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Usain Bolt holte bei den Olympischen Spielen in Peking dreimal Gold © getty

Der jamaikanische Sprint-Wirbelwind hat vor dem Start Panik und weht als laues Lüftchen zum Sieg in Rom. Mohr wird überflogen.

Rom - Es fehlte noch der übliche Glanz.

Jamaikas Superstar Usain Bolt wollte beim Golden-League-Meeting in Rom wie ein Wirbelwind in die Sprintszene zurückkehren, doch beim Saisondebüt gab es vom Ausnahmeläufer nur ein vergleichsweise laues Lüftchen.

9,91 Sekunden standen nach den 100 m auf der Anzeigetafel. Nichts Berauschendes für einen, der schon 9,58 gelaufen ist.

Immerhin aber reichte es für Bolt damit zum Sieg, einem knappen allerdings. Nur zwei Hundertstel langsamer war sein Landsmann Asafa Powell, der damit zum 67. Mal unter der 10-Sekunden-Barriere blieb. Rekord.

"Verdammt gut für mein Selbstbewusstsein"

"Ich war sehr nervös. Und dann hatte ich einen schwachen Start und geriet sogar ein bisschen in Panik", schilderte der dreifache Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler Bolt seinen Einstand in die WM-Saison, "aber trotzdem bin ich glücklich. Das Wichtigste war, dass ich gewonnen habe."

Das sei "verdammt gut für mein Selbstbewusstsein und meine Saison".

Den 47.732 Zuschauern im Olympiastadion von Rom stockte nach dem Startschuss zunächst der Atem.

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Spät das Gaspedal gefunden

Bolt kam in seinem ersten Rennen seit zehn Monaten nur verhältnismäßig langsam aus dem Block und lag schnell hinter Asafa Powell zurück. Erst 15 Meter vor dem Ziel fand der 24-Jährige das Gaspedal, drückte kräftig durch und rettete noch Platz eins.

"Ich bin nicht stolz auf mein Rennen. Mein Trainer wird den Lauf jetzt erst einmal analysieren", sagte Usain Bolt nach seinem Debüt in der Ewigen Stadt.

Dabei war der Jamaikaner der umjubelte Star des Abends.

Obergföll und Mohr überzeugen

Bereits vor dem Rennen drehte Usain Bolt auf einem Fahrzeug sitzend eine Ehrenrunde und präsentierte sich den Fans mit neuer Frisur und deutlich schlanker als im Vorjahr.

"Ich bin das erste Mal hier und bin begeistert über den warmen Empfang der Fans", sagte der Superstar der Leichtathletik.

Aus deutscher Sicht überzeugten in Rom Speerwerferin Christina Obergföll (Offenburg) und Stabhochspringer Malte Mohr (München) mit zweiten Plätzen. Die Olympiadritte Obergföll (63,97) musste sich nur der Russin Marija Abakumowa geschlagen geben, die mit 65,40 m Jahresweltbestleistung warf.

Jahres-Weltbestmarke erhöht

Europameisterin Linda Stahl (Leverkusen/58,65) belegte nur den letzten Platz.

Mohr, der beim Diamond-League-Auftakt in Doha gewonnen hatte, verlor mit 5,72 m nicht nur das direkte Duell mit dem französischen Sechs-Meter-Springer Renaud Lavillenie (5,82), sondern auch die Jahres-Weltbestmarke an den Rom-Sieger.

Altmeister Tim Lobinger (München/5,42) und Raphael Holzdeppe (Zweibrücken/5,42) konnten nicht in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen.

Müller Dritte

Die WM-Sechste Nadine Müller (Halle/Saale) belegte mit 63,17 m einen guten dritten Platz beim Sieg der Kroatin Sandra Perkovic (65, 56) im Diskuswerfen.

Dagegen landete Halleneuropameister Ralf Bartels (Neubrandenburg) mit 19,71 m im Kugelstoßen nur auf dem neunten und damit letzten Platz. Es gewann der Jahres-Weltbeste Dylan Armstrong (Kanada) mit guten 21,60 m.

Für Jahresweltbestleistungen sorgten zudem US-Sprinterin Allyson Felix über 400 m in 49,81 Sekunden, Milcah Chemos Cheiywa (Kenia) in 9:12,89 Minuten über die 3000 m Hindernis, Maryam Yusuf Jamal (Brunei) über die 1500 m in 4:01,60 Minuten, Imane Merga (Äthiopien) in 12:54,21 Minuten über 5000 m sowie Phillips Idowu (GBR) mit 17,59 m im Dreisprung. Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien) egalisierte bei ihrem Hochsprungsieg die Saisonbestmarke von 1,95 m.

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