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110-m-Hürdenläufer David Oliver hat die vier schnellsten Zeiten der Saison stehen © getty

Beim Diamond-League-Meeting in Paris verfehlt David Oliver den Weltrekord nur um eine Winzigkeit. Usain Bolt ärgert sich.

Paris - Amerikas neuer 110-m-Hürden-Star David Oliver stahl Usain Bolt in Paris die Show - fast sogar mit Weltrekord.

"Kein Problem, dass mir 0,02 Sekunden fehlten. Der Rekord fällt, wenn die Zeit reif ist", sagte der 23 Jahre alte US-Boy ganz entspannt. Seine Zeit, 12,89 Sekunden, machte ihn sehr zuversichtlich.

38 Minuten später war Usain Bolt sauer, weil er in 9,84 Sekunden an seiner Saisonbestmarke vorbeigelaufen war. Dafür hatte er im ersten Saisonduell mit Landsmann Asafa Powell (9,91) seine zweijährige Siegesserie über 100 m fortgesetzt.

"Ich fühlte mich nicht kraftvoll, als ich aus dem Block kam, daran muss ich arbeiten", sagte der Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler Bolt (9,59) zum zweiten Rennen nach sechs Wochen Pause wegen der Achillessehnenprobleme. (Alle Leichtathletik-News)

Auch Powell schimpft

Landsmann Powell, der Bolt vor zwei Jahren die letzte 100-m-Niederlage zugefügt hatte, schimpfte: "Es war ein schlechtes Rennen. Das kann ich viel besser. Ich bin zuversichtlich, dass ich Usain in einem der nächsten Rennen packen kann."

Nicht ganz so gut wie vom Publikum erhofft zog sich Frankreichs neuer Star Christophe Lemaitre aus der Affäre, der vor einer Woche in 9,98 als erster Weißer unter zehn Sekunden gelaufen war. In 10,09 blieb für ihn nur Rang fünf.

Dafür gewann der zweite Publikumsliebling Renaud Lavillenie mit 5,91 den Stabhochsprung, da Australiens Olympiasieger Steven Hooker an seinem 28. Geburtstag an seiner Anfangshöhe scheiterte.

Gefahr für Robles

David Oliver, ein bulliger Athlet, der nun die vier schnellsten Rennen der Saison auf dem Konto hat, ist längst eine große Gefahr für Weltrekordler Dayron Robles geworden.

Kubas Olympiasieger hatte sich möglicherweise aus taktischen Gründen kurzfristig verletzt gemeldet. Neben ihm (12,87) war nur Chinas Ex-Star Liu Xiang in 12,88 jemals schneller als Oliver.

Vlasic zweiter Saisonsieg

Neben Oliver sorgten vier andere für Jahres-Weltbestmarken. Zum Auftakt 400-m-Star Jeremy Wariner (USA) in 44,49 Sekunden. Dann Kenias Asse Brimin in 8:00,90 Minuten über 3000 m Hindernis und Vivian Cheruiyot in 14:27,43 über 5000 m. In einem ebenfalls hochklassigen 5000-m-Lauf glänzte die Russin Anna Alminowa in 3:57, 65.

Ihren zweiten und psychologisch wichtigen Saisonsieg über den neuen US-Stern Chaunte Howard-Lowe (2,00 m) feierte Kroatiens Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic (2,02).

Kein deutscher Sieg

Zum zweiten Mal nach New York kamen in der Diamond League deutsche Athleten nicht auf das Siegertreppchen. Die beiden einzigen Starterinnen landeten einen Tag vor ihrem Einsatz bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig nur auf Rang fünf.

"Ich habe in den letzten Wochen viel Krafttraining absolviert. in Barcelona wird es anders laufen", sagte Nadine Müller, Weltranglisten-Erste im Diskuswerfen (Halle/67,76), nach ihrer dritten Saisonniederlage mit 61,73 m.

Die WM-Zweite Nadine Kleinert (Magdeburg) kam nur auf 18,43 m im Kugelstoßen. Mit 20,13 m erlitt Neuseelands Olympiasiegerin Valerie Vili ihre fünfte Saisonniederlage gegen Weißrusslands Hallen-Weltmeisterin Nadeschda Ostaptschuk (20,78).

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