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Malte Mohrs springt seit Januar 2010 für die LG Stadtwerke München © getty

Zum Auftakt der Diamond League überzeugt der Stabhochspringer mit der Weltjahresbestleistung und kündigt einen Durchmarsch an.

Doha - Malte Mohr macht Geschmack auf mehr.

Mit seinem Sieg im Stabhochsprung zum Auftakt der Diamond League in Doha/Katar ließ der 24-Jährige seiner selbstbewussten Ansage - "Ich bin hier, um zu gewinnen" - Taten folgen und setzte mit der Siegeshöhe von 5,81 Meter gleich noch eine neue Jahresweltbestleistung drauf.

Für Mohr, 2010 in Doha Vizeweltmeister in der Halle, soll der mit 10.000 Dollar (7500 Euro) versüßte Erfolg aber nur der erste Schritt in ein erfolgreiches WM-Jahr sein.

"Ich will 6,01 Meter springen und bei der WM eine Medaille gewinnen. In der Diamond League ist das Ziel, alles zu gewinnen. Wenn ich mir eine 6,01 vornehme, kann ich auch sagen, ich will alles gewinnen", sagte Mohr.

Er verwies seine Münchner Vereinskollegen Fabian Schulze und Tim Lobinger (beide 5,40) sowie den französischen Sechs-Meter-Mann Renaud Lavillenie (5,50) deutlich in die Schranken.

De Zordo verpasst WM-Norm knapp

Überhaupt war es nicht der Abend der Favoriten bei über 30 Grad vor 10.000 Zuschauern im Qatar Sports Club.

Im Kugelstoßen wurde Weltmeister Christian Cantwell (USA) beim Sieg des Kanadiers Dylan Armstrong ebenso nur Fünfter wie Olympiasieger Andreas Thorkildsen (Norwegen) im Speerwerfen. Hier gewann Petr Frydrych aus Tschechien.

Der Saarbrücker Vizeeuropameister Matthias de Zordo landete mit guten 82,45 m auf Rang acht und verfehlte bei seinem Saisondebüt die A-Norm für die Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) nur um fünf Zentimeter.

Starke Zeit von Dix

Trotz der Abwesenheit der Superstars wie Usain Bolt oder Tyson Gay fielen im Emirat zum Auftakt der insgesamt 14 Meetings umfassenden Premium-Serie gleich elf Jahresweltbestmarken, wobei dies wohl eher dem frühen Zeitpunkt in der Saison geschuldet war.

Immerhin ließ US-Sprinter Walter Dix mit 20,06 Sekunden über 200 m aufhorchen.

"Es lief alles nach Plan"

Für Malte Mohr sind die 5,81 m nur eine erste Standortbestimmung.

"Am Anfang hat der Anlauf nicht gestimmt, deshalb habe ich die Anfangshöhe erst im zweiten Versuch geschafft. Aber mir war schon klar, dass ich da noch drüberspringen werde. Es lief eigentlich alles nach Plan, auch wenn ich viel geschwitzt habe. Die nassen Hände sind immer schwierig für einen Stabhochspringer", sagte Mohr.

Neben der WM-Norm (5,72) knackte Mohr auch noch den 13 Jahre alten Meeting-Rekord von Stabhochsprung-Ikone Sergej Bubka: "Das war das, was wir uns vorgenommen hatten. In der Halle habe ich mit 5,80 Meter angefangen, und ich wollte mindestens einen Zentimeter mehr machen."

Lobinger nimmt es mit Humor

Schon bald soll es für Mohr noch höher hinaus gehen. "Es sah technisch noch nicht so gut aus, wir wir uns das vorstellen. Wenn das alles auch noch aufs Tableau gebracht wird, kann da einiges mehr bei rumkommen", sagte Mohr.

Dagegen war Schulze enttäuscht: "Ich hatte mir schon vorgenommen, höher zu springen und unter die besten Vier zu kommen. Es war aber trotzdem ein schönes Meeting."

Lobinger nahm es mit Humor: "Ich muss halt das Tanzen noch ein bisschen rausspringen", sagte der Sechs-Meter-Springer in Anspielung auf seine Teilnahme an der RTL-Show "Let's Dance".

Die große Nummer unter Flutlicht war an diesem Abend aber sowieso Malte Mohr.

Die kommenden Diamond-League-Termine 2011:

15. Mai: Schanghai (China)26. Mai: Rom (Italien)4. Juni: Eugene (USA)9. Juni: Oslo (Norwegen)11. Juni: New York (USA)30. Juni: Lausanne (Schweiz)8. Juli: Paris (Frankreich)10. Juli: Birmingham (Großbritannien)22. Juli: Monaco (Monte Carlo)29. Juli: Stockholm (Schweden)5./6. August: London (Großbritannien)8. September: Zürich (Schweiz)16. September: Brüssel (Belgien)

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