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David Storl (l.) und Ralf Bartels feiern den deutschen Doppel-Sieg © getty

Bei der Hallen-EM in Paris erwischen die deutschen DLV-Asse einen tollen Start. Im Kugelstoßen gibt es einen Doppel-Sieg.

Paris - Doppelsieg durch die Kugelstoßer Ralf Bartels und David Storl, Gold für Hürdensprinterin Carolin Nytra: Die deutschen Leichtathleten haben bei den Hallen-Europameisterschaften in Paris einen Traum-Auftakt gefeiert.

"Eigentlich wollte ich ja Silber haben, denn das hat mir noch in meiner Sammlung gefehlt. Aber so ist es natürlich auch okay", sagte Routinier Bartels mit einem Augenzwinkern.

Der 32-Jährige hatte zuvor vor 6500 Zuschauern im Palais Omnisport einen Wettkampf wie aus einem Guss und die vier weitesten Versuche der Konkurrenz abgeliefert. Seine Bestweite erzielte er mit 21,16 m im vierten Versuch.

Zitterpartie für Nytra

"Ich wusste nach den Trainingseindrücken, dass ich hier 21 Meter stoßen kann", sagte Bartels, der auch nicht nervös wurde, als ihm Junioren-Weltrekordler Storl im dritten Durchgang mit 20,75 m bis auf fünf Zentimeter auf die Pelle rückte: "Von mir aus hätte das auch ein Zentimeter sein können." Storl war derweil "absolut happy. Silber - was will man mehr?".

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Eine wahre Zitterpartie erlebte Carolin Nytra. Erst nach einer Minute bangen Wartens wies der Zielfoto-Entscheid die Mannheimerin als Siegerin über 60 m Hürden vor der in 7,80 Sekunden zeitgleichen Britin Tiffany Ofili aus.

"Ziel war, aus Caro eine Siegläuferin zu machen. Heute hat sie im Finish den nötigen Killerinstinkt gezeigt", sagte Trainer Rüdiger Harksen.

Die 26-Jährige blieb bei ihrem Goldlauf neun Hundertstel unter ihrer Bestzeit und sieben Hundertstel über dem deutschen Rekord von Cornelia Oschkenat aus dem Jahr 1989. "Die Zeit ist echt der Hammer", sagte Nytra.

Lobinger stark

Auch in den Vorkämpfen untermauerten die meisten Medaillenanwärter des deutschen Teams, das nach der krankheitsbedingten Absage von Sprinter Martin Keller noch 35 Athleten zählt, ihre Ansprüche.

Die Stabhochspringer mit Mitfavorit Malte Mohr und seinen Münchner Teamkollegen Tim Lobinger und Fabian Schulze meisterte geschlossen die Qualifikation, Lobinger gar mit im ersten Versuch übersprungenen 5,65 m als Sieger.

"Da muss ich erst 38 werden, um bei einer internationalen Meisterschaft Saisonbestleistzung zu springen. Drei deutsche unter den besten Acht, das ist schon stark", sagte der Altmeister. Mohr sprang ebenfalls 5,65 m, Schulze reichten 5,55 m.

Demut enttäuscht

Keine Blöße gab sich auch Kugelstoßerin Christina Schwanitz . Europas Nummer eins gewann die Qualifikation mit 18,39 m.

Europarekordler und Titelverteidiger Sebastian Bayer erreichte das Finale im Weitsprung mit mäßigen 7,91 m - 80 Zentimeter weniger als seine Siegweite bei der EM 2009 in Turin.

Hochspringer Raul Spank buchte mit im zweiten Versuch übersprungenen 2,27 m das Endkampf-Ticket. Für die einzige sorgte Dreispringerin Katja Demut.

Als Weltjahrebeste und frischgebackene deutschen Rekordhalterin (14,47 m) angetreten, kam die Jenaerin nicht über 13,81 m und Platz 15 hinaus und war sprachlos: "Ich habe keine Erklärung für das, was hier geschehen ist. Ich bin sehr enttäuscht", sagte die Jenaerin.

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