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Christina Obergföll wurde bei der EM in Barcelona Zweite © imago

Beim Diamond-League-Meeting in Zürich gelingt Speerwerferin Christina Obergföll Entschädigung für "das ganze Pech der Saison".

Zürich - Robert Harting freute sich über die geglückte EM-Revanche, Christina Obergföll erfüllte sich einen Kindheitstraum, und für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) endete eine lange Durststrecke.

Als der Diskus-Weltmeister und die EM-Zweite im Speerwurf ihre Siege beim Diamond-League-Meeting in Zürich feierten, wurden im ehrwürdigen Letzigrund erstmals seit acht Jahren wieder deutsche Fahnen zum Zeichen des Triumphs in die Höhe gereckt.

Bis zum Donnerstagabend war Stabhochspringer Lars Börgeling mit seinem Erfolg 2002 der letzte deutsche Sieger im "Letzi", dann folgte der Doppelschlag von Harting und Obergföll.

"Davon habe ich immer geträumt. Zürich ist einfach das Meeting schlechthin. Das hat mich schon als Kind fasziniert", sagte Obergföll.

Entschädigung fürs "ganze Pech"

Mit persönlicher Saisonbestleistung von 67,31 m verwies die Offenburgerin Tschechiens Weltrekordlerin Barbora Spotakova (65,34) und Europameisterin Linda Stahl aus Leverkusen (63,30) auf die Plätze: "Das entschädigt für das ganze Pech der Saison."

Harting, der mit seinem Siegwurf auf 68,64 m als erster den Bann gebrochen hatte, sah sich derweil in den Fußstapfen des letzten deutschen Seriensiegers von Zürich: "Ich weiß, dass Lars Riedel hier sehr beliebt war, aber zu seiner Zeit gab es nicht so viele starke Gegner", sagte der Berliner selbstbewusst.

Olympiasieger Riedel hatte das traditionsreichste aller Leichtathletik-Meetings zwischen 1997 und 1999 dreimal in Folge gewonnen.

ISTAF in Berlin vor Augen

Vor allem der Erfolg über Europameister Piotr Malachowski aus Polen, der mit 68,48 m Zweiter wurde, befriedigte Harting spürbar.

"Eine Genugtuung, seine Leistung hat mich zusätzlich motiviert", sagte Harting, der gerne auch noch die 70-m-Marke geknackt hätte: "Aber dafür waren die Windverhältnisse nicht optimal."

Ebenso wie Obergföll will sich der 25 Jahre alte EM-Zweite nun am Sonntag beim ISTAF in Berlin vor "seinem" Publikum noch einmal steigern.

Auch Nytra glänzt

Neben dem Sieger-Duo behaupteten sich auch zahlreiche weitere deutsche Athleten auf Weltklasse-Niveau. Weitsprung-Europameister Christian Reif (Ludwigshafen) und Hürdensprinterin Carolin Nytra (Bremen) glänzten mit ihren zweiten Plätzen.

Beide hatten sich von der erstklassigen Stimmung unter den 26.000 Zuschauern mitreißen lassen. "Ich habe ein richtiges Kribbeln gespürt. Das war einfach Wahnsinn", sagte Nytra, die in 12,69 Sekunden ihren Platz in der Weltspitze untermauerte.

Reif macht es spannend

Reif machte es wie bei der EM spannend. Erst im fünften Versuch gelang ihm der Sprung auf 8,11 m, der lediglich von Olympiasieger und Weltmeister Dwight Phillips (USA) getoppt wurde.

"Von ihm besiegt zu werden ist keine Schande", so Reif. In Berlin will er möglichst gleich am Anfang einen Satz vorlegen: "Sonst geht es irgendwann mal schief."

Als Dritte schafften auch Linda Stahl im Speerwurf und Stabhochspringerin Silke Spiegelburg den Sprung aufs Podest.

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