und schwer vorstellbar, dass dies mit Prokop möglich wäre.

Er sieht die Vertrauensbasis ziemlich zerstört, "nachdem Prokop ohne Absprache mit mir im Juni mit Plänen an die Öffentlichkeit ging, der DLV wolle künftig im Olympiastadion ein großes Meeting veranstalten".

Laut Janetzky schwebe Prokop aber auch kein Meeting im Stile des ISTAF vor.

"Vielleicht ein Vier-Länderkampf. Aber da wird es sehr schwer sein, die Stars an den Start zu kriegen, die ein Top-Meeting haben müsste", mutmaßt Janetzky.

Zehn Veranstaltungen in Europa

Die Diamond League will 2010 mit 14 Veranstaltungen starten, bei denen jeweils die Hälfte von 32 Wettbewerben (Hammerwurf ist nicht im Programm) ausgetragen wird.

Vier Veranstaltungen finden in Übersee statt (New York, Eugene/Oregon, Shanghai, Doha/Katar), zehn in Europa (Gateshead, Lausanne, London, Monte Carlo, Oslo, Paris, Rom, Stockholm) inklusive des geteilten Finals in Brüssel und Zürich.

Der Gesamtsieger wird nach einem Punktsystem ermittelt und erhält einen 4-karätigen Diamanten im Wert von 80.000 Dollar.

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