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Sebastian Ernst wurde im Jahr 2003 Junioren-Europameister © getty

Bei der DM überzeugen die Nytra, Sailer, Spank und Co. mit EM-würdigen Leistungen. Sebastian Ernst schnappt sich einen Rekord.

Leipzig - Mit etlichen starken Leistungen haben die deutschen Leichtathleten ihren Forderungen nach Live-Übertragungen von der Weltmeisterschaft in Daegue Nachdruck verliehen.

Enttäuschungen waren eine Woche vor der Hallen-EM in Paris aber auch dabei.

Bei den deutschen Meisterschaften in Leipzig sorgte Sprinter Sebastian Ernst mit deutschem Rekord über 200 Meter für das Highlight, dem zwei Weltjahresbestleistungen durch Sabine Krantz und Christina Schwanitz vorangegangen waren.

"Wir sind auf einem guten Weg", bilanzierte Cheftrainer Idriss Gonschiska, der mit seinem Amtskollegen Herbert Czingon am Montag gut drei Dutzend Athleten für die Titelkämpfe in der französischen Hauptstadt (4. bis 6. März) nominieren wird.

EM ohne Ernst und Krantz

Nicht dabei sein wird ausgerechnet Rekordläufer Ernst - das Rennen über die Hallenrunde steht nicht im EM-Programm.

Die Freude des Wattenscheiders konnte dies indes nicht trüben: "Das ist das geilste Gefühl, was man haben kann", sagte Ernst nach seinem Coup vor 4000 Zuschauern in der Leipziger Arena.

In 20,42 Sekunden blieb der 26-Jährige elf Hundertstel unter der alten Bestmarke des Münchners Tobias Unger und baute damit die Führung in der Weltjahresbestenliste aus.

An deren Spitze setzte sich auch die Wattenscheiderin Krantz, die beim Comeback nach ihrer Babypause in 12:18,12 Minuten ihren ersten Titel im 3000-m-Bahngehen gewann.

Doch auch die 30-Jährige fehlt in Paris mangels geeignetem Wettbewerb.

Siege für Demut und Ryzih

Mit dabei ist hingegen Christina Schwanitz (Thum/Sachsen), die sich im Kugelstoßen auf 18,87 m steigerte und nach derzeitiger Situation als Nummer eins der Welt zur EM fährt. Schwanitz gehört zu rund einem Dutzend deutscher Athleten, die mit Medaillen-Hoffnungen in Frankreich antreten.

Darunter auch Carolin Nytra (Mannheim), die über 60 m Hürden in 7,93 Sekunden ebenso ungefährdet siegte wie ihre Vereinskollegin Verena Sailer, die über die flachen 60 m in 7,28 gewann.

Auch die Dreisprung-Weltjahresbeste Katja Demut (Jena) setzte sich souverän mit 14,20 m.

Im Stabhochsprung der Frauen sicherte sich Lisa Ryzih (Ludwigshafen) mit 4,65 m in Abwesenheit der erkrankten deutschen Rekordspringerin Silke Spiegelburg den Sieg.

Stabhochspringer auf schwachem Niveau

Bei den Männern gelang Junioren-Weltrekordler David Storl ein Traum-Comeback.

Der 20-Jährige aus Chemnitz, den bis Dezember Pfeiffersches Drüsenfieber außer Gefecht gesetzt hatte, schlug beim Saisoneinstand mit 20,70 m erstmals bei Titelkämpfen den EM-Dritten und Serienmeister Ralf Bartels (Neubrandenburg/20,68). Beide gehören auch in Paris zu den Favoriten.

Gleiches gilt für Stabhochspringer Malte Mohr, dem in einer schwachen DM-Konkurrenz im ersten Versuch übersprungene 5,65 m zum Sieg reichten.

"Das Niveau der Springer war nicht befriedigend", fand auch Cheftrainer Czingon.

Jungfleisch reichen 1,88 Meter

Zu gefallen wussten hingegen der Dresdner Hochspringer Raul Spank (2,30) und der über 400 m auf 46,19 Sekunden verbesserte Thomas Schneider (Potsdam).

Ohne die deutschen Zwei-Meter-Springerinnen Ariane Friedrich (Frankfurt) und Meike Kröger (Berlin), die sich im Vorjahr ein packendes Duell geliefert hatten, blieb der Frauen-Hochsprung hinter den Erwartungen zurück.

Der jungen Marie-Laurence Jungfleisch (Kornwestheim) reichten 1,88 m zum ungefährdeten Sieg (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1).

"Jetzt muss es aber schnell gehen"

Am Rande der Titelkämpfe ging das Ringen um eine Live-Übertragung der WM in Daegue/Südkorea weiter.

Auf einer Pressekonferenz forderte Helmut Digel, Council-Mitglied des Weltverbandes IAAF ein "faires Angebot" von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF: "Wir sehen nicht ein, dass wir auf einem ökonomisch so herausragenden Markt wie Deutschland die Rechte verschenken sollen."

ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz signalisierte Gesprächsbereitschaft: "Jetzt muss es aber ganz schnell gehen."

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