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Matthias de Zordo schraubte beim Pfingstsportfest in Rehlingen seine Bestweite auf 83,09 m © getty

Matthias de Zordo verteidigt die Männer-Ehre und pulverisiert seine Bestleistung. Er wähnt sich sogar als Weltrekordhalter.

Barcelona - Die Sticheleien der Speer-Frauen zeigten bei Matthias de Zordo Wirkung.

Angestachelt von Europameisterin Linda Stahl und der EM-Zweiten Christina Obergföll wuchs der 22-Jährige beim Debüt auf der großen Leichtathletik-Bühne über sich hinaus und führte das "starke" Geschlecht erstmals seit Jahren wieder aus dem Schatten der erfolgsverwöhnten Disziplin-Kolleginnen. 268483(DIASHOW: Die Hingucker der EM)

Am Ende seiner Wurf-Gala in Barcelona stand nicht nur die Silbermedaille, sondern der Vorstoß in die Weltelite.

Nun Vierter der ewigen DLV-Bestenliste

"Die Mädels haben nach ihren Medaillen schon ein paar Sprüche gemacht. Da stand auch bisschen die Männer-Ehre auf dem Spiel", sagte de Zordo.

Mit der persönlichen Bestleistung von 87,81 m war seine Antwort mehr als deutlich.

Zweiter bei der EM, Rang drei in der diesjährigen Weltrangliste und der vierte Platz in der ewigen DLV-Bestenliste ließen keine Zweifel mehr am Potenzial der neuen deutschen Speerwurf-Hoffnung.

"Was ist denn jetzt los?"

Knapp dreieinhalb Meter kürzer war de Zordos weitester Wurf (84,38) vor seiner Leistungsexplosion am Samstagabend.

"Ich habe mich vorher gar nicht so toll gefühlt. Und dann flog der Speer im ersten Versuch, dass ich dachte: Was ist denn jetzt los?"

Mit drei Würfen über 86 m bewies der Wahl-Saarbrücker, dessen Großvater einst aus Italien nach Deutschland einwanderte, dass sein Hausrekord kein Ausrutscher war.

Weltrekord für Linkshänder?

Auch Seriensieger Andreas Thorkildsen aus Norwegen, der fünf der letzten sieben Titel bei internationalen Großereignissen gewann, zeigte sich vom jungen Deutschen beeindruckt.

"Er ist nach jedem Wurf zu mir gekommen und hat mir gratuliert", sagte de Zordo.

Anschließend erfuhr er, dass ihm sogar noch eine ganz besondere Leistung gelungen war: "Man hat mir gesagt, dass ich jetzt den Weltrekord für Linkshänder innehabe. Das wusste ich gar nicht."

Wettgewinn: ein Kasten Bier

Den Rekord für Mützenträger hält dagegen weiter sein Coach Boris Henry. Mit 90,44 m liegt der frühere WM- und EM-Dritte, dessen Markenzeichen die umgedrehte Baseball-Cap war, noch ein Stück vor seinem Schützling. (SERVICE: der Zeitplan der EM)

Der warf bislang ebenfalls meist mit Kappe, in Barcelona allerdings nicht. "Ich hatte eine Wette laufen, dass ich auch ohne meine Glückskappe weit werfen kann."

Den Preis - ein Kasten Bier - hat sich de Zordo wahrlich verdient.

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