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Caster Semenya wurde 2009 in Berlin Weltmeisterin über 800 Meter © getty

Schlussakt nach langem Hin und Her: Der Weltverband lässt die umstrittene Leichtathletik-Weltmeisterin Caster Semenya starten.

Monte Carlo - Die umstrittene 800-m-Weltmeisterin Caster Semenya darf nach einjähriger Leidenszeit als Frau starten.

Das entschied der Leichtathletik-Weltverband IAAF am Dienstag und beendete damit die Spekulationen über das Geschlecht der Südafrikanerin.

"Ich bin unglaublich erleichtert und begeistert, dass ich jetzt wieder laufen darf", sagte Semenya in einer ersten Reaktion. Vor allem freue sie sich darauf, dass ihr künftig nach Wettkämpfen niemand mehr Fragen nach ihrem Geschlecht stelle.

Grundlage für die Entscheidung des Weltverbandes waren mehrere medizinische Gutachten, die seit 2009 in Auftrag gegeben wurden. Dieser Prozess sei nun endgültig abgeschlossen, hieß es in dem IAAF-Statement: "Die IAAF akzeptiert das abschließende Urteil verschiedener medizinischer Experten, die jetzt zu dem Schluss gekommen sind, dass sie mit sofortiger Wirkung als Frau starten darf."

Keine Begründung

Für 19-jährige Semenya, die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale besitzen soll, standen die Startampeln bis zur Klärung am Dienstag auf Rot. Es galt ein internationales Startverbot für die Läuferin, die 2009 erst drei Monate nach der WM in Berlin als Weltmeisterin bestätigt worden war.

Was letztlich wirklich den Ausschlag dafür gegeben hat, dass Caster Semenya nun ganz offiziell als Frau auf die Laufbahn darf, wollte die IAAF nicht verraten. "Die medizinischen Einzelheiten dieses Falles sind streng vertraulich, und das bleiben sie auch weiterhin", teilte der Weltverband mit. Darüber hinaus werde es keine weiteren Auskünfte zu diesem Fall geben.

Start in Saragossa?

Semenya selbst hatte die Sperre als rechtswidrig bezeichnet. Dies wisse sie nach der Rückversicherung bei medizinischen und juristischen Instanzen. Ihrer Meinung nach gebe es keinen Grund, weshalb sie nicht bei Frauenrennen starten dürfe, hatte sie vor ihrem "Freispruch" immer wieder gesagt. Sie hatte sich in ihrer Verzweiflung offenbar sogar einer Therapie unterzogen, deren Ziel es war, ihre männlichen Hormone zu reduzieren.

Semenya hatte schon vor Wochen angekündigt, sie wolle am 24. Juli ihr Comeback im spanischen Saragossa geben. Sollte sie dort starten und die Norm erfüllen, könnte sie in das derzeit 57-köpfige Aufgebot ihres Landes für die Afrika-Meisterschaften vom 28. Juli bis 1. August in Kenias Hauptstadt Nairobi nachrücken. (Alle Leichtathletik-News)

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