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Ariane Friedrich gewann bei der WM 2009 in Berlin die Bronzemedaille © imago

Ariane Friedrich spricht im Interview über eine ewige Rivalin, die anstehende EM in Barcelona und eine besondere Eigenheit.

Von Björn Seitner

München - Ariane Friedrich gegen Blanka Vlasic - das Duell, auf das bei der Europameisterschaft in Barcelona (27. Juli bis 1. August) alle Hochsprung-Fans warten.

Doch davon möchte die 26-Jährige nichts wissen, denn es sei "nicht immer nur Blanka, auch wenn man sich gerne auf dieses Duell konzentriert". Gewinnen könne jede.

Für die Drittplatzierte der Weltmeisterschaft 2009 in Berlin jedenfalls steht fest: "Das Ziel ist eine Medaille zu holen und es ist mir total egal mit welcher Höhe."

Der nächste Meilenstein für Friedrich wären 2,07 Meter, ein Zentimeter über ihrer bisherigen Bestleistung. Doch angesichts ihrer von Verletzungen geplagten Saison und "vielen Problemen mit mir und meiner Technik", wolle sie in Barcelona vor allem selbst mit sich zufrieden sein.

Die Vorfreude ist riesig

Auch wenn es schwer wird, ist die Vorfreude auf die EM bei der Halleneuropameisterin von 2009 riesig. (der DLV-Kader für die WM)

Im SPORT1-Interview spricht Ariane Friedrich über eine ewige Rivalin, ihre Form vor der Europameisterschaft, die ideale Körpergröße beim Hochsprung und eine besondere Eigenheit.

SPORT1: Frau Friedrich, Sie sind mit 1,79 Metern für eine Hochspringerin relativ klein. Ihre ewige Konkurrentin Blanka Vlasic ist um ganze 14 Zentimeter größer. Ein Nachteil für Sie?

Ariane Friedrich: Nein, denn jede Körpergröße hat ihre Vor- und Nachteile. Der Vorteil für mich ist, dass ich extrem schnellkräftig bin und so mehr Kraft entwickeln kann. Ich bin eine sehr dynamische Springerin. Blanka kann dafür eine bessere Hebelwirkung entwickeln.

SPORT1: Also eine reine Technik-Frage... (Alle Leichtathletik-News)

Friedrich: Ich würde nicht sagen, dass es eine ideale Körpergröße beim Hochsprung gibt. Vielleicht wäre 1,80 - 1,85 Meter ideal, aber ich komme mit meiner Größe sehr gut zurecht.

SPORT1: Sie gelten bei der EM in Barcelona als große Medaillenhoffnung. Bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig scheiterten Sie nur knapp an der europäischen Jahresbestleistung von 2,03 Metern. Kommen Sie gerade rechtzeitig in Form? (DLV-Quartett schürt goldene Hoffnungen)

Friedrich: Ich bin eigentlich schon seit Anfang der Saison gut in Form. Das Physische ist auf jeden Fall da, aber der Kopf hat noch nicht so ganz mitgezogen. Ich hatte sehr viele Probleme mit mir und meiner Technik. Das muss alles in Einklang sein. Aber ich bin auf einem sehr guten Weg dahin, so dass es in Barcelona klappen kann.

SPORT1: Wird es wieder auf ein Duell mit ihrer ewigen Rivalin Vlasic hinauslaufen?

Friedrich: Ich denke, es ist nicht immer nur Blanka, auch wenn man sich gerne auf dieses Duell konzentriert. Jeder der in Barcelona im Finale sein wird, ist definitiv ein Medaillen-Kandidat. Ich denke, das sieht auch Blanka so, denn es wäre nicht professionell, wenn wir beide nur uns im Auge hätten. Man darf niemanden unterschätzen. Meisterschaften haben immer ihre eigenen Regeln.

SPORT1: Letztes Jahr in Berlin kam Ihnen noch Anna Tschitscherowa dazwischen...

Friedrich: Aber auch nicht überraschend. Es gibt genug andere die um eine Medaille mitspringen können. Es kommt auch immer auf die Tagesform an.

SPORT1: Haben Sie dieses Mal einen konkreten Namen im Kopf?

Friedrich: Es haben so viele eine Chance, von der Spanierin Ruth Beitia, über die Italienerin Antonietta Di Martino, die beiden Russinnen bis hin zu Olympiasiegerin Tia Hellebaut aus Belgien. Da sind schon einige Hämmer dabei. Es wird schwer.

SPORT1: Wenn Sie nun also in Top-Form sind vor Barcelona, wann wäre denn mal der Weltrekord möglich?

Friedrich (lacht): Ich bin jemand der nicht gerne von Weltrekorden spricht. Die nächste Hürde, die ich gerne überspringen würde, wären 2,07 Meter. Darüber würde ich mich schon riesig freuen und es wäre für mich der nächste Meilenstein. Ich denke, der Weltrekord besteht nicht umsonst schon knapp 20 Jahre.

SPORT1: Dazu muss dann natürlich auch alles zusammenpassen...

Friedrich: Und ich dürfte nicht im Jahr schon dreimal verletzt gewesen sein. Aber das darf für mich gar kein Thema sein, denn das Ziel ist es, in Barcelona eine Medaille zu holen und es ist mir total egal mit welcher Höhe. Vor allem will ich aber selbst mit mir zufrieden sein. Außerdem gehe ich davon aus, dass man schon zwei, vielleicht 2,02, oder 2,03 Meter springen muss um in die Medaillenränge zu kommen.

SPORT1: Schätzen Sie denn die Bedingungen in Barcelona als gut ein? (Keine EM-Nominierung: Behrenbruch geht vor Gericht)

Friedrich: Ja. Mir ist eh vollkommen egal, welches Wetter sein wird. Und die Bedingungen sind ja auch für jeden gleich. Ich habe aber auch schon viel Gutes von der Organisation in Barcelona gehört und ich freue mich riesig auf die EM.

SPORT1: Falls es doch zum Sieg reichen sollte, gibt es dann ein Siegertattoo?

Friedrich: Ich denke, zwei Tattoos reichen. Die beiden hatten ihre Gründe und ich muss nicht zwingend neue Gründe für ein Tattoo finden.

SPORT1: Wenn man Sie springen sieht, fallen einem sofort die langen Strümpfe auf. Hat es damit etwas Besonderes auf sich?

Friedrich: Ich habe Kompressionsstrümpfe an, die mir im Wettkampf einfach helfen, die Waden und Gelenke frisch zu halten. Ich springe mit diesen Socken einfach besser, auch wenn es nicht so prickelnd aussieht.

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