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Christophe Lemaitre (2. v. r) unterbot am 9. Juli als erster Weißer die 10-Sekunden-Marke über 100 Meter © getty

Der Franzose schreibt mit seinem Dreifach-Triumph in Barcelona EM-Geschichte. Die deutsche Staffel gewinnt Bronze.

Barcelona - Mit seinem historischen Triple wurde Christoph Lemaitre am Schlusstag der Leichtathletik-EM von Barcelona endgültig zum "Usain Bolt der Europäer".

In 38,11 Sekunden stürmte der erst 20 Jahre alte Franzose am Sonntag zum siebten Gold für Frankreichs Team durchs Ziel 268483(DIASHOW: Die Hingucker der EM).

Der Mann aus Aix-les-Bains ist der erste Europäer seit der EM-Premiere 1934, der bei einer EM Gold über 100, 200 und 4x100 m gewann. "Er ist ein Großer" hat Sprint-Legende Armin Hary schon nach seinem 100-m-Sieg gesagt.

Bronze für deutsche Staffel

"Irgendwie ist er ein Phänomen. Aber ich freue mich in erster Linie darüber, dass wir es endlich gepackt und eine Medaille gewonnen haben", meinte Tobias Unger.

Der Deutsche Sprinter gewann zusammen mit Marius Broening, Alexander Kosenkow und Martin Keller in deutscher Saisonbestzeit von 38,44 noch hinter Italien (38,17) Bronze.

Mitfavorit Großbritannien war im Vorlauf durch einen Wechselfehler ausgeschieden.

Faxen mit dem Strohhut

Lemaitre, der bei der 100-m-Pressekonferenz ständig Faxen mit seinem Strohhut machte, den ihm ein Fan bei der Ehrenrunde zugeworfen hatte, gibt wie Jamaikas Weltstar Bolt gern den Clown.

Nicht nur, dass Lemaitre nun in Europa die Titel hat, die der Weltrekordler bei Olympia und der WM gewann - auch er ist wie der Mann aus der Karibik ein Typ, der sehr relaxt wirken und im nächsten Augenblick voll auf Attacke umschalten kann (SERVICE: der Zeitplan der EM).

Feiern mit der Staffel

46 Stunden nach seinem 100-m-Triumph in 10,11 Sekunden hatte Europas erster weißer Sprinter unter 10 Sekunden (9,98) in 20,37 Sekunden Gold Nummer zwei gewonnen.

Auch nach diesem Titel ließ er wissen: "Ich feiere erst, wenn ich das dritte Gold in der Tasche habe." Am Sonntag kündigte er an: "Nachher ist der Teufel los. Mit der Staffel zu feiern, ist der größte Spaß."

Studium als Ausgleich

Usain Bolt kennt er nur von der Bahn. "Mein Ziel ist nicht, ihn zu erreichen, das wäre natürlich trotzdem großartig. Ich will mich auf mich konzentrieren", sagt Lemaitre.

Als Student der Elektrotechnik betont er: "Dieser Ausgleich ist für mich sehr wichtig. Ich werde das Studium fortsetzen, auch wenn ich lieber auf der Bahn bin."

9,92 Sekunden als Ziel

Dort sieht er schon bald Steigerungsmöglichkeiten: "Ich denke an eine Zeit von etwa 9,92", sagt Lemaitre, der auch einen Fan in Ex-Weltrekordler Armin Hary hat:

"Lemaitre läuft herrlich entspannt. Er stützt meine These, dass es nicht die Sache der Gene ist, dass die Schwarzen im Sprint dominieren. Sie sind nur hungriger als wir. Grundsätzlich haben Weiße die gleiche Chance."

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