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Malte Mohr schraubte seine Bestleistung beim Hallen-Meeting in Leipzig im Februar auf 5,83 m © getty

Stabhochspringer Malte Mohr scheitert kläglich. Zwei Teamkollegen sind weiter. Dreispringerin Demut legt eine Nullnummer hin.

Barcelona - Die deutsche Pleitenserie hat bei der EM in Barcelona auch Stabhochspringer Malte Mohr erwischt.

Der Münchner, der sich am Samstag Gold zum Ziel gesetzt hatte, scheiterte mit mageren 5,50 m in der Qualifikation.

Es war bereits der zehnte Erstrundenausfall im 73-köpfigen Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), in dem auch die Medaillenhoffnungen im Kugelstoßen und Diskuswerfen der Frauen geplatzt waren.

"Das hatte ich mir anders vorgestellt. Ich habe beim letzten Versuch auf einen härteren Stab gewechselt, aber dann hat mich eine Bö erwischt und ich habe falsch eingestochen. Ich hake das ab. Ein Favorit fliegt immer raus, so ist das oft", meinte der 24-Jährige.

DLV klagt über "Medienpessimismus"

"Ich kann den aufkommenden Medienpessimismus nicht teilen. Echte Enttäuschungen waren bisher nur der achte Platz von Nadine Müller im Diskuswerfen und das Scheitern von Markus Esser in der Hammerwurf-Qualifikation", sagte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen.

Er versicherte: "Die Stimmung der Athleten ist gut. Unsere Medaillenhoffnungen werden noch stechen."

Laut Kurschilgen gibt es "nach zwei Wettkampftagen keinen Grund, von unserem Kurs abzuweichen. Die Probleme kann ich nicht sehen." Was künftig zu verbessern sei, werde bei der Trainerklausur Ende August auf den Tisch kommen.

Nullnummer von Katja Demut

Erfolgreicher als Mohr waren zwei andere: Raphael Holzdeppe (Zweibrücken), der mit ihm zusammen an Position zwei der Europarangliste steht (5,80 m), schaffte ebenso wie Mohrs Klubkamerad Fabian Schulze (jeweils 5,65 m) den Finaleinzug.

Auf der Strecke blieben am Donnerstagmorgen auch Dreispringerin Katja Demut (Jena) mit drei ungültigen Versuchen in der Qualifikation sowie Daniel Schnelting (Rhede), der im 200-m-Vorlauf als Vierter in schwachen 20,98 Sekunden scheiterte. 268483(DIASHOW: Die Hingucker der EM)

Weiter kam dagegen Sebastian Ernst (Wattenscheid), der als Dritter in 20,72 das Halbfinale am Abend erreichte.

Kasjanow kapituliert vor Schmerzen

Außerdem schafften beide Hürdensprinter den Einzug ins Halbfinale am Freitag.

Der deutsche Meister Martin Bühler (Offenburg) wurde Vorlauf-Vierter in 13,62 Sekunden, der bei den deutschen Meisterschaften als Favorit gestürzte Alexander John (Leipzig) kam ebenfalls als Vierter seines Laufes in 13,61 weiter. (der DLV-Kader für die WM).

Im Zehnkampf, der erstmals in der Geschichte ohne deutsche Teilnehmer stattfindet, konnte der Ukrainer Alexej Kasjanow als Halbzeit-Führender zum Hürdenlauf nicht mehr angetreten. Der 24 Jahre alte Europa-Ranglistenerste hatte nach seinen 4409 Punkten am ersten Tag über muskuläre Probleme im Oberschenkel geklagt.

Lemaitre im Blickpunkt

Im Blickpunkt stand 14 Stunden nach seinem 100-m-Triumph Christophe Lemaitre. Er strebt bereits einem zweiten Titel entgegen.

Frankreichs neuer Sprintstar gewann den 200-m-Vorlauf kraftsparend in 20,64 Sekunden. Schnellster aus vier Vorläufen war der Norweger Jaysuma Saidy in 20,60.

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