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Nadine Müller eroberte im Mai mit 67,78 Metern die Spitze der Weltjahresbestenliste © imago

Diskus-Star Nadine Müller zieht locker ins EM-Finale ein. Essers Träume lösen sich in Tränen auf. Das erste Gold holt ein Russe.

Barcelona - Der neue Diskus-Stern Nadine Müller ist bei der Leichtathletik-EM am Mittwoch in Barcelona die deutsche Goldhoffnung. (der DLV-Kader für die WM)

Mit 60,54 m schaffte die 24 -jährige WM-Sechste aus Halle/Saale zum Auftakt der Titelkämpfe im Olympiastadion von 1992 gleich im ersten Versuch den Vorstoß ins Finale.

Stunden zuvor hatte der erst 19 Jahre alte Russe Stanislaw Emeljanow im 20-km-Gehen in 1:20:10 Stunden die erste von 47 EM-Goldmedaillen gewonnen, nur 16. wurde der Berliner Maik Berger in 1:25:01.

Glanc versagen die Nerven

"Es bleibt dabei. Mein Ziel ist eine Medaille", sagte Nadine Müller, die zuletzt aus dem Krafttraining heraus nur fünfte Plätze in der Diamond League belegt, dieses Jahr aber schon bei Winterwurf-Europacup und Team-EM gewonnen hatte.

Trotz der Nervenbelastung durch die Favoritenrolle gab sich die 24-Jährige ganz cool. "Ich war nicht weiter nervös, habe das ganz locker mit eineinhalb Drehungen geschafft. Die Hitze hat mir nichts ausgemacht", sagte Nadine Müller.

Ihre polnische Rivalin Zaneta Glanc (55,50) scheiterte dagegen an ihren Nerven.

Esser in Tränen aufgelöst

Die deutsche Favoritin ging nach dem Finalvorstoß schnurstracks zum Krafttraining und will am Mittwoch "nur noch Lockerungsübungen" absolvieren.

Während alle drei Kugelstoßerinnen das Finale am Dienstagabend erreichten, verzeichnete das 73-köpfige deutsche Team zum Auftakt bereits drei Ausfälle in den Vorkämpfen.

So scheiterte im Hammerwurf der in Tränen aufgelöste WM-Sechste Markus Esser (Leverkusen) mit schwachen 71,89 m als 19. der Qualifikation.

Auch Rumpf im Diskusfinale

Im Weitsprung blieben Nadja Käther (Hamburg) mit 6,61 m als 14. und Bianca Kappler (Rehlingen) als WM-Fünfte von 2007 mit schwachen 6,50 m als 19. auf der Strecke. Ihr fehlten zwei Zentimeter am Finale.

"Ich musste schon zwei Interviews abbrechen, weil ich angefangen habe zu heulen. Fragt mich später nochmal", bat der geschockte Markus Esser, der eine Saisonbestleistung vom 78,87 m hat und mit 74,16 m noch weitergekommen wäre.

Wie Nadine Müller steht am Mittwoch auch die deutsche Vizemeisterin Sabine Rumpf (Goldener Grund/Selters) als Achte in Runde eins mit 58,41 m im Diskusfinale.

"Noch nicht das letzte Hemd"

Das Halbfinale am Mittwoch erreichte über 400 m Hürden Fabienne Kohlmann (Karlstadt-Gambach). Als Zweitbeste aller Vorläufe in 55,69 Sekunden lief sie persönliche Bestzeit und deutsche Jahresbestleistung. Kohlmann: "Das war aber heute noch nicht das letzte Hemd."

Das deutsche Kugelstoß-Trio hatte wenig Mühe. Jeweils im ersten Versuch der Qualifikation schafften die WM-Zweite Nadine Kleinert (Magdeburg) mit 18,98 m, Hallen-Europameisterin Petra Lammert (Neubrandenburg) mit 18,48 und die Hallen-EM-Zweite Denise Hinrichs (Wattenscheid) mit 17,72 m die Qualifikationsweite von 17,50 m.

Im Finale gelten Kleinert und Lammert, die in Runde eins weiter stießen als Weißrusslands Favoritinnen Natalja Michnewitsch (18,46) und Nadeschda Ostaptschuk (18,44), als Bronzekandidatinnen.

Berger mit Trauerflor

Im 20-km-Gehen siegte Junioren-Weltrekordler Emeljanow bei Temperaturen von über 30 Grad in 1:20:10 Stunden vor Italiens 50-km-Olympiasieger Alex Schwazer (1:20:38) und dem Portugiesen Joao Vieira (1:23:48). (Alle Leichtathletik-News)

Maik Berger verfehlte sein persönliches Ziel um sechs Ränge.

"Ich wollte ein positives Zeichen setzen. Das ist mir leider nicht ganz gelungen", sagte der 31-Jährige, der mit Trauerflor startete, weil sein Geherkollege Marcus Hackbusch bei einem Autounfall ums Leben kam.

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