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So war es im Vorjahr in Berlin: Haile Gebrselassie nach dem Weltrekord © getty

Der Äthiopier jagt beim Berlin-Marathon die Bestmarke, Irina Mikitenko den Millionen-Jackpot der World Marathon Majors (WMM).

Berlin - Der eine jagt den Weltrekord, die andere hat den Jackpot der World Marathon Majors (WMM) vor Augen.

Lauf-Idol Haile Gebrselassie aus Äthiopien und die Wattenscheiderin Irina Mikitenko sind am Sonntag die Stars beim sechs Millionen Euro teuren 35. Berlin-Marathon.

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw wird das Duo und 40.000 weitere Läufer um 9 Uhr auf die Strecke schicken.

Gebrselassie nimmt ein Jahr nach seinen 2:04:26 Stunden Anlauf auf den 26. Weltrekord seiner Karriere (seit Juni 1994).

2:03 Stunden sind möglich

"Ich hoffe, die Zeit ist drin", sagt der zweimalige 10.000-m-Olympiasieger mit Blick auf seine Leistung von vor einem Jahr, als er die aktuell gültige Bestmarke aufgestellt hatte: "Wenn ich wieder Weltrekord schaffe, wäre das wunderbar. Wenn nicht: auch kein Problem. Dann schaue ich auf 2009."

Er wisse, dass er eines Tages 2:03 Stunden laufen könne und nächstes Jahr hat er dazu in Berlin theoretisch gleich zwei Chancen: bei der WM im August und Ende September.

Der 35-Jährige, der von seinen bisherigen acht Marathons fünf gewann, ist zum dritten Mal in der deutschen Hauptstadt dabei

250.000 Euro Antrittsgeld

("Berlin hat die beste Strecke und unglaubliche Zuschauer"). Es geht um 50.000 Euro Siegprämie und einen Rekord-Bonus in gleicher Höhe. Gebrselassies Antrittsgage liegt bei geschätzten 250.000 Euro.

Sein schärfster Rivale ist der Kenianer Charles Kamathi, 2001 in Edmonton 10.000-m-Weltmeister, dessen Bestzeit bei 2:07:33 Stunden steht.

Mikitenko wäre die erste deutsche Siegerin seit vor 13 Jahren Lokalmatadorin Uta Pippig gewann.

Irina Mikitenko läuft gegen Olympia-Frust

Die 36-jährige Mikitenko will der Olympia-Enttäuschung davonlaufen und im Rennen um den Jackpot der WMM in Führung gehen. Acht Wochen nach dem verletzungsbedingten Verzicht auf einen Start in Peking braucht die die einstige Gold-Kandidatin dafür den zweiten Sieg im dritten Marathon ihrer Karriere.

"Ich will mit einem guten Rennen und einer guten Zeit beeindrucken", sagt die 36-Jährige: "Olympia ist abgehakt. Ich darf nicht mehr nach hinten schauen, sonst verliere ich Energie und Zeit. "

Nach der glänzenden 42,195-km-Premiere im Vorjahr in Berlin (Rang zwei), dem London-Sieg am 13. April in der deutschen Rekordzeit von 2:24:14 Stunden und dem deutschen 10-km-Rekord von vor zwei Wochen (30:57) in Karlsruhe geht "Miki" als Favoritin ins Rennen.

Halbe Millionen US-Dollar winken

Dabei ist sie im Vergleich zur äthiopischen Konkurrentin Askale Tafa Magarsa (zehn Marathons, Bestzeit 2:23:23) noch eine Anfängerin.

Mit einem Sieg in Berlin könnte Mikitenko einer halben Million US-Dollar ein bedeutendes Stück näher kommen.

In der Punktwertung der WMM, der zweijährigen Serie mit den fünf größten Läufen der Welt (neben London und Berlin noch New York, Chicago und Boston) sowie den internationalen Meisterschaften, würde sie mit der Äthiopiern Gete Wami gleichziehen.

Doch das interessiert sie vorerst noch nicht: "Erst muss ich gewinnen. Über alles andere können wir danach noch mal quatschen."

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