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Hochspringerin Ariane Friedrich gewann bei der WM in Berlin die Bronze-Medaille © imago

Die Hochspringerin überquert in diesem Jahr erstmals die Zwei-Meter-Marke - und erhöht den EM-Druck auf Kroatiens Weltmeisterin.

Köln - Ariane Friedrich ist endlich wieder auf der Höhe.

Mit 2,02 m im belgischen Heusden-Zolder präsentierte sich die WM-Dritte aus Frankfurt gut zwei Wochen vor dem EM-Auftakt in Barcelona (27. Juli bis 1. August) erstmals im Leichtathletik-Sommer 2010 als echte Gefahr für Kroatiens Weltmeisterin Blanka Vlasic. (Alle Leichtathletik-News)

"Darauf haben wir die ganze Zeit gewartet. Bisher hat es im Kopf nicht gepasst. Mit dieser Höhe ist Ariane wieder dabei", sagt Günter Eisinger, Trainer und Manager der deutschen Rekordlerin (2,06).

Vlasic verliert

Denn: Beim vierten Saisonstart übersprang Friedrich erstmals seit dem WM-Bronze 2009 im Freien zwei Meter.

Gleichzeitig unterlag Vlasic (in diesem Jahr 2,03 m) in Barcelona höhengleich mit zwei Metern Chaunte Howard Lowe (USA), Weltranglisten-Erste mit 2,05 m.

Eisinger erklärte: "Blanka zeigt, dass sie Nerven hat. Auch das ist vor der EM interessant."

Hingst beste Europäerin

Eine Woche vor den deutschen Meisterschaften in Braunschweig (17./18. Juli) trat die nationale Elite nur sporadisch in Erscheinung.

Eindrucksvoll tat dies in Biberach/Baden-Württemberg Stabhochspringerin Carolin Hingst (Mainz), die nach ihrer Steigerung auf 4,72 m Nummer eins in Europa und Nummer drei in der Welt ist.

Höher sprangen 2010 nur Jennifer Suhr (USA/4,89) und Fabiana Murer (Brasilien/4,85).

Kleinert Zweite

Bei der achten Station der Diamond League im britischen Gateshead gab es dritte Plätze für die WM-Zweite Nadine Kleinert (Magdeburg) mit 19,01 m im Kugelstoßen und die WM-Vierte Silke Spiegelburg (Leverkusen) mit 4,61 m im Stabhochsprung.

Denise Hinrichs (Wattenscheid) wurde Fünfte mit 18,15 m, im Diskuswerfen verpasste Martin Wierig (Magdeburg) als Sechster mit 63,50 m die zweite EM-Normerfüllung um 50 Zentimeter.

Dafür schaffte überraschend der Hannoveraner Moritz Waldmann in Barcelona als Zehnter des 1500-m-Rennens in in 3:36,97 Minuten die EM-Norm.

Paukenschlag von Rudisha

Für einen Paukenschlag sorgte in Heusden-Zolder 800-m-Läufer David Rudisha.

Der 21 Jahre alte Kenianer lief in 1:41,52 Minuten die beste Zeit seit 1997, als Wilson Kipketer (Dänemark) in 1:41,11 den noch heute gültigen Weltrekord aufstellte.

Gleich für zwei Highlights sorgte Christophe Lemaitre in 9,98 Sekunden über 100 m bei den französischen Meisterschaften in Valence.

Erster Weißer unter 10 Sekunden

Der 20-Jährige blieb nach 71 schwarzen Sprintern als erster Weißer unter 10 Sekunden.

Der Junioren-Weltmeister ist damit vor Englands Star Dwayne Chambers EM-Favorit - auch über 200 m.

Hier ließ er am Sonntag in 20,16 ebenfalls Landesrekord und Platz eins in Europa folgen.

Stabhochspringer Renaud Lavillenie ist mit 5, 94 m jetzt sogar Nummer eins in der Welt.

Gay schlägt Powell

Noch etwas schneller als Lemaitre waren in Gateshead zwei andere. Im ersten Saisonduell stürmte Vizeweltmeister Tyson Gay (USA) auf den letzten 15 Metern noch an Ex-Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika) vorbei und gewann in 9,96 zu 9,94 Sekunden.

Beide wurden von 1,7 m Gegenwind gestoppt - genau wie die Hürden-Weltranglistenerste LoLo Jones (USA) bei ihren 12,79.

In Gateshead gab es erstmals bei einem Diamond-League-Meeting keine einzige Jahres-Weltbestmarke.

Im Diskuswerfen siegte Polens WM-Zweiter Piotr Malachowski in Abwesenheit des Berliner Weltmeisters Robert Harting mit Landesrekord von 69,83 m vor Zoltan Kovago (Ungarn/67,02 m).

Niederlagen für Favoriten

Zwei Seriensiegerinnen der letzten Jahre sind außer Tritt.

Neuseelands Kugelstoß-Olympiasiegerin Valerie Vili (20,06) unterlag zum vierten Mal in diesem Jahr der weißrussischen Olympia-Dritten Nadeschda Ostaptschuk (20,57).

Im Speerwerfen erlitt Tschechiens Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Barbora Spotakova bei ihrem vierten Start in der Diamond League mit schwachen 62,02 m ihre dritte Niederlage beim Sieg von Sunetta Viljoen (Südafrika/64,32).

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