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Irina Mikitenko (r.) auf dem Weg zum deutschen Marathon-Rekord © getty

Gebrselassie rennt beim Berlin-Marathon einen Fabel-Weltrekord. Irina Mikitenko bleibt unter einer Schallmauer.

Berlin - Lauf-Idol Haile Gebrselassie mit einem Fabel-Weltrekord und Irina Mikitenko mit einem grandiosen deutschen Rekord auf Platz vier der ewigen Weltbestenliste haben den 35. Berlin-Marathon gewonnen.

Der Äthiopier verbesserte bei nahezu idealen Bedingungen seine eigene Bestmarke auf offiziell 2:03:59 Stunden und lief bei seinem sechsten Sieg im neunten Marathon 27 Sekunden schneller als beim Erfolg im Vorjahr an gleicher Stelle (2:04:26).

Damit sicherte sich der 35-Jährige 130.000 Euro Prämie, zudem kassierte er geschätzte 250.000 Euro Antrittsgage.

Trotz der in sein Gesicht geschriebenen Anstrengung fand Gebrselassie im Ziel sein markantes Lachen schnell wieder.

"Alles war perfekt: das Wetter, die Tempomacher, die Zuschauer. Ich hatte das Gefühl, ich laufe in einem Stadion. Berlin ist meine Glücksstadt", sagte der 35-Jährige.

Falk Cierpinski bester Deutscher

Als bester Deutscher kam Falk Cierpinski unter dem Jubel der vielen Zuschauer ins Ziel.

Durch die 2:13:30 Stunden und Platz zehn von Falk Cierpinski beim Berlin-Marathon haben er und sein Vater, der zweimalige Olympiasieger Waldemar Cierpinski, den inoffiziellen "Vater-Sohn-Weltrekord" verbessert.

Die Marke steht jetzt bei 4:23:25 (vorher 4:25:43), da Waldemars Bestleistung vom Olympia-Marathon 1976 2:09:55 beträgt. Das Duo aus Halle/Saale hält den "Weltrekord" seit dem Hamburg-Marathon Ende April.

Die Wattenscheiderin Mikitenko wurde in inoffiziellen 2:19:19 Stunden erste deutsche Berlin-Siegerin seit 13 Jahren, blieb 4:55 Minuten unter ihren 2:24:14 beim Sieg im April in London und als neunte Frau der Geschichte unter 2:20.

"Traum in Erfüllung gegangen"

"Heute ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Es gab keine Stelle, an der die Zuschauer nicht meinen Namen gerufen haben", sagte die gebürtige Kasachin, die ihrer Olympia-Enttäuschung davonlief. Sie hatte wegen eines Beckenschiefstandes, der zu Rückenproblemen führte, die in den Fuß ausstrahlten, auf Peking verzichten müssen.

"Miki", die von Anfang an schneller lief als der Plan von Trainer und Ehemann Alexander vorsah ("Er wollte mich immer bremsen") war trotz der Anstrengung nicht geschafft: "Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich tanzen gehen kann."

80.000 Euro Prämie für Mikitenko

Mikitenko kassierte 80.000 Euro Prämie und hat nun zudem die Chance, den Jackpot der World Marathon Majors (WMM) zu knacken.

Gebrselassie, zweimaliger 10.000-m-Olympiasieger und viermaliger Weltmeister, schenkte dem Berlin-Marathon den siebten Weltrekord seiner Geschichte.

Für ihn war es der 26. Weltrekord seiner Karriere, wobei nicht alle auch Anerkennung fanden. Deshalb gibt es unterschiedliche Zählweisen.

Löw gab den Startschuss

Der Berlin-Marathon ist das viertgrößte 42,195-km-Rennen der Welt und zählt neben New York, London, Chicago und Boston zu den WMM, der Champions League der Marathonläufe.

Pünktlich um 9 Uhr hatten Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die 40.000 gemeldeten Läufer auf die Strecke geschickt.

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