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Usain Bolt stellte bei der WM 2009 in Berlin Weltrekorde über 100 und 200 Meter auf © getty

Der Weltrekordler zeigt sich weit von seiner Bestform entfernt. Seine Landsmännin überzeugt, die Deutschen feiern zwei Siege.

Ostrau - Jamaikas Superstar Usain Bolt strahlte trotz seines zweiten Saisonsieges nur schwach im Schatten von Landsfrau Veronica Campbell-Brown.

Während sich der dreifache Weltmeister und Olympiasieger beim Leichtathletik-Meeting in Ostrau über 100 m wie schon in Rom (Bericht) in für ihn höchst mäßigen 9,91 Sekunden zum Sieg mühte, schaffte Campbell-Brown in 10,76 Sekunden den Sprung auf Platz acht der ewigen Bestenliste.

Aus deutscher Sicht sorgten Raul Spank und Matthias de Zordo für die Höhepunkte.

Zwei Hundertstel hinter Jahres-Weltbestzeit

Unter den Augen seiner Weltrekord-Vorgänger Donovan Bailey (Kanada) und Maurice Greene (USA) zeigte sich Bolt fünf Tage nach seinem durchwachsenen Saisoneinstand erneut weit von seiner Bestform entfernt.

Der 24-Jährige, der bei der WM 2009 die Weltbestmarke auf 9,58 Sekunden gedrückt hatte, startete schwach und setzte sich letztlich mit sechs Hundertstel Vorsprung vor Landsmann Steve Mullings (9,97) durch.

Dessen Jahres-Weltbestzeit (9,89) hat damit weiter Bestand. "Ich hatte eine bessere Zeit erwartet. Aber ich habe nicht annähernd meine Idealform und muss noch eine Menge arbeiten", sagte Bolt.

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Glanzlicht von Campbell-Brown

Eine halbe Stunde zuvor hatte Campbell-Brown für die sportlich wertvollste Leistung bei der 50. Auflage des Golden-Spike-Meetings gesorgt.

Die 200-m-Olympiasiegerin lief die schnellsten 100 m seit September 2009, als Carmelia Jeter (USA) in Shanghai in 10,64 auf Platz zwei der ewigen Bestenliste gestürmt war.

Jeters Welt-Jahresbestleistung verbesserte Campbell-Brown gleich um eine Zehntel.

Abakumova stellt Bestmarke auf

Für weitere Saisonbestmarken sorgten der Südafrikaner LJ van Zyl, der über 400 m Hürden in 47,66 Sekunden exakt so schnell wie im Februar in Pretoria war.

Maria Abakumowa (Russland) gewann die Speerwurf-Konkurrenz mit 65,81 m.

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Spank unterliegt im Stechen

Der WM-Dritte Raul Spank (Dresden) meisterte im Hochsprung 2,32 gleich im ersten Versuch und musste sich erst im Stechen um Platz eins dem höhengleichen Hallen-Weltmeister Iwan Uchow (Russland) geschlagen geben.

Spank erfüllte zugleich als zweiter deutscher Hochspringer nach Eike Onnen die Norm für die WM in Daegu (27. bis 4. September).

De Zordo qualifiziert sich für Daegu

Speerwerfer Matthias de Zordo (Saarbrücken) blieb mit 85,78 mehr als drei Meter über der WM-Norm (82,50) und setzte sich souverän vor Finnlands Ex-Weltmeister Tero Pitkämäki (82,31) durch.

De Zordos Bestleistung liegt seit der EM 2010 bei 87,81 m.

Spiegelburg siegt im Stabhochsprung

Den Stabhochsprung in Ostrau gewann Hallen-Vizeeuropameisterin Silke Spiegelburg (Leverkusen), die sich mit 4,60 m auf Platz drei der von Fabiana Murer (Brasilien/4,65) angeführten Weltrangliste vorschob.

Die Hallen-EM-Dritte Kristina Gadschiew (Zweibrücken) blieb auf Platz drei mit 4,50 m fünf Zentimeter unter der WM-Norm.

Für den vierten deutschen Sieg in Ostrau hatte bereits am Montag Hammer-Weltrekordlerin Betty Heidler mit dem zweitbesten Resultat ihrer Karriere (77,22) gesorgt (Bericht).

Schneider nähert sich WM-Norm an

Als Vierter über 400 m steigerte Hallen-Vizeeuropameister Thomas Schneider (Potsdam) seine Bestleistung auf 45,56 Sekunden und näherte sich damit der Daegu-Normzeit (45,25).

Kubas Olympiasieger Dayron Robles feierte über 110 m Hürden einen souveränen Sieg, blieb aber in 13,14 Sekunden deutlicher über seinem Weltrekord (12,87), den er 2008 an gleicher Stelle aufgestellt hatte.

Richards erneut geschlagen

Weltmeisterin Sanya Richards (USA) kassierte nach Platz fünf in Rom über 400 m erneut eine empfindliche Niederlage und wurde in 50,98 Sekunden nur Dritte beim Sieg ihrer Landsfrau Francena McCorory (50,64).

Über 3000 m Hindernis verpasste der Kenianer Paul Kipsilie Koech die Jahres-Weltbestzeit seines Landsmannes Brimin Kiprop Kipruto in 8:02,55 Minuten um 27 Hundertstel.

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