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Usain Bolt hält in 9,58 Sekunden den Weltrekord über 100 Meter © getty

Der Sprint-Superstar kehrt in der Diamond League nach seiner Verletzungspause zurück. Endet in Lausanne seine Siegesserie?

Lausanne - 42 Tage lang hat er der Leichtathletik mit seinen Glanzzeiten gefehlt wie der Suppe das Salz.

Doch am Donnerstag kehrt Weltstar Usain Bolt bei der siebten Station der neuen Diamond League in Lausanne (Do., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) auf die Kunststoffpiste zurück. Die Hände von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der sich derzeit bei der Fußball-WM um das deutsche Sensationsteam sorgt, haben die Achillessehne des dreifachen Olympiasiegers, Weltmeisters und Weltrekordlers wieder fit gemacht. (Alle Leichtathletik-News)

"Die Behandlung wirkt, ich fühle mich so weit gut und bereit", sagte der 23-Jährige, der am Montagabend in Lausanne eintraf - und prompt seine Pläne änderte. Statt wie mit Spannung erwartet über 200 m gegen US-Läufer Walter Dix wird er nun über 100 m an den Start gehen.

Umweg über 100 Meter

Bolt wird noch nicht wieder auf dem hohen Level sein, das er am 1. Mai in Jamaikas Hauptstadt Kingston mit seiner 200-m-Jahres-Weltbestzeit von 19,56 Sekunden bei 0,8 m Gegenwind bewiesen hatte.

Für Lausanne war Spannung auf dieser Strecke garantiert, denn der Olympia-Dritte Dix bezwang bei den US-Meisterschafen in Eugene/Oregeon immerhin Ex-Weltmeister Tyson Gay in 19,72 um 0,03 Sekunden. Dix rannte 2010 in 19,86 und 19,89 noch zwei weitere Male unter 20 Sekunden.

Fraglich ist, ob Bolt mit dem Wechsel auf die bei weitem nicht so gut gesetzte 100-m-Distanz seine erste Niederlage in einem Einzelrennen seit dem 22. Juli 2008 verhindern möchte.

"Chance, mich zu schlagen"

Damals unterlag der Aufsteiger wenige Wochen vor Olympia in Peking in 9,89 Sekunden seinem jamaikanischen Landsmann Asafa Powell (9,88), dem früheren Weltrekordler über 100 m, in Stockholm. 2010 hat Bolt die kürzere Distanz immerhin schon in 9,86 zurückgelegt.

"In dieser Saison ist die Chance, mich zu schlagen, am größten", hatte der Jamaikaner schon Mitte Mai gesagt und sich vor seinem "Übergangsjahr 2010" etwas Schonung verordnet hatte. Doch er ließ gleichzeitig wissen: "Ich bin zwar schlagbar. Aber ich werde alles dafür tun, dass es nicht passiert." Und er versprach der sonst oft machtlosen und nun beruhigten Konkurrenz: "Meine Bestmarken über 100 und 200 m will ich 2010 auf jeden Fall nicht angreifen."

Bolts Übergangsjahr

Es wäre auch ein starkes Stück, wenn Bolt seine Fabelzeiten in einem Jahr ohne großen Medaillenwettstreit erneut verbessern würde. Seine Weltrekorde von Olympia 2008 in Peking hatte das 1,93 m lange Schnellkraftwunder bei der Berliner WM 2009 von 9,69 auf 9,58 Sekunden verbessert und über 200 m von 19,30 auf 19,19.

Bolt, klug geführt von Trainer Glen Mills, hat inzwischen auch den Organisatoren der Commonwealth-Spiele im Herbst in Neu Delhi endgültig einen Korb verpasst - und längst die nächsten Karriere-Höhepunkte vor Augen: 2011 will er bei der WM im südkoreanischen Daegu die drei Titel von Berlin verteidigen, ein Jahr später in London als erster Sprinter ein Double oder inklusive Staffel sogar ein Triple wiederholen.

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