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Carolin Nytra ist mit 12,57 Sekunden über 110 Meter Hürden die Schnellste Europas © imago

Die DLV-Athleten gehen mit großen Hoffnungen in die EM. Neben einem "Gold-Quartett" machen 16 weitere Hoffnung auf Edelmetall.

Barcelona - Am Dienstag beginnen in Barcelona die 20. Europameisterschaften der Leichtathleten und die deutschen Funktionäre versagen sich Prognosen, um am Ende nicht zu sehr danebenzuliegen (der DLV-Kader für die WM).

Dabei scheint alles so einfach, denn es gibt gleich zwei gute Omen: Bei der letzten EM 2006 in Göteborg holte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) vier Siege und zehn Medaillen.

Und bei Olympia 1992 in der künftigen EM-Arena am Montjuic ebenfalls (Alle Leichtathletik-News).

Keine Prognose von Prokopp

Selbst DLV-Präsident Clemens Prokop lehnt eine Prognose ab, obwohl er ein Jahr nach dem Olympia-Debakel von Peking (nur einmal Bronze) mit seinem kühnen Tipp für die WM 2009 in Berlin goldrichtig lag.

Damals folgte er ebenfalls einem Gesetz der Serie: "Bei der WM 2003 gab es drei, 2005 fünf, 2007 sieben Medaillen: Also werden es 2009 neun."

Weltmeister will den EM-Titel

Stark genug für erneut zehnmal Edelmetall scheint das 73-köpfige Team mit seinen rund 20 Medaillenaspiranten allemal. In 47 Disziplinen gibt es 14 Platzierungen von eins bis drei in der Europarangliste.

"Und unser Diskus-Weltmeister Robert Harting ist als Vierter noch nicht einmal mitgerechnet", sagt Prokop über den Berliner Hünen, der selbstbewusst sagt: "Ich will stärker sein als der Rest der Welt."

Nytra laut Papier die Nummer 1 in Europa

Nummer eins auf dem Kontinent sind Athleten, die man dort vor Monaten noch nicht erwartet hätte:

Carolin Nytra (Bremen) in 12,57 Sekunden über 100 m Hürden, die WM-Sechste Nadine Müller (Halle/Saale) mit 67,78 m im Diskuswerfen, Christian Reif (Ludwigshafen) mit 8,27 m im Weitsprung und Carolin Hingst (Mainz) mit 4,72 m im Stabhochsprung.

Gleichauf mit Frankreich ist auch die 4x100-m-Staffel der Männer in 38,50 Sekunden Erste.

Stabhochspringer mit guten Chancen

Auf dem Silberrang liegen die Frauenstaffel über 4x100 und 4x400 m sowie die Höhenjäger:

Die WM-Dritte Ariane Friedrich (Frankfurt) mit 2,02 m sowie als weitere Stabhochspringer die WM-Vierte Silke Spiegelburg (Leverkusen) mit 4,71 m, der Olympiasechste Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) und der Münchner Hallen-WM-Zweite Malte Mohr (je 5,80).

Heidler fordert von sich "mindestens" Silber

"Ich will mindestens Zweite werden", sagt Hammerwerferin Betty Heidler (Frankfurt), die 2007 WM-Gold und 2009 WM-Silber gewann.

In der Rangliste ist sie ebenso Dritte wie die Leverkusener Siebenkampf-Vize-Weltmeisterin Jennifer Oeser (6427 Punkte).

Auf dem Bronzeplatz liegt auch Sabrina Mockenhaupt (Köln) mit 31:26,55 Minuten über 10.000 m.

Bartels will Medaille

Ein halbes Dutzend weiterer Athleten platziert sich auf dem Papier nicht auf Medaillenrängen, rechnet sich aber zumindest Bronze aus. "Die Konkurrenz ist stärker als 2006, aber ich werde fighten", sagt Titelverteidiger Ralf Bartels.

Ähnlich hoffen im Kugelstoß-Ring Hallen-Europameisterin Petra Lammert (ebenfalls Neubrandenburg) und die WM-Zweite Nadine Kleinert (Magdeburg), mit dem Speer die Olympiadritte Christina Obergföll (Offenburg) und über 100 m die Mannheimerin Verena Sailer.

Maisch macht Babypause

Von den vier deutschen Göteborg-Siegern ist neben Bartels nur 10.000-m-Läufer Jan Fitschen (Wattenscheid) mit Außenseiterchancen am Start.

Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius (Leverkusen) hat die Karriere beendet, Marathonläuferin Ulrike Maisch (Rostock) erwartet ein Baby.

Russland als Nummer 1 gehandelt

Insgesamt sind in Barcelona 1368 Athleten aus 50 Nationen gemeldet.

Die meisten Siege werden von Russland erwartet, dahinter haben vor allem Großbritannien, Frankreich und das deutsche Team Chancen auf mehrere Titel.

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