Vlasic in bestechender Frühform - 2,06 m
Stuttgart/Arnstadt - Als die Bühne ihr allein gehörte, setzte Blanka Vlasic zu einem Tänzchen an.
Nach übersprungenen 2,06 m beim Hochsprung-Meeting in Arnstadt drehte die Weltmeisterin aus Kroatien erst mal eine Ehrenrunde und legte dann unter dem Jubel der Zuschauer noch ein paar rhythmische Schrittfolgen aufs Parkett.
Fünf Wochen vor der Hallen-WM in Doha/Katar (12. bis 14. März) setzte Vlasic mit der beeindruckenden Jahres-Weltbestleistung ein erstes Ausrufezeichen - auch im Fernduell mit ihrer deutschen Rivalin Ariane Friedrich, die von Rückenproblemen gestoppt wurde.
Zu müde für den Weltrekord
Beinahe wäre der Goldmedaillengewinnerin von Berlin noch ein besonderer Coup geglückt, doch ihre Versuche, den Hallen-Weltrekord (2,08 m) um einen Zentimeter zu überbieten, scheiterten, einer nur äußerst knapp.
"Ich weiß, dass ich die Höhe draufhabe, aber ich bin auch mit den 2,06 m sehr zufrieden", sagte die 26-Jährige nach ihrer persönlichen Bestleistung unter dem Dach und schob die Fehlversuche über 2,09 m auf die frühe Nachmittagszeit: "Ich war schon etwas müde. Der Wettkampf dauerte ziemlich lange, und um diese Uhrzeit halte ich normalerweise Mittagsschlaf."
Friedrich angeschlagen
Ariane Friedrich hatte ihren Start wegen eines schmerzenden Rückennervs abgesagt. Vor einer Woche hatte die WM-Dritte aus Frankfurt bei ihrem Sieg in Karlsruhe noch zwei Meter übersprungen, dabei aber schon ein Zwicken gespürt.
"Ich habe die Rückenprobleme jetzt schon seit Weihnachten, hoffe aber, dass es nicht schlimmer wird. Ende Februar bei der Hallen-DM will ich wieder ran", so die frischgebackene Polizei-Kommissarin.
Kröger auf Platz vier
In Arnstadt konnte dafür die Berlinerin Meike Kröger überzeugen, die mit der persönlichen Bestleistung von 1,96 m Vierte wurde. Die Plätze zwei und drei gingen an die Russinnen Swetlana Schkolina (2,00) und Irina Gordejewa (1,96).
Bei den Männern landeten Hallen-Europameister Ivan Uchow mit dem Siegsprung über 2,35 m und Weltmeister Jaroslaw Rybakow als Zweiter (2,33) einen russischen Doppelerfolg.
Holzdeppe in WM-Form
Derweil sorgte der deutsche Stabhochsprung-Meister Alexander Straub beim Internationalen Hallen-Meeting in Stuttgart für den einzigen Heimsieg der deutschen Leichtathleten. Der 26-Jährige von der LG Filstal übersprang 5,75 m und stellte damit eine persönliche Jahres-Bestleistung auf.
Hinter dem zweitplatzierten Russen Wiktor Tschistjakow (5,70) erfüllte Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) mit 5,70 m ebenso wie Straub die DLV-Norm für Doha.
Nytra löst WM-Ticket
Das WM-Ticket löste auch die Bremerin Carolin Nytra über 60 m Hürden mit ihrer im Vorlauf erzielten Zeit von 8,01 Sekunden. Im Finale erreichte die Freundin von Weitsprung-Hallen-Europarekordler Sebastian Bayer Platz drei (8,02) hinter der Kanadierin Priscilla Lopes-Schliep (7,82/WJB) und der zweitplatzierten Amerikanerin Lolo Jones (7,97).
Nadine Hildebrand (Kornwestheim) verpasste als Fünfte in 8,08 Sekunden die WM-Norm.
Schnellste Zeit seit elf Jahren
Für das Highlight in Stuttgart sorgte Sprinterin Laverne Jones-Ferrette von den Jungferninseln, die über 60 m in 6,97 Sekunden die schnellste Zeit seit knapp elf Jahren lief.
Weitere Jahres-Weltbestleistungen erzielten Olympiasieger Dayron Robles (Kuba) in 7,48 Sekunden über 60 m Hürden, der Äthiopier Deresse Mekkonen über 1500 m (3:34,17 Minuten) und der Kenianer Eliud Kipchoge über 3000 m (7:32,99) sowie bei den Frauen die
äthiopischen Läuferinnen Gelete Burka (1500 m/4:03,44) und Meseret Defar (3000 m/8:24,46) und Stabhochspringerin Fabiana Murer (Brasilien/4,81 m).
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