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Die Kroatin Blanka Vlasic gewann 2007 und 2009 jeweils WM-Gold © getty

Blanka Vlasic und 800-m-Weltrekordler David Rudisha werden als Welt-Leichtathleten geehrt. Tyson Gay verpasst den nächsten Titel.

München/Monte Carlo - Jamaikas Weltstar Usain Bolt war diesmal der große Verlierer.

Als Welt-Leichtathlet 2008 und 2009 befand sich der 100- und 200-m-Weltrekordler nach dem verletzungs- und motivationsbedingten Karriereknick des Sommers nicht einmal unter den fünf Finalisten, als am Sonntag in Monte Carlo die Preisträger des Jahres 2010 gewählt wurden.

Aber nicht Sprintkollege Tyson Gay folgte Bolt, sondern Kenias 800-m-Weltrekordler David Rudisha und Kroatiens Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic wurden letztendlich zu den Welt-Leichathleten gekürt.

Beide erhielten wie zuletzt Bolt 100.000 Dollar - trotz der prekären Finanzlage des Weltverbandes IAAF, der 9,6 Millionen seiner Rücklagen zur Deckung des 52,8-Millionen-Dollar-Haushalts 2010 benötigte.

Peking bekommt WM

Bei der Vergabe der WM 2015 gab es keine Qual der Wahl, denn sieben Jahre nach Chinas erstem Olympia war Peking der einzige Bewerber für die Titelkämpfe 2015 (29. August bis 6. September).

Zwei Wochen vor der Entscheidung durch das Council des Weltverbandes IAAF hatte London, 2012 Gastgeber der Sommerspiele, seine Kandidatur wegen der nicht geklärten künftigen Nutzung des Olympiastadions zurückgezogen.

Etat von 65 Millionen

"Es gab keine Fragezeichen: Gute Sportstätten, keine Risiken und Probleme", sagte IAAF-Vizepäsident Sergej Bubka (Ukraine), noch immer Weltrekordler im Stabhochsprung und Chef der Evaluierungs-Kommission für die WM 2015.

Bei der Präsentation der Pläne gab das Organisationskomitee Peking 2015 einen Etat von 65 Millionen Dollar (47,5 Mio. Euro) bekannt.

Die Regierung garantiert einen Zuschuss von 40 Mio., 23 Millionen sollen durch den Ticketverkauf im 80.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion ("Vogelnest") in die Kasse kommen.

Die Berliner WM 2009 verzeichnete einen Etat von 44 Mio. Euro (60 Mio. Dollar), in dem eine Bürgschaft Berlins über 20 Mio. (15 Mio. genutzt) enthalten war, außerdem 14,85 Mio. Einnahmen aus dem Ticketverkauf und 7,1 Mio. Euro durch Marketing.

Vlasic glücklich

"Nachdem ich im Vorjahr schon als Favoritin galt, bin ich jetzt glücklich, einer meiner größten Träume wurde erfüllt", meinte die Olympiazweite Blanka Vlasic (27).

Bei der 23. Wahl seit 1988 siegte die Europameisterin als dritte Hochspringerin nach Olympiasiegerin Heike Henkel (Leverkusen/1992) und der Südafrikanerin Hestrie Cloete (2003). Nun jagt sie noch Olympiagold und Weltrekord (2,09 m).

Hätte mich auch gewählt

"Ich hätte mich selbst auch gewählt", flachste der erst im Dezember 22 Jahre alt werdende Rudisha, nachdem er als erster Kenianer in der Geschichte der Abstimmung siegte.

Denn der ebenfalls in seiner Heimat geborene Weltrekord-Vorgänger Wilson Kipketer (Sieger 1997) wurde für Dänemark Olympiasieger und Weltmeister.

Seinen 13 Jahre alten Kölner Weltrekord (1:41,11) hatte Afrikameister Rudisha am 22. August dieses Jahres beim ISTAF in Berlin auf 1:41,09 und eine Woche später in Rieti/Italien auf 1:41,01 Minuten gesteigert.

Gay geht leer aus

Nach einer Vorauswahl des Weltverbandes IAAF unter Experten und Fachjournalisten hatte es jeweils vier weitere Kandidaten gegeben.

Bei den Männern waren dies Sprinter Tyson Gay, Hürdensprinter David Oliver (beide USA), Langstreckler Zersensay Tadese (Eritrea) und Speerwerfer Andreas Thorkildsen (Norwegen).

Die Sprinterinnen Veronica Campbell-Brown (Jamaika) und Allyson Felix (USA), Langstrecklerin Milcah Chemos Cheywa (Kenia) und Siebenkämpferin Jessica Ennis (Großbritannien) gingen bei den Frauen leer aus.

Das entscheidende Votum traf die International Athletics Foundation (IAF). Deutsche Athleten waren deutlich am Vorstoß in die Endauswahl gescheitert.

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