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Usain Bolt erhielt 2009 und 2010 den Laureus als Weltsportler des Jahres © getty

Bolt verkündet an der Säbener, den Weltrekord bis an die menschliche Grenze pushen zu wollen - und schmunzelt über "Robbery".

Von Philipp Langer

München - Die Information kam kurzfristig und sorgte für reichlich Verwunderung.

Usain Bolt lädt zu einer Pressekonferenz beim FC Bayern München.

Warum genau sich der Weltrekordhalter über 100 (9,58 Sekunden) und 200 Meter (19,19 Sekunden) in München aufhält, war vorerst allerdings nicht so ganz klar.

Doch der Jamaikaner, der gut gelaunt den Presseraum betrat, brachte schnell Licht ins Dunkel: "Ich absolviere derzeit einen obligatorischen Gesundheits-Check bei Hans-Wilhelm Müller Wohlfahrt, damit ich zum Saisonstart fit bin." (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1).

Der Arzt seines Vertrauens

Bis Sonntag bleibt Bolt an der Säbener Straße, wo er nicht nur auf den Teamarzt des FCB trifft, sondern für Trainingseinheiten auch mit Thomas Wilhelmi, dem Fitnesstrainer der Bayern, zusammenarbeitet.

Und der Dreifach-Weltmeister und -Olympiasieger ist fest überzeugt davon, dass sich der weite Weg aus dem sonnigen Jamaika ins kalte München zum Teamarzt des Rekordmeisters und der deutschen Nationalmannschaft lohnt.

"Er ist einfach der Beste. Ich komme schon zu ihm seit ich 16 bin", erzählt der 24-Jährige über Müller Wohlfahrt.

Und weiter: "Er kümmert sich um mich, gibt mir Ratschläge und sorgt dafür, dass ich mit meinem Coach die richtigen Entscheidungen treffe."

"Leute sollen noch lange von mir reden"

Einen schwierigen Entschluss hat Bolt bereits getroffen und mit dem Ende der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro seinen Rücktritt angekündigt.

Doch bis dahin hat er sich noch einiges vorgenommen: "Mein Ziel ist es eine Legende zu werden. Die Leute sollen noch lange von mir reden."

Das scheint eigentlich schon gesichert, wenn man bedenkt wie Bolt die Dimensionen im Sprint schon jetzt verschoben hat ? unter Begeisterung seiner Fans und Marketing-Strategen, unter argwöhnischer Beobachtung von Kritikern, die seine Leistung allzu unglaublich finden.

"Wenn ich 9,4 Sekunden rennen muss?"

Trotz allem ist Bolt der Meinung, wird er seinen 2009 in Berlin aufgestellten Weltrekord über 100 Meter noch einmal verbessern müssen.

"Wenn ich 9,4 Sekunden rennen muss, um meinen Namen in die Geschichtsbücher zu meißeln, werde ich hart arbeiten und das schaffen", zeigt sich der 24-Jährige selbstbewusst, erklärt aber zugleich, dass er diese Zeit für das menschliche Limit halte.

Das Hauptziel bleibt Gold

Einen ersten Schritt zu seinem großen Ziel will Bolt am 26. Mai beim Auftakt der Leichtathletik-Saison in Rom machen.

Der Höhepunkt der Saison ist aber ohne Frage die WM im südkoreanischen Daegu (27. September bis 4. September), bei der vor allem das Aufeinandertreffen mit Tyson Gay mit Spannung erwartet wird.

Der amerikanische Ex-Weltmeister hatte Bolt im vergangenen August in Stockholm beim 11. Meeting der Diamond League über 100 Meter bezwungen.

"Ich bin mir sicher, dass sich viele auf das Rematch freuen, aber ich nehme jeden Gegner ernst. Mein Hauptziel ist auch nicht irgendein Duell, sondern eine goldene Medaille", erklärt Bolt.

"Ich liebe Fußball"

Doch vor den möglichen Erfolgen stehen noch ein paar Stabilisierungsübungen für Rücken und Becken mit Wilhelmi an.

Dabei werde er auch immer wieder mal einen Blick auf den Rasen an der Säbener Straße werfen, verrät Bolt: "Ich liebe Fußball, besonders die Premier League."

Seine eigenen fußballerischen Fähigkeiten würden sich jedoch in Grenzen halten, erklärte der Jamaikaner.

"Ich mache einfach keine Tore, deswegen spiele ich meist im defensiven Mittelfeld", gibt der Sprint-Star schmunzelnd zu.

Robbery hat keine Chance

Am Ende breitet sich Bolts Grinsen zu einem breiten Lachen aus, als er auf die Antrittsschnelligkeit von Bayerns Flügelzange "Robbery" angesprochen wird.

"Wenn Franck Ribery und Arjen Robben Glück haben, können sie die ersten 5 Meter mithalten. Danach haben sie keine Chance mehr", ist sich Bolt sicher.

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