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Robert Harting gelang die Revanche gegen Piotr Malachowski © getty

Der DLV wendet bei der Team-EM in Bergen eine Blamage noch ab. Ein starker Auftritt der Werfer spült Deutschland nach vorne.

Köln - Deutschlands Leichtathleten haben die große Pleite bei der Team-EM im norwegischen Bergen noch abgewendet.

Nach einem blamablen siebten Platz bei Halbzeit landete der Titelverteidiger nach einer Steigerung am Schlusstag noch auf Rang drei (Alle Leichtathletik-News) .

Im rheinischen Ratingen zeichnete sich zeitgleich ab, dass Deutschlands Zehnkämpfer wohl erstmals in der Geschichte bei der EM fehlen werden.

Sieger im Nachfolge-Wettbewerb des früheren Europacups wurde Russland, das sechs Wochen vor der EM in Barcelona (27. Juli bis 1. August) fast alle seine Stars aufgeboten hatte, mit 379,5 Punkten. Es folgten Großbritannien (317), Deutschland (304,5) und Frankreich (290).

"Haben unser Ziel erreicht"

"Unser Ziel war ein Platz unter den ersten Dreien, das haben wir nach dieser Steigerung am Schlusstag geschafft", sagt Thomas Kurschilgen, der als neuer Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Bergen eine in diesem Ausmaß nicht erwartete Läuferpleite erlebte.

"Auch bei der EM in Barcelona wollen wir neben Russland und Großbritannien zu den stärksten Nationen des Kontinents zählen."

Rühmliche Ausnahme war am Schlusstag Sabrina Mockenhaupt (Köln) als 5000-m-Siegerin.

Werfer in Siegeslaune

Die Werfer demonstrierten ihre Stärke mit fünf Siegen. Am Samstag durch die Diskus-Weltranglisten-Erste Nadine Müller (Halle/63,53 m) und die Speer-Olympiadritte Christina Obergföll (Offenburg/59,88 bei böigem Wind).

Am Sonntag startete Hammer-Vizeweltmeisterin Betty Heidler (Frankfurt/73,24) in Abwesenheit der erneut verletzten Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk (Polen) die deutsche Aufholjagd.

Es folgten Siege durch Diskus-Weltmeister Robert Harting (Berlin/66,80) in der WM-Revanche gegen den Polen Piotr Malachowski und überraschend Speerwerfer Matthias de Zordo (Saarbrücken), der mit 83,80 m Norwegens Olympiasieger Andreas Thorkildsen schlug.

Läufer sorgen für Debakel

Am ersten Tag kamen in 13 Lauf-Wettbewerben nur der Berliner 1500-m-Läufer Carsten Schlangen und die 4x100-m-Staffel der Männer unter die ersten Drei, bei den Frauen gab es als Bestes nur einen fünften Rang.

Dem standen unter 12 Nationen viermal die Ränge zehn und elf gegenüber. Negativ-Höhepunkt war die Disqualifikation von Martin Keller (Chemnitz) nach Fehlstart über 100 m.

Am Schlusstag gab es sogar Rang 12 über 1500 m.

Springer mit durchwachsener Leistung

Die Springer blieben ohne Sieg: Nach Bronze bei der WM in Berlin wurde Ariane Friedrich (Frankfurt) in Abwesenheit von Kroatiens Weltmeisterin Blanka Vlasic mit 1,98 m nur Dritte, Raul Spank (Dresden) nach seiner Operation nur 2,18 m gar nur Zehnter.

Europas Ranglisten-Erster Christian Reif (Ludwigshafen) enttäuschte mit 7,80 m. Stark wie gewohnt Silke Spiegelburg (Leverkusen), Stab-Zweite mit 4,65 m.

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