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Eunice Barber verpasste die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 © getty

Die Ex-Weltmeisterin muss nach ihrer Attacke auf einen Polizisten wenig zahlen, beklagt aber "eine schlimme Ungerechtigkeit".

Bobigny - Die ehemalige französische Siebenkampf- und Weitsprung-Weltmeisterin Eunice Barber ist wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und eine Beiß-Attacke gegen einen Polizisten zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt worden.

Ein Gericht bei Paris befand die 34 Jahre alte aus Sierra Leone stammende Athletin für schuldig, nach den wochenlangen Krawallen im März 2006 an einer Polizeisperre nicht die Anweisung der Beamten befolgt zu haben.

Der Vorfall geschah im Ortsteil St. Denis in der Nähe des Stadions, in dem sie 2003 Weitsprung-Weltmeisterin geworden war.

Hysterisch geworden

Barber hatte ihren Wagen seinerzeit nicht sofort gestoppt, als sie mit ihrer Mutter und ihrem einjährigen Neffen an die Polizeikontrolle kam.

Sie sei hysterisch geworden und habe einen Polizeibeamten gebissen, heißt es in der Anklage. "Ich bin unschuldig", sagte Barber nach dem Prozess, den sie als "schlimme Ungerechtigkeit" bezeichnete. Barber will gegen das Urteil Berufung einlegen.

Die Französin erklärte, sie sei von einem Polizisten ins Gesicht geschlagen worden, als sie den Wagen angehalten und das Fenster heruntergelassen habe.

Barbers Angst um ihren Körper

Den Mann habe sie gebissen, um ihren Körper, der ihr Kapital sei, zu schützen. Zugleich beschuldigte Barber den Beamten, er habe sie demütigen wollen. Der Mann bestritt die Vorwürfe.

Das Gericht verurteilte Barber außerdem zu Ausgleichszahlungen zwischen 350 und 1050 Euro an die sechs beteiligten Polizisten.

Sie muss darüber hinaus Prozesskosten in Höhe von 700 Euro tragen. Die Anklage hatte eine zweijährige Bewährungsstrafe gefordert.

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