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67,78 Meter - Keine Frau warf den Diskus 2010 weiter als Nadine Müller © getty

Der DLV enttäuscht bei der Team-EM. Zur Halbzeit liegt Deutschland weit zurück. Zwei Damen siegen. Viele Athleten enttäuschen.

Bergen - Flop statt top: Deutschlands Leichtathleten haben den erneuten Sieg bei der Team-Europameisterschaft bereits nach dem ersten Tag verspielt.

Ein Jahr nach dem unerwarteten Triumph in Leiria/Portugal stehen sie im norwegischen Bergen vor der Pleite.

Nach Platz sieben nach 21 von 40 Wettbewerben mit 141,5 Punkten hinter Favorit Russland (209), den Briten (188) und Italienern (160,5) hofft DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen:

"Platz drei könnte noch drin sein. Aber ich hatte am ersten Tag deutlich mehr erwartet."

Müller sichert sich Sieg

In einem windigen Stadion, das für internationale Wettkämpfe denkbar ungeeignet ist, waren zwei Einzelsiege nur ein schwacher Trost.

Neben der Diskus-Weltranglistenersten Nadine Müller (Halle/Saale) und der ebenfalls siegreichen Speer-Olympiadritten Christina Obergföll (Offenburg) waren sechs Wochen vor der EM in Barcelona (27. Juli bis 1. August) nur wenige Athleten in Form.

Nadine Müller, mit 67,78 Metern Nummer eins der Welt, siegte mit 63,63 Metern und vier Metern Vorsprung gegenüber Russlands Athen-Olympiasiegerin Natalja Sadowa (59,59 m).

"Durch den Wind von vorn war es sehr schwer zu werfen. Ich hatte einfach das Glück, gleich den ersten Versuch optimal zu treffen", sagte die WM-Sechste.

Dennoch sieht sie sich nicht als EM-Favoritin für Barcelona. "Mein Ziel ist eine Medaille."

Obergföll überzeugt

Christina Obergföll konnte ihren Vorjahressieg wiederholen. Dafür reichten ihr bei starkem Gegenwind 59,88 Meter.

Die Weltranglisten-Erste und Olympiazweite Maria Abakumowa (Russland) unterlag mit 58,24 Metern.

"Keine tolle Weite, aber immerhin ein Sieg", meinte Obergföll.

Viele Enttäuschungen

Zweite Plätze gingen an Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (Leverkusen/4,65 m) und Kugelstoß-Europameister Ralf Bartels (20,61 m). Der Neubrandenburger musste sich um winzige zwei Zentimeter Polens Olympiasieger Tomasz Majewski geschlagen geben.

Einen Rückschlag musste die deutsche Mannschaft über 100 m hinnehmen. Nach einem Fehlstart wurde Martin Keller (Chemnitz) disqualifiziert und blieb ohne Punkte. Weit unter ihren Möglichkeiten blieben auch Weitspringer Christian Reif (Ludwigshafen) und Hochspringer Raul Spank (Dresden).

Der WM-Dritte kam nicht über 2,18 m und Platz zehn hinaus. Reif, mit 8,27 m Europas bester Weitspringer 2010, wurde mit 7,80 m nur Sechster.

Chambers sorgt für Highlight

Für den internationalen Höhepunkt des ersten Tages sorgte Sprinter Dwain Chambers. Mit 9,99 Sekunden knackte der Hallenweltmeister, der nach einer Dopingsperre nicht bei großen Meetings und Olympischen Spielen starten darf, als erster Europäer in diesem Jahr die 10,00-Sekunden-Marke.

In seinem Sog verbesserte sich Junioren-Weltmeister Christophe Lemaitre auf 10,02 Sekunden. (Alle Leichtathletik-News)

Frankreichs Sprintjuwel fehlen damit nur noch drei Hundertstelsekunden, um als erster hellhäutiger Läufer unter der begehrten Sprintschallmauer zu bleiben.

Deutschland gewann 2009

Die Team-EM mit den besten zwölf Mannschaften des Kontinents hat vergangenes Jahr den traditionsreichen Europacup abgelöst.

Anders als beim Europacup gibt es keine Trennung mehr zwischen Männern und Frauen. Der Sieger wird durch eine gemeinsame Punktewertung ermittelt.

Die erste Auflage hatte die Mannschaft des DLV 2009 in Leiria (Portugal) mit 326,5 Punkten vor Russland (320) und Großbritannien (303) gewonnen.

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