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Ralf Bartels wurde 2006 Europameister in Göteborg © getty

Ralf Bartels nutzt die Geldprämie von Doha zur Begleichung von Steuerschulden. Die siegreiche Spiegelburg ist schwer im Stress.

Doha - Die Diamond League der Leichtathleten ist spektakulär in die Zukunft gestartet.

"Ein erstklassiger Auftakt. Nie zuvor gab es auf der Welt schon Mitte Mai ein Meeting mit solch hochkarätigen Leistungen", sagte Patrick Magyar, Vize-Chef der neuen 50-Millionen-Dollar-Liga, die sich nach bestandener Feuertaufe bis Ende August über 14 Stationen erstreckt.

Afrikas Läufer-Juwelen krönten den großen Abend in Doha/Katar mit fünf hochkarätigen Siegerzeiten, doch auch zwei Deutsche trumpften auf.

"Was, ich habe als Siegerin gerade 10.000 Dollar verdient?", fragte Silke Spiegelburg, die als Stabhochsprung-Siegerin (4,70 m) höher sprang als jede andere Konkurrentin im Jahr 2010.(Alle Leichtathletik-News)

Schneller Abflug zum Flughafen

Die WM-Vierte hatte aber keine Zeit, ihre egalisierte persönliche Bestmarke zumindest auf das Niveau ihres deutschen Hallenrekordes (4,75) zu heben.

"Die Anreise war nach dem ausgefallenen Flug in Düsseldorf und Polizei-Kontrolle auf der Fahrt nach Frankfurt schon chaotisch. Nun muss ich dringend zum Flughafen, in drei Stunden geht's nach Daegu", sagte die Leverkusenerin und verabschiedete sich nach wenigen Worten bereits zum Meeting in der südkoreanischen WM-Stadt 2011.

Preisgeld für die Steuerrückzahlung

Auch Ralf Bartels erhielt vor 10.000 Zuschauern in der Hauptstadt des arabischen Emirats Auftrieb für seine EM-Ambitionen.

"Ich fliege als Titelverteidiger nach Barcelona. Aber dort wird es trotz dieses unerwartet starken Saisonauftaktes schwer", sagte der WM-Dritte, der für seine starken 21,14 m als Zweiter hinter dem Jahresweltbestleistung stoßenden Amerikaner Christian Cantwell (21,82 m) 6000 Dollar einsackte.

"Die brauche ich dringend wegen der Steuerrückzahlung ans Finanzamt", verriet der 32-Jährige erfreut.

Obergföll bleibt nur Platz vier

"Für den Auftakt war das gut", sagte auch die Olympia-Dritte Christina Obergföll, der mit 64,38 m im hochkarätigen Speerwurf nur Rang vier blieb.

Tschechiens Weltrekordlerin Barbora Spotakova (67, 33) musste sich der russischen Olympia-Zweiten Maria Abakumowa beugen, die mit 68,89 ein hohes Maß für 2010 setzte.

Bestmarken aus Kenia

Doch für die wertvollsten der neun Saisonbestmarken in 15 Disziplinen sorgten vier Kenianer.

Auch Temperaturen um 30 Grad und Wind brachten Weltmeister Ezekiel Kemboi nicht davon ab, den 3000-m-Hindernis-Weltrekord zu attackieren, er scheiterte letztlich aber in 8:06,28 Minuten an den Bedingungen.

Ähnlich brillierten David Rudisha in 1:43,00 über 800 m, Elius Kipchoge in 12:51,21 über 5000 und Nancy Langat in 4:01,63 über 1500 m.

Powell ausgebremst

Die Kenianerin war die einzige aus dem Kreis von immerhin neun präsenten Peking-Olympiasiegern, die in Doha gewann.

Von zehn Berliner Weltmeistern 2009 triumphierten zumindest vier: Neben Kemboi und Cantwell 200-m-Weltmeisterin Allyson Felix (USA) in 50, 15 über 400 m und Kroatiens Hochsprung-Star Blanka Vlasic mit 1,98 m.

Asafa Powell konnte die ganz großen Hoffnungen der 10.000 Zuschauer im Katar Sports Center am Ende nicht erfüllen.

Jamaikas früherer 100-m-Weltrekordler (zuletzt 9,72) trumpfte zwar im Vorlauf mit 9,75 Sekunden auf - doch der Rückenwind (2,6 m) wehte dann auch bei den 9,81 in einem Finale mit fünf Läufern "unter 10" zu stark (2,3 m).

Bolt in Daegu am Start

Sein übermächtiger Landsmann Usain Bolt, Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler über 100, 200 und 4x100 m, wird am Mittwoch in Daegu und am Samstag bei der zweiten Diamond-Station in Shanghai den anderen enteilen.

"Wir hätten ihn gern hier gehabt, aber ein Start in Doha hat sich mit anderen Plänen überschnitten. Immerhin startet er bei 7 der 14 Diamond-Meetings", sagte Lamine Diack, der 2011 erneut als Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF kandidieren will.

In der neuen Serie werden laut Magyar inklusive Antrittsgeld 20 Millionen an die Athleten ausgeschüttet. An Preisgeldern gibt es bei jedem Meeting 450.000 Dollar. Alle Sieger erhalten 10.000, die Gesamtsieger einer Disziplin Ende August je 40.000 Dollar.

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