vergrößernverkleinern
Silke Spiegelburg wurde bei der WM 2009 in Berlin Vierte © getty

In Abwesenheit der Überfliegerin rechnen sich die deutschen Stabhochspringerinnen bei der EM gute Chancen auf Edelmetall aus.

Barcelona - Beim Medaillen-Poker der Stabhochspringerinnen hat der Deutsche Leichtathletik-Verband zwei Asse im Spiel.

Nach einer souveränen Qualifikation am Mittwoch greifen die Leverkusener WM-Vierte Silke Spiegelburg und die Mainzerin Carolin Hingst als Führende der Europa-Rangliste bei der EM in Barcelona nach Edelmetall.

In Abwesenheit der russischen Überfliegerin Jelena Issinbajewa ist sogar der Titel drin.

"Anders als sonst ist die Goldmedaille diesmal nicht schon vorweg vergeben. Die Besten sind derzeit alle auf einem Niveau, das ist ein zusätzlicher Ansporn", sagt Silke Spiegelburg.

Gleichauf mit der Weltmeisterin

Mit ihrer Ende Juni gesprungenen Bestleistung von 4,71 m liegt die deutsche Hallenrekordlerin in dieser Saison gleichauf mit Weltmeisterin Anna Rogowska (Polen), die in Barcelona überraschend nicht antrat, und Ex-Weltmeisterin Swetlana Feofanowa (Russland).

"Das wird eine enge Kiste, da wird am Ende auch etwas gepokert", glaubt die 24-Jährige.

Hingst ohne Freiluft-Medaille

Sogar noch einen Zentimeter höher als Spiegelburg sprang vor knapp drei Wochen Carolin Hingst. Ebenso wie ihre Teamkollegin fehlt der 29 Jahre alten Olympia-Sechsten von Peking noch eine Medaille bei einem Freiluft-Großereignis.

Als dritte DLV-Starterin geht am Freitag die Ludwigshafenerin Lisa Ryzih als Außenseiterin in den Wettkampf (Übersicht: der DLV-Kader für die WM).

Issinbajewa mit vorzeitigem Saisonende

Weltrekordhalterin Issinbajewa hatte die EM-Saison nach ihren Enttäuschungen bei der WM in Berlin, wo sie ohne gültigen Versuch geblieben war, und ihrem vierten Platz bei der Hallen-WM im März frühzeitig beendet.

"In den letzten Jahren ging es ja immer nur um die Ränge hinter ihr. Jetzt rechnen sich auch andere etwas aus", sagt Spiegelburg.

Yoga gegen die Nervosität

Doch allzu sehr will sich die fünfmalige dDeutsche Meisterin gar nicht mit der Konkurrenz beschäftigen: "Ich bin bei Wettkämpfen eher in mich gekehrt und sehr konzentriert." Dabei helfen ihr Yoga-Übungen, die sie besonders vor wichtigen Springen im Hotel absolviert.

"Eine halbe Stunde Yoga vor einem Wettkampf sorgt dafür, dass sich meine Nervosität in Grenzen hält", sagt Spiegelburg. Und wenn die nötige Ruhe erst einmal da ist, kann der Poker beginnen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel