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Christian Reif wurde 2010 Deutscher Meister im Weitsprung © imago

Der Weitspringer beschert dem DLV am letzten Wettkampftag der Europameisterschaft in Barcelona die vierte Goldmedaille.

Barcelona - Finale furioso bei der Leichtathletik-EM in Barcelona: Mit dem Aus vor Augen sprang Christian Reif mit der Jahres-Weltbestleistung von 8,47 m auf den Weitsprung-Thron.

Für Robert Harting endete der goldene Traum im Diskusring mit Silber und für Ariane Friedrich im Hochsprung mit Bronze 268483(DIASHOW: Die Hingucker der EM).

Die gleiche Medaille gewann das 4x100-m-Quartett der Männer, die Frauen über 4x400 m schlossen das DLV-Festival mit Silber ab. Es war die 16. deutsche Medaille (4-6-6) einer großen EM.

"Das war der absolute Wahnsinn. Von einem solchen Ding hatte ich geträumt", meinte Christian Reif, nachdem er mit der Deutschland-Fahne über dem Kopf seine Ehrenrunde gedreht hatte.

Gomis holt Silber

Mit 7,87 m hatte er vor dem dritten Finalsprung vor dem Aus gestanden und sich dann mit dem Rücken zur Wand die Konkurrenz k.o. gesprungen.

Mit 8,24 m holte sich am Ende der Franzose Kafetien Gomis noch Silber vor dem Briten Chris Tomlinson (8,23).

Malachowski zu stark

"Jetzt bin ich der Stier, der getötet wurde", verkündete Diskus-Weltmeister Robert Harting, nachdem Piotr Malachowski nach seiner Berliner WM-Niederlage gegen den deutschen Weltmeister den Spieß umgedreht hatte.

Die 68,87 m des Polen aus dem ersten Durchgang konnte Harting (68,47) nicht mehr kontern.

Nach 68,33 m zum Auftakt verschoss er sein Pulver im finalen Versuch, der in Berlin noch Gold gebracht hatte, mit 68,34 m.

Vlasic schlägt Friedrich

Auch Ariane Friedrich war geschlagen, aber nicht deprimiert: "Ich wollte eine Medaille, die habe ich. Aber ich bin traurig, dass ich die 2,03 m nicht geschafft habe", meinte die Frankfurter Hallen-Europameisterin, die wie bei der WM 2009 in Berlin auf dem Bronzeplatz landete.

Gold ging wie im Vorjahr an die Kroatin Blanka Vlasic, die 2,03 m im zweiten Versuch meisterte.

Fehlstart kompensiert

"Wir sind zwei Jahre vor London schon viel weiter, als wir 2008 in Peking waren. Dort und auch bei der WM 2011 im südkoreanischen Daegu wollen wir auf dieser Erfolgsebene weiter machen", bilanzierte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

Unbeirrt vom Fehlstart präsentierte das 73-köpfige Team am Olympia-Schauplatz von 1992 neue Siegertypen:

Erst Sprinterin Verena Sailer, Speerwerferin Linda Stahl und Christian Reif, dann die Silber-Überraschungen Carsten Schlangen (1500 m) und Matthias de Zordo (22) als neue Speer-Spitze (87,81 m).

"Wir waren beide schuld"

Prokop, dessen Team deutlich mehr Medaillen gewann als bei der letzten EM 2006 in Göteborg (4-4-2): "Die positiven Überraschungen haben Enttäuschungen kompensiert."

Größte Wermutstropfen: Nach Diskus-Ass Nadine Müller (Halle/8.) blieb nach einem Wechselfehler zwischen den Mannheimerinnen Anne Möllinger und Sailer auch die 4x100-m-Staffel auf der Strecke.

Sailer nobel: "Wir waren beide schuld."

Lemaitres mit Triple

Am Finaltag gelang Christoph Lemaitres als erstem Sprinter der EM-Geschichte das Triple.

Nach Siegen in 10,10 Sekunden über 100 und 20,37 über 200 m gewann er auch über 4x100 m in 38,11 Gold für Frankreich.

Bronze in 38,44 holte das deutsche Quartett mit Tobias Unger, Marius Broening (beide München), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz).

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