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Nadine Müller siegte in diesem Jahr bereits beim Diamond-League-Meetig in Oslo © getty

Vor den Deutschen Meisterschaften sind nur noch wenige Plätze für die EM frei. Zwei Aufsteiger wollen ihre Form bestätigen.

München - Im Schatten der Fußball-WM sprinteten die Leichtathleten vier Wochen lang am Interesse der Öffentlichkeit vorbei ins Abseits.

"Neben Südafrika hat nur noch die Formel 1 ein bisschen interessiert, aber bei den Meisterschaften am Wochenende in Braunschweig wollen wir mit der neuen Hoffnungsträgerin Carolin Nytra zurück in die Schlagzeilen", sagt Clemens Prokop, Präsident im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Zehn Tage vor dem Auftakt der Europameisterschaften in Barcelona (27. Juli bis 1. August) haben 51 Athleten bisher die verbandsinternen Normen voll erfüllt.

Höchstens noch zehn Plätze frei

Zehn andere sind wie Siebenkampf-Vizeweltmeisterin Jennifer Oeser (Leverkusen) bereits nominiert.

Hinzu kommen neben den vier Staffeln mit rund 20 Athleten allenfalls noch zehn weitere. Bei der Nominierung am Montag werden es wohl wieder rund 80 Männer und Frauen sein, wie 2006 bei den vier EM-Titeln von Göteborg.

Hoffnungsträgerin Müller

Im Jahr eins nach der erfolgreichen Berliner WM mit neun Medaillen (2/3/4) ist Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius (Leverkusen) nicht mehr aktiv. Von den anderen Medaillengewinnern hat der WM-Dritte Raul Spank (Dresden) nach der Operation am Sprungfuß bisher die Hochsprung-Norm (2,28 m) nicht geschafft.

Von Bord ging auch die dreimalige Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg), und vieles spricht dafür, dass Nadine Müller, mit 67,78 m souverän Weltranglisten-Erste, in ihre großen Fußstapfen treten kann.

Ihre Chance auf EM-Gold scheint fast noch größer als die von Harting, der in Europa mindestens drei ähnlich starke Rivalen hat.

Bayer in der Formkrise

Die zweite Aufsteigerin der Saison ist Carolin Nytra, der mit ihren 12,57 Sekunden über 100 m Hürden eine ähnliche spektakuläre Verbesserung (zuvor 12,77) gelang wie ihrem Freund Sebastian Bayer 16 Monate zuvor mit dem Hallen-Europarekord von 8,71 m in Turin.

Die 25 Jahre alte Bremerin verfehlte in Lausanne/Schweiz die Jahres-Weltbestzeit nur um 0,02 Sekunden und gilt als EM-Favoritin für Barcelona.(Alle Leichtathletik-News)

Weitspringer Bayer steht nach Fuß-Operation und Anlaufproblemen im Schatten von Christian Reif, mit 8,27 m Europas Nummer eins.

Höhenjäger im Blickpunkt

Im Blickpunkt des Interesses stehen neben den stets medaillenverdächtigen Werfern um Europameister Ralf Bartels und die WM-Zweiten Nadine Kleinert (ebenfalls Kugel) und Betty Heidler (Hammer) erneut die Höhenjäger.

Die WM-Dritte Ariane Friedrich nach ihrer Steigerung auf 2,02 m und die Stabhochspringer mit zwei Männern und Frauen unter den fünf besten Europäern.

Sprinter im Aufwind

Halten sich die Temperaturen, könnten auch die Sprinter große Meisterschaften erleben. Hoffnung machten zuletzt die 10,14 Sekunden von Tobias Unger (München) über 100 m und die 20,38 von Sebastian Ernst (Wattenscheid) über 200 m.

Elf bereits nominiert

Elf Athleten hat der DLV bereits namentlich für die EM nominiert.

Neben Jennifer Oeser im Mehrkampf den wohl verletzt ausfallenden WM-Sechsten Pascal Behrenbruch (LG Frankfurt) sowie über 10.000 m Europameister Jan Fitschen, Christian Glatting und Sabrina Mockenhaupt (Köln).

Im Gehen sind der WM-Fünfte Andre Höhne (Berlin), Christopher Linke und Melanie Seeger (beide Potsdam) dabei, außerdem startet das Marathon-Team mit Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen), Falk Cierpinski und Tobias Sauter (beide SG Spergau).

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