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Ariane Friedrich holte bei der WM 2009 Bronze hinter Vlasic und Tschitscherowa © getty

Das deutsche Hochsprung-Ass hofft auf eine EM-Medialle, kämpft aber mit Technik-Problemen. Die Konkurrenz ist beachtlich.

Barcelona - Für einen Moment kommt bei Ariane Friedrich das einstige Party- und Glamourgirl durch. "Coole Location", entfährt es der Top-Hochspringerin, als sie auf der Terrasse des deutschen EM-Klubs die traumhafte Aussicht über Barcelona genießt.

Im Restaurant El Xalet, wo sonst schon mal Barca-Star Lionel Messi und Co. vorbeischauen, sind die Verlockungen des süßen Lebens groß - doch für "Dolce Vita" hat Friedrich dieser Tage keine Zeit. 268483(DIASHOW: Die Hingucker der EM)

Bis zum Showdown der besten Hochspringerinnen am Sonntag will die WM-Dritte von Berlin noch an sich arbeiten.

Bei der Qualifikation am Freitag schonte Friedrich Kräfte und zog nach nur zwei Sprüngen mit der geforderten Höhe von 1,92 m ins Finale ein.

Fast wie bei der WM

"Meine Technik ist längst nicht so stabil wie 2009. Ich versuche täglich, etwas zu verbessern", sagt Deutschlands Überfliegerin der letzten Jahre.

Drei Verletzungen haben sie in dieser Saison zurückgeworfen. Erst kurz vor der EM kam Friedrich mit Resultaten von 2,00 m und 2,02 m richtig in Schwung.

Vor dem Finale sagt die 26 Jahre alte Polizeikommissarin aus Frankfurt/Main: "Bei uns ist die Creme de la Creme am Start. Das unterscheidet sich kaum von einer WM-Konkurrenz."

Hellebaut kommt allmählich auf

Abgesehen von der Jahres-Weltbesten Chaunte Howard Lowe aus den USA kommen alle 2,00-m-Springerinnen dieser Saison aus Europa - allen voran die kroatische Weltmeisterin Blanka Vlasic (2,03).

Auch Belgiens Olympiasiegerin Tia Hellebaut (1,95) findet nach ihrer Babypause langsam wieder zu alter Stärke.

"Es kann gut passieren, dass man mit zwei Metern nur Vierte oder Fünfte wird. Und das wäre doof", sagt Friedrich. (der DLV-Kader für die WM).

Nur dosierte Belastungen

2,02 m oder mehr müsse man für eine Medaille wohl springen, meint die deutsche Rekordhalterin (2,06), die sich dennoch zuversichtlich gibt: "Ich weiß, was ich drauf habe. Aber es muss alles passen."

Ihr Coach Günter Eisinger spricht von "vier Wochen, die Ariane in der Vorbereitung gegenüber der Konkurrenz fehlen". Auch wenn sie sich laut Trainer "physisch in Bombenform" befindet, verträgt der fragile Körper der 1,79 m großen und 57 kg leichten Athletin im Training nur begrenzt die Belastungen des Hochsprungs.

Im entscheidenden Moment da sein

Eisinger, der seinem Schützling das Partyleben in den vergangenen Jahren gänzlich abgewöhnt hat, sagt: "Richtige Sprünge über die Latte macht sie nur im Wettkampf."

Mit einem kleinen Unsicherheitsfaktor muss Friedrich daher leben. Deshalb will sie vom üblichen Pokerspiel der Sprung-Asse nichts wissen.

"Wir müssen einfach sehen, wie es läuft, und dann entscheiden, was zu tun ist", sagt die Hallen-Europameisterin. Und im entscheidenden Moment will sie da sein.

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