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Große Edelmetall-Hoffnung über die 100 m Hürden: Carolin Nytra © getty

Der DLV geht topmotiviert die letzten beiden Tage von Barcelona: Auch eine Hürdenläuferin plant den ganz großen Coup.

Barcelona - Neun Chancen und sieben Trümpfe für ein goldenes Finale:

Am Samstag wittert Carolin Nytra bei der Leichtathletik-EM in Barcelona ihre Goldchance im Hürdensprint, am Sonntag planen drei andere den ganz großen Coup. (der DLV-Kader für die WM)

"Die Rivalen schlagen, ist mir wichtiger als EM-Gold", sagt Diskus-Weltmeister Robert Harting. Und Ariane Friedrich fragt vor dem Hochsprung-Duell mit Kroatiens Weltmeisterin: "Wer sagt denn, dass Blanka Vlasic besser ist als ich?"

Im Weitsprung will Europas Nummer eins Christian Reif seine "Reifeprüfung" bestehen.

Pleiten-Auftakt vergessen

Vergessen ist der Pleiten-Auftakt mit zwei medaillenlosen Tagen und dem Crash von Diskus-Ass Nadine Müller als traurigem Höhepunkt:

Nach dem goldenen Befreiungsschlag durch Europas neue Sprintkönigin Verena Sailer, Speer-Überraschung Linda Stahl, Hammerwurf-Ass Betty Heidler stehen sieben Medaillen in der Bilanz.

Und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will vor dem Final-Wochenende genau dort anknüpfen:

Ziel: Besser als bei der WM

"Die neun WM-Medaillen von Berlin 2009 werden wir sicherlich mit einer zweistelligen Zahl an Edelmetall übertreffen", sagt DLV-Präsident Clemens Prokop. 268483(DIASHOW: Die Hingucker der EM)

Damit könnte sein Team mindestens so erfolgreich sein wie bei der EM 2006 in Göteborg (4-4-2) oder Olympia 1992 mit ebenfalls vier Siegen und zehn Medaillen in der gleichen Arena.

Prokop und den Cheftrainern Rüdiger Harksen (Lauf) und Herbert Czingon (Sprung/Wurf/Mehrkampf) war bereits am dritten EM-Tag ein Stein vom Herzen gefallen, als die anfängliche EM-Pleitenserie endlich endete. 268994(Die Bilder)

Sailer und Stahl brechen Bann

"Die Siege von Verena Sailer und Linda Stahl waren extrem wichtig. Es gab in der öffentlichen Meinung schon den Trend, dass man dem Erfolg hinterherläuft", so Prokop.

Auch Sportdirektor Thomas Kurschilgen sah sich bestätigt in seinen Worten, die er vor dem Doppel-Gold vom Donnerstag sagte:

"Ich kann den aufkommenden Pessimismus nicht teilen. Echte Enttäuschungen waren bisher nur der achte Platz von Nadine Müller im Diskuswerfen und das Scheitern von Markus Esser in der Hammerwurf-Qualifikation."

Oeser im Weitsprung-Fokus

In den Entscheidungen des EM-Finals hat das 73-köpfige Team des DLV noch in mehr als einem halben Dutzend Disziplinen Chancen auf Edelmetall.

Neben Nytra haben am Samstag vor allem diese drei Medaillen im Visier:

Im Stabhochsprung der Olympia-Achte Raphael Holzdeppe (Zweibrücken), 2010 mit 5,80 m Europas Nummer zwei; im Siebenkampf die WM-Zweite Jennifer Oeser (Leverkusen) hinter der starken britischen Weltmeisterin Jessica Ennis.

Dazu kommt im Kugelstoßen der schon oft über sich hinausgewachsene Neubrandenburger Titelverteidiger Ralf Bartels.

Deutsche Staffeln hoffen aufs Podest

Neben Harting, Friedrich und Reif wollen am Sonntag auch die deutschen Staffeln aufs Podest.

Die deutsche 4x400-m-Staffel der Frauen erreichte das Finale: Janin Lindenberg (Magdeburg), Esther Cremer (Wattenscheid), Jill Richards (Berlin) und Claudia Hoffmann (Potsdam) wurden in ihrem Vorlauf in 3:29,67 Minuten Zweite hinter Italien (3:27,95).

Auch die deutschen Männer waren zuvor als Vorlaufzweite in den Endlauf gekommen.

Favorit mit Frankreich

Die männliche 4x100-m-Staffel wiederum ist auf dem Papier in 38,50 Sekunden zusammen mit Frankreichs Quartett um 100-m-Europameister Christophe Lemaitre die Nummer eins des Kontinents.

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