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Fassungslos nach dem verpatzen Wechsel mit Anne Möllinger: Verena Sailer © imago

Ein Wechselfehler kostet die deutsche Frauen-Staffel den EM-Coup. Auch Sprint-Oma Ottey hadert, Harting liegt auf Kurs.

Barcelona - Tränen statt Gold:

Ein Wechselfehler zwischen Anne Möllinger und 100-m-Europameisterin Verena Sailer (beide Mannheim) hat Deutschlands Leichtathleten zum Auftakt des fünften EM-Tages von Barcelona um eine weitere Goldchance gebracht.

Möllinger kam im 4x100-m-Vorlauf beim zweiten Versuch, den Stab zu übergeben, zu Fall und Sailer lief ins Leere. (der DLV-Kader für die WM)

Auch Startläuferin Yasmin Kwadwo (Wattenscheid) und Marion Wagner (Mainz) waren nach dem Malheur in Tränen aufgelöst.

"Anne nicht die alleinige Schuld geben"

"Ich habe den Stab leicht gespürt, aber an der Außenkante der Hand, nicht in der Hand. Es wäre total falsch, Anne jetzt die alleinige Schuld zu geben. Wenn, dann sind wir beide schuld", meinte Verena Sailer, die in der Vereinsstaffel als eingespielte Duo zusammen mit Möllinger an der gleichen Position läuft.

Sailer, die das 100-m-Finale in 11,10 Sekunden gewann, hatte bereits im EM-Finale 2006 in Göteborg zusammen mit Kathleen Tschirch einen zur Disqualifikation führenden Wechselfehler produziert.

Möllinger fassungslos

Anne Möllinger, die an Position drei hinter Yasmin Kwadwo und Marion Wagner lief, meinte: "Ich bin ins Stolpern gekommen, weiß auch nicht, wie das passiert ist."

Auf der Strecke blieb auch ein früherer Weltstar. Merlene Ottey scheiterte mit Sloweniens 4x100-m-Quartett als Vorlaufsiebter in 44,30. Mit 50 Jahren ist die gebürtige Jamaikanerin die älteste EM-Teilnehmerin aller Zeiten.

Sie hatte ihren Ü50-Weltrekord über 100 m als nationale Vizemeisterin dieses Jahr auf 11,67 verbessert. Die zweimalige 200-m-Weltmeisterin gewann in ihrer Karriere 29 Medaillen bei Olympia (9), WM (14) und Hallen-WM (6).

Staffeln erreichen das Finale

Dagegen erreichten die Männer über 4x100-m in 38,75 Sekunden als Schnellste der beiden Vorläufe das Finale und auch beide 4x400-m-Staffeln jeweils als Vorlaufzweite.

Auch Diskus-Weltmeister Robert Harting (Berlin) mit starken 66,93 m und die drei anderen deutschen Staffeln schafften derweil den Einzug in die Finals am Sonntag. 268483(DIASHOW: Die Hingucker der EM)

Harting hätten auch seine 63,17 m vom ersten Versuch zum Weiterkommen gereicht. Doch der Berliner legte im zweiten Durchgang mit 66,93 m nach und erzielte damit die größte Weite aller vor Estlands Olympiasieger Gerd Kanter (65,43).

Auch Harting auf Kurs

"Ich bin in der Kürze der Zeit heute morgen noch nicht richtig warm geworden, deshalb lief es anfangs ein wenig ruppig", meinte Harting. "Mit dem zweiten Wurf bin ich zufrieden. Damit kann ich beruhigt ins Finale gehen."

Weiter kam auch Martin Wierig (Magdeburg) als Neunter mit 62, 57 m. Dagegen scheiterte Markus Münch (Wedel/Pinneberg) als 24. mit schwachen 58,81 m.

Harting verlor auch einen seiner drei Rivalen um Gold: Der Ungar Zoltan Kövago schied mit 59,04 m aus. (SERVICE: der Zeitplan der EM)

Litauischer Marathon-Sieg

Die Litauerin Zivile Balciunaite wurde als Marathonsiegerin Nachfolgerin von Ulrike Maisch.

Ebenso wie die lange verletzte und nun schwangere Rostockerin waren keine deutschen Läuferinnen und auch keine europäischen Stars am Start.

Silber gewann die Russin Naila Julamanowa in 2:32:15, Bronze in 2:32:48 die Italienerin Anna Incerti.

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