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Betty Heidler holte 2007 bei der Weltmeisterschaft in Osaka die Goldmedaille © imago

Heidler stellt nach fast 23 Jahren einen deutschen Weltrekord in einer Olympia-Disziplin auf. Sie hat nichts anderes erwartet.

Halle/Saale - Betty Heidler hat die internationale Hammerwurf-Konkurrenz gleich zu Beginn der WM-Saison mit einem fantastischen Weltrekord schockiert.

Mit 79,42 m pulverisierte die WM-Zweite und Europameisterin beim Werfer-Meeting in Halle/Saale die gut ein Jahr alte Bestmarke der polnischen Weltmeisterin Anita Wlodarczyk (78,30).

Damit holte sie den ersten Weltrekord für die deutsche Leichtathletik in einer Olympia-Disziplin seit fast 23 Jahren.

Heidler unterstrich damit in ihrem ersten Wettkampf der Freiluft-Saison für die Welttitelkämpfe im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) ihre Ambitionen auf den zweiten WM-Triumph nach 2007 in Osaka.

Heidler nicht überrascht

"Der Rekord ist keine Überraschung gewesen", sagte Heidler nach dem Wettkampf, an dessen Ende die erste Weltbestleistung ihrer Karriere stand.

Die Frankfurterin hatte in Halle ihre erstaunliche Frühform vor dem Weltrekord-Wurf durch die Verbesserung ihres deutschen Rekordes um sieben Zentimeter auf 77,19 m lediglich ahnen lassen.

Ihre quantensprunghafte Verbesserung führte die 27-Jährige auf intensives Training zurück: "Ich war unheimlich locker. Das kommt aus der Sicherheit, die ich mir erarbeitet habe."

Daegu nur Zwischenstation

Auch wenn Heidler zunächst für die WM nunmehr sogar die 80-m-Schallmauer ins Visier nehmen kann, ist Daegu allerdings nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2012 in London.

Nach ihrer Nullnummer in Peking 2008 fehlt der Polizeimeisterin weiterhin olympisches Gold zur Komplettierung ihrer Titelsammlung.

Nach WM-Gold in Osaka hatte die Hobby-Reiterin auch im Vorjahr bei der EM in Barcelona ganz oben auf dem Treppchen gestanden.

Fokus liegt auf London

Nach zahlreichen Rückschlägen ohne Medaillen-Platzierungen bei der WM 2005, der EM 2006 und eben in Peking ist die Spitzenathletin von Trainer Michael Deyhle absolut auf London fokussiert.

Silber bei der WM 2009 in Berlin und der Erfolg in Barcelona lassen die gebürtige Berlinerin nunmehr auch deutlich gefestigter erscheinen als noch bei ihrem WM-Triumph 2007.

Deyhle bezeichnete schon in Barcelona ihre neue Kontinuität als "Ergebnis von viel technischer Kleinarbeit".

Heidler selbst, die ihre Freizeit auch noch für ein Jura-Studium nutzt, sieht im "Gleichklang des Rhythmus' von Armen und Beinen" ihr Erfolgsrezept.

Timmermann letzter deutscher Weltrekordler

Letzte deutsche Weltrekordlerin vor Heidler in einer Olympia-Disziplin war Speerwurf-Olympiasiegerin Petra Felke aus Jena.

Die Thüringerin erzielte am 9. September 1988 die Traumweite von 80,00 m und damit eine vermutlich "ewige" Bestmarke, denn durch die anschließende Veränderungen des Speeres fliegen die Geräte nicht mehr so weit.

Den bislang letzten Weltrekord eines deutschen Mannes stellte am 22. Mai 1988 Kugelstoß-Olympiasieger Ulf Timmermann (Ost-Berlin) mit 23,06 m auf.

Harting mit Bestleistung

Heidlers Hammer überstrahlte in Halle auch ein hervorragendes Ergebnis von Diskus-Weltmeister Robert Harting.

Der 26 Jahre alte Berliner setzte sich mit 68,99 m an die Spitze der Weltrangliste und blieb damit nur 70 Zentimeter unter seiner persönlichen Bestleistung.

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