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Robert Harting holte sich bei der WM 2009 mit 69,43 m den WM-Titel © getty

Bei der DM zeigen die DLV-Asse EM-Form. Harting und Heidler steigern sich. Friedrich hat keinen Respekt vor Vlasic.

Braunschweig - Die deutschen Leichtathleten haben sich eineinhalb Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in Barcelona (27. Juli bis 1. August) in EM-Form präsentiert.

Im rund 80-köpfigen Team, das nach den nationalen Titelkämpfen in Braunschweig am Montag nominiert wird, stehen etwa 20 Kandidaten für ein Dutzend mögliche Medaillen.

Mit etwas Glück könnten wie 2006 in Göteborg vier davon aus Gold sein.

"Ein erfreuliches Niveau. Ich denke, dass in Barcelona mehr Edelmetall möglich ist als bei unserer erfolgreichen Berliner WM 2009 mit neun Medaillen", bilanzierte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), die Titelkämpfe vor 30.000 Zuschauern im Braunschweiger Eintracht-Stadion.

Doch in 10 bis 15 Härtefällen muss laut Sportdirektor Thomas Kurschilgen am Montag noch über EM-Nominierungen diskutiert werden.

Harting sorgt für Highlight

Für die Höhepunkte am Schlusstag sorgten Diskus-Weltmeister Robert Harting mit 68,67 m und ein hochkarätiger Frauen-Stabhochsprung mit Siegerin Silke Spiegelburg (/4, 65).

Gold-Ambitionen hatten am Vortag auch Carolin Nytra als neuer Hürden-Star in 12,71 Sekunden, die WM-Zweite Betty Heidler mit 75,82 m im Hammerwurf und ihre enorm selbstbewusste auftretende Frankfurter Teamkollegin Ariane Friedrich beim Zwei-Meter-Hochsprung deutlich gemacht.

Harting, der seine Saisonbestmarke von 68,69 m streifte, setzt wie bei der Berliner WM auf seine Wettkampfstärke im rechten Moment: "Vier können in Barcelona 70 m werfen, ein bis zwei werden es wohl schaffen. Ich hoffe, ich bin dabei."

Stabhochspringer machen Hoffnung

Im Stabhochsprung scheiterte die Mainzer Weltranglisten-Dritte Carolin Hingst an Rekord (4,60 m) und Titel.

Zusammen mit Meisterin Silke Spiegelburg (4,65) ist sie Medaillenhoffnung. (Alle Leichtathletik-News)

Ähnlich bei den Männern: Malte Mohr bewies mit 5,75 m große Konstanz auf hohem Niveau, hinter ihm feierte der Olympiaachte Raphael Holzdeppe beim Comeback mit 5,70 m das EM-Ticket mit einem Salto rückwärts.

Nytra will Medaille

Carolyn Nytra, neun Tage zuvor in Lausanne in 12,57 Sekunden auf Platz drei in der Welt gestürmt, meinte nach der zweitbesten Zeit ihrer Karriere: "Ich bin sehr glücklich, dass ich die 12,57 von Lausanne bestätigt habe. Der Lauf war nicht annähernd perfekt. Mein EM-Ziel ist: Erst Finale, an die Bestzeit ranlaufen - und eine Medaille".

In Europa konnte der 25-Jährigen bisher nur die Russin Tatjana Dektjarewa (12,68) Konkurrenz machen konnte.

Bayer enttäuscht

Ihr 2009 mit 8,41 m siegreicher Freund Sebastian Bayer sprang nach langer Verletzungspause mit 7,71 m deutlich am Weitsprungtitel vorbei. Dagegen machte der Ludwigshafener Christian Reif mit 8,18 m erneut seine Medaillenambitionen deutlich.

Ariane Friedrich, die in Europa nur Weltmeisterin Blanka Vlasic (2,03) vor sich hat, zeigt wenig Respekt vor der Kroatin: "Wer sagt denn, dass uns was trennt", meinte sie auf die Frage, was ihr Vlasic noch voraus habe.

Heidler bereit für die EM

Hammerwerferin Betty Heidler steigerte sich mit 75, 82 m auf Platz drei in der Welt.

Vor ihr liegen nur die erneut verletzte polnische Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk (78,30) und deren russische Vorgängerin Tatjana Lysenko (76,03). "Die EM kann kommen", sagt die Weltmeisterin von 2007.

Müller sieht Steigerunsbedarf

Nach ihren 63,07 m zum zweiten Diskus-Titel will Nadine Müller Weltranglistenerste mit 67,78 m, wieder auf Weitenjagd gehen. Ziel: "Mindestens zweieinhalb Meter draufpacken." :

Die Arbeit im Kraftraum steckte auch einem Kugelstoß-Duo mit Medaillenambitionen noch in den Knochen: Mit 19,12 m lag die Magdeburger WM-Zweite Nadine Kleinert vor Hallen-Europameisterin Petra Lammert (19,05).

Tags darauf unterstrich Ralf Bartels (Neubrandenburg) mit 20,54 m, dass er nach EM-Gold 2006 zumindest wieder Medaillenkandidat ist.

Aus dem Kreis der Sprinter, die über 4x100 m bei Männern und Frauen Medaillenchancen besitzen, glänzte vor allem Verena Sailer beim 100-m-Sieg in 11,23 Sekunden.

Obergföll unterliegt überraschend

Dagegen unterlag die Olympiadritte Christina Obergföll im Speer-Duell mit 63, 13 m der Leverkusenerin Katharina Molitor (64,27).

Trotz verpasster Norm (2,28 m) hat der WM-Dritte Raul Spank nach dem Siegsprung über 2,25 m nach verletzungsbedingter Zwangspause gute Chancen auf die EM-Nominierung.

Aus dem Kreis der Sprinter, die über 4x100 m bei Männern und Frauen Medaillenchancen besitzen, glänzte vor allem Verena Sailer (Mannheim) beim 100-m-Sieg in 11,23 Sekunden.

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