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Malte Mohr schied bei der EM in Barcelona bereits im Vorkampf aus © imago

Der Stabhochspringer schafft eine Höhe, die schon lange kein Deutscher mehr überquerte und erholt sich von seiner EM-Enttäuschung.

Köln - Nur vier Wochen nach dem EM-Debakel von Barcelona steht Stabhochspringer Malte Mohr nach der neuen Steigerung auf 5,90 m vor der Tür zum "6-m-Klub".

Schon am Freitag hatte der 24 Jahre alte Wahl-Münchner in Brüssel Frankreichs Europameister Renaud Lavillenie und Australiens Olympiasieger Steven Hooker besiegt.

Beim 6. Domspringen in Aachen setzt er noch einen drauf und war hinterher von seiner eigenen Leistung überwältigt:

"Das war schon sensationell. Eigentlich hatte ich die Saison nach Brüssel schon fast abehakt und war mit den 5,85 Metern von dort zufrieden."

Nur Lobinger und Ecker in erlsesenem Zirkel

Malte Mohr, der am Ende dreimal an 5,95 m scheiterte, schob sich mit seiner Steigerung um fünf Zentimeter auf Platz drei der Weltrangliste 2010 hinter Lavillenie (5,94) und Hooker (5,91).

5,90 m hatte aus dem Kreis der deutschen Stabhochspringer zuletzt Björn Otto vor drei Jahren geschafft.

Den deutschen Rekord hält Tim Lobinger seit 1997 mit exakt 6,00 m. Diese Höhe überwanden inklusive ihm und Weltrekordler Sergej Bubka (Ukraine/6,14 m seit 1994) international 15 Athleten.

Danny Ecker schaffte dies mit 6,01 m in der Halle.

Gay gewinnt letzten Sprinter-Showdown

Im kroatischen Zagreb wurde Tyson Gay endgültig zum Sprintstar des Jahres 2010.

Der Amerikaner gewann in 9,92 Sekunden das letzte 100-m-Duell der Saison mit dem Jamaikaner Nesta Carter, der zusammen mit Gay in 9,78 die Weltrangliste 2010 anführt.

Erst dahinter folgt Weltrekordler Usain Bolt (Jamaika/9,82), der seine Saison Mitte August ähnlich wie Landsmann Asafa Powell wegen Rückenproblemen beendet hatte.

Carter, der am Sonntag im italienischen Rieti in 9,78 die Saisonbestmarke von Gay eingestellt hatte, kam bei 0,3 m Gegenwind in 10,07 als Zweiter ins Ziel. Beide starten am Wochenende nicht über 100 m beim Continental-Cup in Split.

Deutsche EM-Helden im Continental-Cup am Start

In der Heimatstadt von Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic kämpfen sieben Deutsche beim Erdteil-Vergleich zwischen Afrika, Amerika, Asien/Ozeanien und Europa für die Kontinent-Auswahl.

Am Start sind alle vier Europameister von Barcelona 2010: Im Weitsprung Christian Reif, über 100 m Verena Sailer, im Hammerwurf Betty Heidler und im Speerwurf Linda Stahl .

Hinzu kommen als EM-Zweite Diskus-Weltmeister Robert Harting ( und Speerwerfer Matthias de Zordo, als EM-Dritte Stabhochspringerin Lisa Ryzih (Ludwigshafen).

Vlasic feiert Heimsieg

Für das überragende Resultat in Zagreb sorgte Kugelstoß-Weltmeister Christian Cantwell aus den USA, der mit 22,22 m seine Jahres-Weltbestleistung nur um 19 Zentimeter verfehlte.

Für kroatische Heimsiege sorgten Weltmeisterin Blanka Vlasic mit 2,02 m im Hochsprung und Europameisterin Sandra Perkovic mit 65,56 m im Diskuswurf.

Esser auf Rang vier

Beim Hammerwurf-Erfolg des Japaners Koji Murofushi (79,71), Olympiasieger von 2004, belegte der bei der EM in Barcelona in der Qualifikation gescheiterte Leverkusener Markus Esser mit 76,19 m den vierten Rang.

Nur Neunte wurde Diskuswerferin Sabine Rumpf mit 55,87 m.

Semenya von Erkältung geschwächt

Vize-Europameisterin Christina Obergföll feierte mit 64,38 m im italienischen Rovereto den dritten internationalen Sieg in Serie nach Zürich und Berlin.

Nach Platz drei am Freitag in Brüssel landete Südafrikas 800-m-Weltmeisterin Caster Semenya in 2:07,16 Minuten nur auf Rang neun, wurde dabei aber offenbar stark von einer Erkältung beeinträchtigt.

"Sie war total müde und hat die ganze Zeit nur gehustet", erklärte ihr Manager Jukka Harkonen.

Jamaikas 9,89-Sprinter Yohan Blake gewann das 100-m-Duell in 10, 06 gegen Justin Gatlin (USA), der seine Saisonbestzeit auf 10,09 steigerte.

Gatlin, Doppel-Weltmeister 2005 in Helsinki, war am 3. August nach vierjähriger Dopingsperre wieder auf die Bahn zurückgekehrt.

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