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Haile Gebrselassie gewann 1996 und 2000 Olympia-Gold über 10.000 Meter © getty

Der Äthiopier gewinnt zum vierten Mal in Folge den Berlin-Marathon. Einen neuen Weltrekord verpasst der 36-Jährige aber knapp.

Berlin - Die Gegner degradierte er mal wieder zu Statisten, doch den Kampf gegen die Uhr konnte Haile Gebrselassie nicht gewinnen:

Das Lauf-Idol aus Äthiopien siegte zum vierten Mal in Folge beim Berlin-Marathon, verpasste auf dem "schnellsten Pflaster der Welt" aber den erträumten Weltrekord-Hattrick.

In 2:06:08 Stunden blieb der 36-Jährige klar über den im Vorjahr an gleicher Stelle aufgestellten 2:03:59.

Das Frauen-Rennen entschied Atsede Habtamu Besuye in 2:24:47 für sich und machte damit einen äthiopischen Doppelsieg perfekt.

Zu viel gewollt?

"Die letzten fünf Kilometer waren sehr hart. Vielleicht habe ich zu viel gewollt", sagte Gebrselassie. "Mein Kopf war das größte Problem. Er hat mir gesagt: Dein Körper schafft das nicht."

Bei anfangs nahezu idealen äußeren Bedingungen, die sich mit steigenden Temperaturen auf bis zu 19 Grad aber fast minütlich verschlechterten, war er in einem Höllentempo angegangen und lag teilweise fast 40 Sekunden unter seinen Durchgangszeiten des Vorjahres.

Doch im letzten Viertel des Rennens standen ihm die Schmerzen des Kraftaktes ins Gesicht geschrieben.

Temperaturen machen Gebrselassie zu schaffen

So blieb Gebrselassie "nur" der im Vorbeilaufen erzielte 30-km-Weltrekord von inoffiziellen 1:27:49.

Kurz danach stieg im Kenianer Sammy Kosgei sein letzter Tempomacher aus und auch der große Favorit baute immer weiter ab. "Da wusste ich sofort: Es wird heute nichts. Die Temperaturen haben mir zu schaffen gemacht."

Aber seine Karriere sei ja noch nicht zu Ende: "Klar werde ich es wieder versuchen. Das ist heute eine Lehrstunde gewesen."

Kibet muss abreißen lassen

Der als Widersacher verpflichtete Jahres-Weltbeste Duncan Kibet aus Kenia (2:04:27) hatte schon bei Kilometer 16 abreißen lassen müssen, sodass dieses Duell früh zu Ende war.

Für den zweimaligen 10.000-m-Olympiasieger und viermaligen Weltmeister Gebrselassie war es beim elften Marathon-Start der achte Erfolg. Damit sicherte er sich 80.000 Euro Prämie.

Zudem kassierte der Lauf-König geschätzte 250.000 Euro Antrittsgage. Zweiter wurde der am Ende stark aufkommende Kenianer Francis Kiprop (2:07:04), Dritter der Äthiopier Negari Terfa (2:07:41).

Comeback von Ziesmer

Die weiteren Plätze im Frauen-Rennen hinter Besuye, belegten die Russin Silwia Skwortsowa in 2:26:23 und die Äthiopierin Daska Mamitu (2:26:38).

Ein erfolgreiches Comeback im Wettkampfsport absolvierte der nach einem schweren Trainingssturz querschnittsgelähmte Ex-Turner Ronny Ziesmer. Der Cottbuser kam mit seinem Handbike nach 2:09:22 Stunden ins Ziel und belegte damit Rang 102.

Löw und Wowereit geben Startschuss

Der Berlin-Marathon zählt neben New York, London, Chicago und Boston zu den World Marathon Majors (WMM), der Champions League der Marathonläufe.

Pünktlich um 9.00 Uhr hatten Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die 41.000 gemeldeten Läufer auf die Strecke geschickt.

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